Highschool Love 3

Kaori Monchi
Highschool Love 3

Seitokaichou Ni Chokoku, Vol. 3, Japan, 2008
EMA, Köln, 12/2008
TB, Manga, Boys Love, 978-3-7704-6854-3,224/650
Aus dem Japanischen von Monika Klinger

www.manganet.de
www.shion.sakura.ne.jp/vmonchi/index.htm

Chiga und Kokusai haben schon seit einer geraumen Weile Sex, aber keine Liebesbeziehung, denn Chiga steht eigentlich auf Mädchen und pflegt viele Bekanntschaften, die ihn sehr gern verwöhnen. Darum will sich Kokusai keinen Illusionen hingeben, dass jemals mehr aus der Sache werden könnte.
Keiner der beiden ahnt, wie sehr sich der andere in Wirklichkeit nach einer festen Freundschaft sehnt. So werden romantische Momente, in denen die entscheidenden Worte bereits auf der Zunge liegen, veralbert und Chance um Chance vertan.

Sie sind jedoch nicht die Einzigen, deren Beziehung auf der Stelle tritt. Einige ihrer Mitschüler wissen ebenfalls nicht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollen und befürchten, dass der andere lediglich an einem One-Night-Stand interessiert ist. Prompt kommt es zu einigen bizarren Spielchen, als sie alle bei einer schulischen Veranstaltung in Frauenkleidern erscheinen müssen…

„Highschool Love“ zählt zu den Mangas, bei denen man als Leser immer etwas ratlos ist, weil die eigentliche Geschichte im Gefühlschaos der Protagonisten und dem fortwährenden Hin und Her untergeht. Statt einer richtigen Handlung, die die Beziehungen voran bringt, findet man bloß eine Aneinanderreihung kurioser Episoden zu einem bestimmten Thema (Stalking, U-Bahn-Grabscher, Drag-Queens usw.), in denen selten etwas Spannendes passiert. Sie liefern in erster Linie den Rahmen für die Reflexionen der jungen Männer und für explizite Sex-Szenen, die gewissermaßen das einige ‚Action-Element’ darstellen.

Im Mittelpunkt steht die Freundschaft von Kokusai und Chiga, die heißen Sex und genauso heiße Sex-Phantasien haben, aber nicht miteinander darüber sprechen, was sie sich insgeheim wünschen. Beide sind ineinander verliebt, aber jeder fürchtet sich davor, einen Korb zu bekommen. Darum geben sie sich mit dem zufrieden, was sie haben, und leiden still vor sich hin, während nach Außen die Fassade gewahrt wird. Die Geschehnisse, die sich um die Nebenfiguren ranken, laufen ähnlich ab und geben kaum Impulse.

Der Still der Illustrationen ist Geschmackssache: Sie sind zart und skizzenhaft, haben sich aber gegenüber den früheren Episoden etwas weiter entwickelt und sind gefälliger geworden. Da sich einige Charaktere sehr ähneln, muss man mitunter zweimal hinschauen, um zu wissen, wer gerade agiert.

„Highschool Love“ wendet sich an Leserinnen, die mindestens 16 Jahre alt sind und Spaß an komplizierten Beziehungskisten haben. Man sollte in Kauf nehmen können, dass die Handlung nur aus dem Hin und Her der Protagonisten und einigen expliziten Szenen besteht. Erwartet man eine richtige Story, die mehr zu bieten hat und BL als würzendes Element einbindet, ist man vielleicht mit einem anderen Titel besser beraten. (IS)

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Highschool Love 03

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