Hero Heel 1

Makoto Tateno
Hero Heel 1, Japan, 2005

EMA, Köln, 9/2008
TB, Manga, Boys Love, Drama, 978-3-7704-6936-9, 178/650
Aus dem Japanischen von Monika Hammond

www.manganet.de

Der junge Schauspieler Masaki Minami bekommt die Hauptrolle in einer Action-Serie für Kinder. Da er den Job nicht sonderlich ernst nimmt, blamiert er sich schon bei den ersten Szenen. Vor allem das überhebliche Verhalten von Kazuomi Sawada, der seinen Gegner in der Reihe verkörpert, wurmt Minami.

Schließlich überwindet er seinen Stolz und besorgt sich die Videos von Sawadas früheren Filmen. Minami erkennt, dass der Kollege über reichliche Erfahrungen gerade in diesem Genre verfügt und schaut sich so manchen Trick ab.

Warum er jedoch unbedingt Sawadas Anerkennung erringen will, begreift Minami erst, als er ihn zusammen mit wechselnden Männer-Bekanntschaften beobachtet. Sawada leugnet nicht, homosexuell zu sein. Minami ist verwirrt, betroffen, neugierig – und unglücklich verliebt. Er lässt sich mit Sawada auf einen One-Night-Stand ein…

Von Makoto Tateno sind in den letzten Jahren einige Serien und Oneshots veröffentlicht worden: „Yellow“, „Martini for Two“, „Hate to Love You“, „Cute x Guy“. Die meisten ihrer Titel sind der Boys Love zuzuordnen. Innerhalb dieses Genres bemüht sich die Künstlerin, mit abwechslungsreichen Themen aufzuwarten. So kombiniert sie mit Krimi-Elementen, siedelt die Story im Schüler-Milieu oder im Showbiz an etc. Nicht selten sind ihre Protagonisten über 20 Jahre alt und warten mit Problemen auf, die auch reifere Leserinnen interessieren.

Dies trifft auch auf „Hero Heel“ zu. Durch ihren Beruf lernen sich zwei junge Männer kennen und müssen sich miteinander arrangieren. Während der eine schnell von seinem hohen Ross herunter geholt wird, sich erst nach Beachtung und schließlich nach Liebe sehnt, gibt sich der andere kühl und unnahbar – eine Paarung, wie man sie oft antrifft. Minami bekommt schließlich, was er will, aber nicht so, wie er es sich vorgestellt hat. Die Enttäuschung ist groß, und ob er sie verkraften kann, wird erst der nächste Band verraten.

An sich ist das nichts Neues, und doch stellt das Setting eine wohltuende Abwechslung in einem Genre dar, das vor allem von Serien dominiert wird, die um die ersten mehr oder minder explizit geschilderten Erfahrungen von Schülern kreisen. Minamis Entwicklung wird überzeugend beschrieben. Hingegen bleibt Sawada ein mysteriöser Charakter, der seine Geheimnisse nicht so schnell preisgibt. Dadurch bleibt die Spannung erhalten: Alles ist möglich.

Die zarten Illustrationen weisen weniger Fehler auf als die in den älteren Werken von Makoto Tateno. Sie hat sich deutlich weiter entwickelt; die für sie charakteristischen Gesichter und schlanken Körper sind dennoch unverkennbar. Den Figuren und ihrer Inszenierung widmet sie mehr Aufmerksamkeit als den Hintergründen. Die erotischen Momente dosiert sie sparsam, doch gibt es genug zu sehen, was rechtfertigt, dass der Manga in Folie eingeschweißt ausgeliefert wird.

„Heero Heel“ wendet sich an Leserinnen ab 16 Jahren, die das Genre Boys Love und vor allem Geschichten mit Biseinen schätzen. Es empfiehlt sich, ein wenig in dem Band zu blättern, um festzustellen, ob Thema und Stil gefallen. (IS)

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Hero Heel 01

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