Fremder in einem fremden Land

Walter Simonson, Sandra Hope, Ludo Lullabi
Fremder in einem fremden Land

World of Warcraft Sonderband Band 1
PaniniComics Paperback
176 Seiten
ISBN 9783866076549
Erschienen: 11/2008

Eines der wohl bekanntesten Fantasyspiele ist das MMORPG (auch Onlinerollenspiel genannt) „World of Warcraft“. Für die Softwareschmiede Blizzard ist das Spiel wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Und das Merchandise fürs Spiel umfasst alles, was das Spielerherz begehrt. Unter anderem auch Comics.

Bei PaniniComics erscheint alle zwei Monate die deutsche Ausgabe des „World of Warcraft“-Comics. In „Fremder in einem fremden Land“ wird der Auftakt der Reihe in einem Sammelband zusammengefasst.

Die Geschichte beginnt mit dem Gladiatorentrainer Rehgar. Einer seiner Schützlinge wird heimtückisch ermordet und nun ist der Ork Rehgar auf der Suche nach einem Ersatz für seine Mannschaft. Den findet er in einem Menschen, der er Krokifutter nennt. Krokifutter hat sein Gedächtnis verloren und so ist der Name passend. Wichtiger ist allerdings, dass der Mensch zwar keine Erinnerungen besitzt, aber unglaubliche Kampffähigkeiten besitzt.

Zusammen mit dem Nachtelfendruiden Broll Bärenpelz und der Blutelfin Valeera Sanguinar bildet Krokifutter eine neue Mannschaft. Schon bald erweist er sich als Held der Arena und wird von den Zuschauern Lo’Gosh – der Geisterwolf – getauft. Langsam kehren auch Krokifutters Erinnerungen zurück. Während Valeera verkauft und somit von ihren Kameraden getrennt wird, fliehen Broll und Krokifutter. Gemeinsam wollen sie die Rätsel ihrer Herkunft lösen. Beide haben keine Ahnung davon, dass ihnen ein Meuchelmörder auf den Fersen ist …

Die Geschichte ist fester Bestandteil des „Warcraft“-Universums. Bereits im Echtzeitstrategiespiel „Warcraft“ wurde der Hauptcharakter eingeführt und war für Jahre verschwunden. Für „World of Warcraft“ holen ihn die Designer aus dem Dunkel der Vergangenheit und bauen ihn im Rahmen des Add-ons „Wraith of the Lich King“ ins Spiel ein. Was nun genau zwischen den beiden Spielen geschah, was es mit dem Charakter auf sich hatte, genau darum dreht sich der Comic.

Dabei wird ordentlich geklotzt. Gestandene Kerle, wunderschöne Frauen, gefährliche Monster und hinterhältige Bösewichter sind Bestandteil der Geschichte. Auf fast jeder Seite wird gekämpft. Dabei werden die Helden schon mal angekratzt, bleiben aber stets siegreich. Sozusagen ein wahrer Heldencomic in Tradition der Spiele – in denen ist der Spieler ja auch stets der Held.

Ebenso wie die Handlug aus der Feder von Walter Simonson, folgen auch die Zeichnungen von Ludo Lullabi dem Stil „World of Warcraft“s. Es handelt sich dabei um einen bunten Comicstil, wie ihn auch gerne Superheldencomics benutzen. Dabei werden Proportionen auch mal überzeichnet. Das ist nun keineswegs schlecht.Im Gegenteil, das ist sehr gefällig. Denn mal ehrlich: Wo „World of Warcraft“ drauf steht, hat auch „World of Warcraft“ drin zu sein. Und das ist hier der Fall. Der Fan bekommt genau das Erwartete geboten. Die Farben können sich jedenfalls sehen lassen. Bunt und satt transportieren sie genau das richtige Gefühl mit den Bildern. Sehr wichtig ist vor allem die Tatsache, dass Szenarien und Orte aus „World of Warcraft“ vorkommen und für einen hohen Wiedererkennungswert sorgen.

Jedes der sieben im Sammelband enthaltenen Kapitel wird übrigens von zwei US-Covern verschiedener Künstler eingeläutet. Die Illustrationen sind zwar etwas klein geraten, aber dennoch ein Augenschmaus. Wer hinter die Kulissen blicken möchte, wird an den Interviews mit Simonson und Lullabi große Freude haben. Die Interviews machen sehr deutlich, wie unterschiedlich beide Männer an den Stoff herangegangen sind und ihre Arbeit an den Comics auffassen.

„Fremder in einem fremden Land“ ist spannende und gute gezeichnete Unterhaltung. Geradlinig wird ein Stück Geschichte aus dem „Warcraft“-Universum erzählt und gleichzeitig eine wichtige Lücke in der Spielhistorie gefüllt. Das macht richtig Laune. Dabei ist der Sammelband keineswegs eine Sache rein für Fans, sondern allgemein für Comicleser und Fantasyliebhaber ein gute Wahl. Vor allem die deutsche Übersetzung von Mick Schnelle – die sich vor allem an der deutschen Version des Computerspiels orientiert – kann sich sehen lassen. Eine runde Sache. (GL)

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