Gokinjo Monogatari 1 – Kiss the Boy next door!

Ai Yazawa
Gokinjo Monogatari 1 – Kiss the Boy next door!

Gokinjo Monogatari Vol. 1, Japan, 1994
EMA, Köln, 1. Auflage: 4/2005
TB, Manga, Romance, Drama, 978-3-7704-6189-9, 198/500
Aus dem Japanischen von Sabine Hänsgen

www.manganet.de
www.toei-anim.co.jp/lineup/tv/gokinjyo/

Mikako Koda ist Studentin an der Yazawa-Kunstakademie. Sie träumt davon, ein eigenes Mode-Label zu kreieren, doch noch sind ihre Erfolge trotz aller Bemühungen eher bescheiden. Eigentlich möchte sich Mikako ganz auf den Unterricht konzentrieren, und für Jungen hat sie gar keine Zeit, doch ihr Sandkastenfreund und Nachbar Tsutomu Yamaguchi beschäftigt ihre Gedanken ständig.

Derweil wird Tsutomu von anderen Mädchen umschwärmt, weil er einem beliebten Pop-Star ähnelt. So führt bald eins zum anderen: Tsutomu lässt sich von seinen Freunden breitschlagen, mit ihnen in eine Karaoke-Bar zu gehen und Mädchen aufzureißen. Dafür versetzt er Mikako, die so gekränkt ist, dass sie nichts mehr von ihm wissen will. Selbst die Entschuldigungen führen nur zu weiteren Missverständnissen.

Plötzlich will die hübschen Mariko Nakasu, die allgemein nur ‚Bodyko’ genannt wird, mit Tsutomu gehen. Obwohl er eigentlich gar nicht an ihr interessiert ist, gibt er nach, denn Mikako, die zufällig Yusuke Tashiro, einen seiner Freunde, kennen lernte, verbringt nun mit diesem ihre Zeit. Allerdings gefällt weder Tsutomu noch Mikako die neue Situation – und es sind Bodyko und Yusuke, die als Erste merken, wie die beiden in Wirklichkeit zueinander stehen…

„Gokinjo Monogatari“ ist nicht das Erstlings-, aber durchaus ein frühes Werk von Ai Yazawa. Die siebenteilige Serie schildert die in sich abgeschlossene Vorgeschichte von „Paradise Kiss“, das bei Panini erschien, und knüpft vage Bezüge auch zu anderen Titeln. Der typische Stil von Ai Yazawa ist hier noch etwas grob, aber unverkennbar. Zu „Gokinjo Monogatari“ gibt es außerdem einen Anime à 50 Episoden und einen halbstündigen Movie.

Ai Yazawa greift Themen auf, die vor allem jungen Mädchen ab 12 Jahren gefallen: Mode, Freundschaft, Liebe. Obwohl die Protagonisten in der vorliegenden Serie junge Erwachsene/Studenten sind, benehmen sie sich eher wie pubertierende Schüler, d. h., sie erkennen ihre eigenen Gefühle nicht und wollen Sandkastenfreundschaften auf einem harmlosen Level bewahren. Eifersucht und Kummer sind die Folge, da das nicht klappt. Es sind ausgerechnet die Freunde, die Mikako und Tsutomu verstehen und für sich die Konsequenzen ziehen.

Ein Happy End gibt es allerdings noch nicht, schließlich bleiben noch einige Bände, in denen die Charaktere ihren Weg gehen müssen, um ihre Träume zu erkennen und zu realisieren, was auch ihr Liebesleben mit einbezieht. Das alles wird relativ flippig und doch kindgerecht erzählt.

Die Zeichnungen sind nicht ganz so detailreich und verspielt wie in „Nana“, dem Top-Titel der Künstlerin, und ein wenig gewöhnungsbedürftig, da sie sehr cartoonhaft wirken.

„Gokinjo Monogatari“ ist nicht so komplex wie „Nana“ oder so ernsthaft wie „Kagen no Tsuki“ und kann als Prequel von „Paradise Kiss“ stehen. Mag man die Themen und ist man ein Fan von Ai Yazawa, sollte man hinein schauen, die Erwartungen aber nicht zu hoch ansetzen, da der Titel doch etwas kindlicher ist als die späteren Serien. (IS)

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Gokinjo Monogatari, Bd. 1

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