Hero Heel 3

hero-heel-3Makoto Tateno
Hero Heel 3, Japan, 2007

EMA, Köln, 4/2009
TB, Manga, Boys Love, Drama, 978-3-7704-6940-6, 184/650
Aus dem Japanischen von Monika Hammond

www.manganet.de

Der junge Schauspieler Minami bewundert die Leistungen seines älteren Kollegen Sawada und möchte ihm nacheifern. Als Minami herausfindet, dass Sawada wechselnde Männerbeziehungen unterhält, lässt er sich aus Neugierde auf einen One-Night-Stand ein – und wird bitter enttäuscht, da Sawada ihn von nun an mit harschen Worten auf Distanz hält. Darunter leiden schließlich auch die Dreharbeiten.

Minami findet Trost bei Katagiri und glaubt, dass er über Sawada hinweg ist, als dieser mit seinem früheren Lover Takagi erneut zusammen kommt. Allerdings ist es nun Sawada, der Minami nicht in Ruhe lassen will und seine Spielchen mit den Gefühlen des Jüngeren treibt. Katagiri und Tagaki zeigen sich immer wieder tolerant, da sie die Männer, die sie lieben, nicht verlieren wollen.

Dann verletzt sich Sawada bei einem Stunt, spielt seine Probleme jedoch herunter, da er die letzten Szenen, die noch gedreht werden müssen, nicht gefährden will.

Trotz starker Schmerzen erfüllt er seine Rolle und bringt Minami auf diese Weise dazu, ebenfalls sein Bestes zu geben. Und das Gefühlschaos wird noch schlimmer…

Die beiden Handlungsstränge, zum einen die Ereignisse am Set, zum anderen das Privatleben der Protagonisten, die miteinander verwoben sind, werden im letzten Band von „Hero Heel“ zu einem Abschluss geführt, der alle noch offenen Fragen zufrieden stellend beantwortet.

Lange waren Sawadas Motive unklar, denn er gab Minami im Wechsel Zuckerbrot und Peitsche, so dass dieser nicht von ihm loskam, obwohl er in Katagiri einen viel netteren und verständnisvollen Partner finden konnte. Tatsächlich ist Katagiri der sympathischste Charakter, und man ahnt früh, dass er der große Verlierer sein wird, da er das Glück des Menschen, den er wirklich liebt, über sein eigenes stellt.

Immer wieder lenkt er die Geschehnisse in die richtigen Bahnen, damit es ein Happy End geben kann.

Dabei wirkt die Handlung so manches Mal arg konstruiert. Beispielsweise riskiert Sawada einen Totalausfall, als er trotz der sich verschlimmernden Verletzung die Arbeit fortsetzt. Was mutig und selbstlos sein soll, ist verantwortungslos. Dass er natürlich erst nach der letzten Szene zusammenbricht, ist zu schön, um wahr zu sein. Auch läuft ihm Minami wie ein Hündchen die ganze Zeit hinterher und bringt sich selber wieder und wieder in peinliche Situationen, über die Katagiri und Takagi lange Zeit viel zu großzügig hinweg sehen, statt die Konsequenzen zu ziehen, zumal sie früher als Sawada und Minami erkennen, wie alles enden wird.

Für den Leser ist das Finale daher auch keine große Überraschung – es kommt in solchen Geschichten ohnehin auf das Wie und die romantisch-erotischen Bilder an, die das Zusammensein der Paare mehr oder minder explizit beschreiben. In dieser Hinsicht erfüllt Makoto Tateno die Erwartungen, wie man es von ihr gewohnt ist. Die Illustrationen sind zart und Personen bezogen. Man weiß, was passiert, aber es wird mehr angedeutet, als im Detail gezeigt. Einige anatomische und perspektivische Fehler fallen hin und wieder auf, trüben aber nicht den Lesespaß.

„Hero Heel“ wendet sich an Leserinnen ab 15 Jahren, die Boys Love mögen. Drei Bände sind überschaubar, und wenn man den Stil der fleißigen Künstlerin („Yellow“, „Cute x Guy“, „Martini for Two“ etc.) schätzt, sind sie ihr Geld sicherlich wert. Positiv fällt auf, dass es sich bei den Protagonisten um Erwachsene handelt und die Geschichte nicht im überstrapazierten Schüler-Milieu angesiedelt ist. (IS)

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