Hot Dinner

Kasane Katsumoto
Hot Dinner

Yuwaku no bansan, Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 1/2009
TB, Manga, Erotik, 978-3-86719-612-3, 176/650
Aus dem Japanischen von Yvonne Gerstheimer

www.tokyopop.de

Nachdem über die letzten Jahre hinweg ausschließlich die Fans von Shonen Ai und zärtlicher Romantik mit viel Humor bedient wurden, kommen nun auch die etwas älteren Leserinnen zu ihrem Recht, die gegen prickelnde Erotik, sowohl zwischen homosexuellen oder Hetero-Pärchen nichts einzuwenden haben. Vor allem die Kurzgeschichtenbände von Kasane Katsumoto berücksichtigen den Geschmack letzterer. Nach „Deep Kiss“, „Deep Sex“ und „Hot Days“ ist nun „Hot Dinner“ erschienen.

Yuri Shiba, die Heldin der Titelgeschichte „Hot Dinner“, hat eigentlich beschlossen, keine feste Beziehung mehr einzugehen, da ihre letzten Freunde eine bittere Enttäuschung für sie waren. Sie zieht lieber kurze und knackige One Night Stands vor, auch wenn sie davon nicht immer alle vergessen kann. Dann wird sie auf der Arbeit von dem Abteilungsleiter Keigo Toyama für eine spezielle Aufgabe beansprucht. Der Mann gilt unter den Kolleginnen als karrieresüchtig, unnahbar und kalt. Doch schon während der gemeinsamen Arbeitsessen lernt die junge Frau ihn von einer ganz anderen Seite kennen, und schließlich enthüllt ihr wilder und harter Sex, was er eigentlich die ganze Zeit schon von ihr wollte.

Ayame hat die Aufgabe übernommen, das Haus ihrer Tante für die kommenden zwei Wochen zu hüten und genießt die Einsamkeit in der abgelegenen Waldhütte. Doch dann taucht überraschend noch ein zweiter Gast auf, der sie in ihren Freiheiten beschneidet. Allerdings ist Takafumi, der Stiefsohn ihrer Tante, gar nicht so übel, wie zunächst gedacht, und die beiden entdecken, dass das Haus auch ein „Paradies für zwei“ sein kann, mit allen erotischen Konsequenzen.

Risa arbeitet als Model und genießt es, auf der Bühne und im Rampenlicht zu stehen. Allerdings muss sie sich schon bald eingestehen, dass ihr Erfolg nicht nur schöne Seiten hat, denn sie muss dabei auf eines verzichten: auf einen festen Freund. Das ist gar nicht so einfach, da sie sich in einen Kollegen verliebt hat, der ähnlich fühlt. Und so versuchen die beiden, ihre Beziehung vor der Agentur geheim zu halten – bis „Der Kosmeen-Liebesschwur“ alles ans Licht bringt.

Eines ist bei so gut wie allen Liebesgeschichten von Kasane Katsumoto auffällig: So selbstbewusst und modern die jungen Frauen auch sein mögen, immer dann, wenn sie mit dem Mann zusammen kommen, der wie für sie gemacht zu sein scheint, werden sie zurückhaltend, reagieren fast schon ängstlich auf seine, manchmal nicht gerade sanfte Annäherung, die mit Zärtlichkeit nicht viel zu tun hat.

Dominant und federführend ist auch in den Sex-Szenen immer der Mann; das größte Glück ist es ganz offensichtlich, sich von dem Geliebten einfach nur mit allen Sinnen nehmen zu lassen und Liebe mit Lust zu verwechseln.

Das ist sicherlich eine Spielart der Erotik, die auch in vielen westlichen Romanen zu finden ist, aber auf Dauer langweilt, wenn man bereits zu viel davon kennt. Zudem erweisen sich die recht flachen Geschichten für die Mädchen, die ihre erotischen Gefühle und Leidenschaften gerade erst entdecken, nicht unbedingt als gute Ratgeber, da sie diesen vorspiegeln, nur Passivität in der Liebe sei richtig.

„Hot Dinner“ bedient alles in allem klassische erotische Klischees in einer Darstellung, die zwar geschmackvoll, aber nicht immer zärtlich ist und vor allem jungen Leserinnen ein sehr einseitiges und vor allem konservatives Bild vom Miteinander der Geschlechter bietet. (CS)

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Hot Dinner

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