Fullmetal Alchemist 14

fullmetal-alchemist-14Hiromu Arakawa
Fullmetal Alchemist 14

Hagane no Renkinjutsushi, Vol. 14, Japan, 2006
Panini Comics, Stuttgart, 6/2009
TB, Planet Manga, Steampunk, Fantasy
ISBN
9783866077249
Aus dem Japanischen von Burkhard Höfler

www.paninicomics.de
http://gangan.square-enix.co.jp/hagaren/
www.aniplex.co.jp/hagaren/
www.adultswim.com/shows/fullmetalalchemist/index.html
www.animecentral.com/series/series.aspx?ID=4
http://fullmetalalchemist.com.au/

Die Brüder Edward und Alphonse Elric verlieren ihren Körper bzw. Teile davon, als sie verbotene Magie anwenden, um ihre verstorbene Mutter wieder zu beleben. Unter der Ägide von Oberst Roy Mustang wird Ed zum jüngsten Staatsalchemisten, der nur ein Ziel kennt: den Körper seines Bruders, der seither an eine Rüstung gebunden ist, und seinen eigenen Arm und das Bein, die durch eine Prothese ersetzt wurden, zurückzuholen. Seither suchen die Elrics nach dem Stein des Weisen. Während die beiden Nachforschungen anstellen, kommen sie einer gigantischen Verschwörung auf die Spur, deren Wurzeln in die Vergangenheit, bis zum Ishbar-Krieg, zurückreichen. Roy Mustang und seine Kameraden stoßen gleichfalls auf Indizien und müssen feststellen, dass das Militär von Homunkuli infiltriert wurde. Inzwischen ist der Einfluss dieser nahezu unzerstörbaren Kreaturen so groß, dass es sich King Bradley leisten kann, nützliche Mitwisser am Leben zu lassen, denn er kann Roy, Ed und Al erpressen mit dem Wohlergehen jener Menschen, die ihnen am Herzen liegen.

Langsam wird den Freunden klar, dass sie nicht wissen, wem sie noch vertrauen dürfen, denn jeder, mit dem sie es zu tun haben, könnte ein Homunkulus sein. Auch Ling, der freiwillig ein Stück von dem gesuchten Stein aufnahm, ist nicht mehr der, der er einst war, und der geheimnisvolle ‚Vater’, der eine frappierende Ähnlichkeit zu von Hohenheim – dem ungeliebten Vater der Elric-Brüder – aufweist, scheint mehr als nur ein Mensch zu sein. Was haben jene, die im Hintergrund an den Fäden ziehen, wirklich vor? Und wozu die Menschenopfer?

Wer „Fullmetal Alchemist“ nicht seit Beginn verfolgt, kann mit der aktuellen Nummer wenig anfangen, denn die Geschehnisse bauen aufeinander auf, es gibt viele Handlungsebenen und Protagonisten – und es wird vorausgesetzt, dass man mit den Details vertraut ist. Immer wieder wird Bezug genommen auf zurückliegende Ereignisse, wodurch eine dichte Atmosphäre entsteht, die treue Leser immer wieder in den Bann zieht. Obwohl humorige Einlagen regelmäßig die Story auflockern (z. B. die Running Gags, dass Ed höchst ungern auf seinen kleinen Wuchs angesprochen wird oder dass Winry immer wieder mit Ed schimpft, weil er seine Prothesen ruiniert), hat der Spaß-Faktor im gleichen Maße nachgelassen, wie sich Ernsthaftigkeit in die Handlung hinein schlich. Der vordergründige Klamauk ist zunehmend dem Wortwitz und der Situationskomik gewichen, und doch bleibt dem Leser das Lachen oft im Hals stecken, wenn die nächste Tragödie enthüllt wird.

Je mehr man erfährt, umso neugieriger wird man, was wirklich hinter all den mysteriösen Begebenheiten steckt. Auch die Protagonisten sehen vieles differenzierter als zuvor. So begreifen die Staatsalchemisten allmählich, dass sich vor Jahren ein schreckliches Verbrechen in Ishbar zutrug, an dem sie teilweise mitwirkten, und dass Skar, der Rache für sein Volk nehmen will, verständliche Gründe hat. Aber er wird als der Mörder von Winrys Eltern entlarvt, die versucht hatten, den Leidenden zu helfen, so dass auch er nicht frei ist von Schuld. King Bradley erweist sich nicht als der Rädelsführer, sondern ist auch nur ein Handlanger, genauso wie die anderen Homunkuli. Nachdem nun die Fronten abgesteckt sind, müssen Ed, Al, Roy und alle anderen noch subtiler vorgehen, wollen sie das nächste Unheil abwenden.

Die Serie ist voller Anspielungen und Kritik. Beispielsweise sind die Homunkuli nach den diversen Lastern benannt, die agierenden Militärs entsprechen Archetypen und parodieren sich selbst usw. Man kann nach Parallelen zu tatsächlichen Vorkommnissen suchen. Der Ishbar-Krieg hatte ganz andere Hintergründe, als immer behauptet wurde, und die Allmacht des Militärs zeigt ihre negativen Seiten. Die fließende Grenze von ‚normalen’ Menschen und den Trägern von automatischen Prothesen hin zu den Homunkuli spielt auf das umstrittene Klonen an und stellt die Frage in den Mittelpunkt, ab welchem Punkt man aufhört, ein Mensch zu sein.

Trotzdem erfüllt die Serie ihre Aufgabe, Leser beiderlei Geschlechts und aller Altersstufen – insbesondere das reifere Publikum, das die Handlung hinterfragt – gut zu unterhalten. Die Zeichnungen sind comichaft, passen aber zu der Geschichte. In Japan liegen derzeit 22 Tankobons vor, und die Reihe ist noch nicht abgeschlossen. Sie ist so erfolgreich, dass nach einem 51-teiligen Anime und einem OVA nun eine zweite Anime-Serie gestartet wurde. Darüber hinaus gibt es 6 Light-Novels, Games und zahlreiche andere Merchandise Produkte.
„Fullmetal Alchemist“ ist ein spannender Manga, der sehr viel kritischer und intelligenter konzipiert ist als die Masse der Titel. Gefällt das Thema, sollte man zugreifen – aber unbedingt bei Bd. 1 beginnen. (IS)

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