Hot Beast

Kasane Katsumoto
Hot Beast

Mehyo to Chujitsu na Geboku, Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 2/2009
TB, Manga, Erotik
ISBN 9783867196048
Aus dem Japanischen von Yvonne Gerstheimer
Ab 18 Jahre – für Kinder und Jugendliche nicht geeignet!
www.tokyopop.de

Kasane Katsumoto schreibt und zeichnet Mangas im Bereich Shojo, mehr noch Josei und siedelt die Geschichten im Schüler- („Hands Off!!“) und dem Milieu junger Erwachsener („Deep Kiss“, „Deep Sex“ etc.) an. Vor allem ihre an ältere Leserinnen gerichteten Titel beschreiben Beziehungen, die frei von Teenager-Illusionen sind und in denen Sex eine wichtige Rolle spielt.

„Hot Beast“ beinhaltet vier in sich abgeschlossene Storys. Einige der Figuren kennt man aus anderen Büchern, doch ist es nicht notwendig, diese gelesen zu haben, um den Geschehnissen folgen zu können: Ran wird von ihren Freundinnen beneidet, denn die Lover, die sie an Land zieht, sind reife Männer mit gutem Einkommen. Als ein Date platzt, ist es Keita, an dem sie ihren Unmut auslässt. Wie immer erträgt Keita, den Ran seit der Grundschule kennt, alles geduldig. Plötzlich wird Ran bewusst, dass ihr ruhiger, zuverlässiger Kumpel gar nicht so übel aussieht. Was als harmloses Spiel beginnt, entwickelt sich zu etwas, was Ran nicht geplant hatte – denn Keita, lässt man ihn gewähren, wird zum „Hot Beast“.

Nach einer durchzechten Nacht erscheint die Studentin Asami unpassend gekleidet und verspätet zu ihrem ersten Praktikumstag in der Schule. Die Kollegen sind irritiert, die Schüler begeistert. Während der Zigarettenpause auf dem Dach lernt sie den Problemschüler Yashima kennen, dessen Frechheit sie nicht gewachsen ist. Allerdings spürt sie, dass er eine Last mit sich trägt, und möchte ihm helfen. Es kommt zum „feurigen Kuss auf dem Dach“, und Asami erliegt Yashimas Verführungskünsten.

Nene wird von ihrem Verlobten Akira oft allein gelassen. Selbst an ihrem Geburtstag sind ihm Kundengespräche wichtiger, und er schafft es nicht einmal, kurz bei ihr vorbei zu schauen. Wütend lässt sie sich auf das Angebot von Yukito ein, der sich dafür revanchieren möchte, dass sie ihm aus der Patsche geholfen hat. Nach der Feier in einem Host-Club ist er jedoch pleite und nistet sich bei Nene ein. Nicht lange, und sie reagiert auf „seine heißen Blicke“. Natürlich kommt Akira dahinter, aber darf jemand mit Steinen werfen, der selber im Glashaus sitzt?

Airi ist enttäuscht von ihrem Lover, da er ihre Erwartungen überhaupt nicht zu erfüllen weiß. Spontan springt sie aus dem Auto und kündigt ihm die Freundschaft. Die Reue folgt schnell, denn es ist Abend, sie befindet sich in einem Funkloch, und die Straße ist verkehrsarm. Notgedrungen hält sie ein Motorrad an, das sich in die Einöde verirrt hat, und lässt sich von Takeshi mitnehmen. Er bringt sie jedoch nicht in die Stadt sondern in „das Haus der Seelenberührung“. Schon bald macht es Airi Spaß, mit anzupacken, um Takeshis altes Haus wohnlich herzurichten – und plötzlich ist sie verliebt. Dann jedoch passiert ein Unglück.

Allen Erzählungen ist gemein, dass in ihnen junge Frauen im Mittelpunkt stehen, die längst nicht mehr von der großen Liebe träumen, sondern sich von materiellen Erwägungen leiten lassen und der unkomplizierten Beziehung als Geliebte eines verheirateten Mannes den Vorzug geben. Ein unabhängiges Leben, Geld und Besitz, guter Sex ohne Liebes-Stress ist ihnen wichtig.

Ohne dass sie es wollen, kommt dann jedoch unverhofft die Liebe durch die Hintertür in Form einer Zufallsbekanntschaft oder eines alten Freundes, den man zuvor nie als potentiellen Lover betrachtet hat. Allerdings werden die tiefen Gefühle stets durch großartigen Sex ausgelöst, und das Verständnis füreinander kommt erst an zweiter Stelle. Ab diesem Punkt verwandeln sich die selbstbewussten Frauen in willige Gespielinnen, die alles aufgeben, was ihnen bislang etwas bedeutet hat. Man muss bloß die richtigen Stellen bei ihnen drücken, und man(n) kann mit ihnen machen, was er will, und sie unterwerfen sich ihm auch noch dankbar und kompromisslos.

Das Frauen-Bild, das hier entworfen wird, ist sehr einseitig und klischeehaft und dürfte eher Männer-Phantasien als die der Leserinnen bedienen. Man kann nur hoffen, dass das Publikum ab 16 Jahren zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden wissen und nicht alles für bare Münze nehmen, was ihm hier aufgetischt wird.

Wer Smut mag, kommt bei „Hot Beast“ durchaus auf seine Kosten, denn die zarten Zeichnungen sind sehr explizit und überlassen nichts der Phantasie, auch wenn nur der weibliche Körper in allen Details gezeigt wird. Der Titel fällt in dieselbe Kategorie wie beispielsweise „Honey x Honey Drops“, „Vernasch mich“, „Royal 17“, „Love Celeb“ oder „Stroke Material“. Wem das zu einseitig und extrem ist, der dürfte mit Titeln, die mehr auf romantische Beziehungen setzen, darunter „Bokura Ga Ita“, „Tramps Like Us“, „Lebe deine Liebe“, „Train Man“ oder „Tenshi Ja Nai!!“, besser beraten sein. (IS)

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