Gothic Mystery

Miku Momono
Gothic Mystery

(sfbentry)
Himeyaka na Tousaku, Japan, 2010
EMA, Köln, 03/2013
TB, Manga, Mystery, Drama, Romance
ISBN 978-3-7704-7859-0
Aus dem Japanischen von Josef Shanel und Matthias Wissnet

www.manganet.de

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Von Miku Momono wurde von EMA bereits der Oneshot „Gothic Love” veröffentlicht, der mit „Gothic Mystery” nichts gemein hat.

Miyuki hat ihre Eltern verloren: die sie über alles liebende Mutter und den exzentrischen Vater, einen Puppenmacher. Seither ist sie das Oberhaupt der Familie und bemüht, ihr Erbe beisammen zu halten, denn die Angehörigen glauben, ein so junges Mädchen ließe sich leicht übertölpeln. Hilfe erhält sie von Mikage, einem Waisenjungen, der einst von ihrem Vater adoptiert wurde, damit er auf Miyuki aufpasst. Mikage liebt Miyuki, behält seine Gefühle jedoch für sich, genauso wie Miyuki, die mehr als einen Bruder oder Diener in ihm sieht. Aber dann häufen sich die merkwürdigen Träume, und Miyuki beginnt Mikage aufgrund seines wechselhaften Verhaltens zu misstrauen. Das Tagebuch ihrer Mutter wirft weitere Rätsel auf. Birgt das Atelier des Vaters den Schlüssel zu allen Geheimnissen? Nur widerwillig erlaubt Mikage Miyuki den Zutritt. Und dann passiert es …

Zur Horror-Literatur gehört auch das Motiv der lebenden Puppen, das für „Gothic Mystery“ Pate stand. Miyukis Vater war ein Puppenmacher, der die Perfekte puppe schaffen wollte, wofür ihm kein Opfer zu groß war. Als die Mutter die Gefahr erkannte, in der die Tochter schwebte, zog sie die Konsequenzen. Gebannt ist die Bedrohung dennoch nicht, so dass es schließlich Mikages Aufgabe wurde, Miyuki zu beschützen. Aber ist er dazu überhaupt in der Lage? Will er es auch? Im Leser werden immer wieder Zweifel geweckt und nicht wirklich ausgeräumt. Man hat den Eindruck, dass sich die Mangaka bis zum Schluss nicht im Klaren war, wie sie die Geschichte würde enden lassen wollen, denn Mikages Rolle bleibt dubios bis zum Schluss. Sein Verhalten wird nicht restlos aufgeklärt, und es bleibt jedem selbst überlassen, sich Gedanken zu machen. Die Zeichnungen sind ganz ansehnlich und nicht zu sehr im Gothic- oder Gothic-Lolita-Style, können aber die dünne Handlung nicht ausgleichen.

Sucht man eine kurzweilige Lektüre für eine halbstündige U-Bahn-Fahrt, geht „Gothic Mystery“ in Ordnung. Darüber hinaus ist das kein Titel, den man unbedingt in der Sammlung haben muss. Interessiert man sich für das Thema, findet man Mangas die sich vielschichtiger und spannender damit beschäftigen, z. B. Kaori Yukis „Royal Doll Orchestra“ oder Mitsukazu Miharas „Doll“.

Copyright by 2013 © Irene Salzmann (IS)

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