Hot Office

hot-officeKasane Katsumoto
Hot Office

Ousama no iinari, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 5/2009
TB, Manga, Erotik
ISBN 9783867196369
Aus dem Japanischen von Yvonne Gerstheimer
Leseempfehlung: ab 16 Jahre!

www.tokyopop.de

Kasane Katsumoto ist inzwischen eine feste Größe bei Tokyopop geworden. Sie steht für eine neue Strömung in den Mangas, die in den letzten Monaten immer mehr um sich greift. Ihre Liebesgeschichten richten sich vor allem an Leserinnen, die in der Liebe nicht nur verschämte Küsse und romantisches Liebesgeflüster sehen, sondern auch prickelnde Erotik vorgesetzt bekommen wollen. So kommen die Helden in ihren Geschichten immer recht schnell zur Sache – zu wildem und leidenschaftlichen Sex. Anders als in ihren früheren Mangas wie „Hot Beast“, „Hot Dinner“ oder „Deep Sex“ sind die Geschichten in „Hot Office“ enger miteinander verbunden. Alle spielen in ein und derselben Firma für Elektronikteile, so dass man immer wieder auch bereits früher erwähnten Figuren begegnen kann, ohne jedoch die anderen Geschichten wirklich kennen zu müssen. Und wie so oft dreht sich alles um hübsche junge Mädchen, die erst vor ein paar Monaten die Schule verlassen haben und als Bürogehilfinnen arbeiten, die noch keine feste Stelle zu haben scheinen. Und nicht wenige von ihnen halten bereits nach einem geeigneten Partner Ausschau, mit dem sich vielleicht mehr als nur ein harmloser Flirt entwickeln können. Dabei sind vor allem die Abteilungsleiter heiß begehrte Beute.

Die junge Uehara betrachtet sich selbst als Spätzünderin, denn immer wenn sie ein Auge auf einen Mann geworfen hat, schnappt ihn sich eine andere. Und so bleibt ihr schließlich nichts anderes übrig, als an anderer Stelle nach dem Richtigen zu suchen. Und den findet sie schließlich im Archiv, das allgemein als Abschussposition gilt. Wer dort landet hat keine Aufstiegschancen mehr. Und doch erweist sich der dort arbeitende Ogura in mehr als nur einer Hinsicht für das junge Mädchen schon bald als ‚Wolf im Schafspelz’. Und auch sein Rivale Ichimura hat es faustdick hinter den Ohren. Der Vertriebsleiter scheint es zu genießen, dass die Berufsanfängerinnen auf ihn stehen und nutzt das sehr schamlos für ‚“Verantwortungslose Spielchen“ aus.

Auch die beiden anderen Geschichten, „Die Einladung des Schürzenjägers“ und „Des Königs Dienerin“, spielen sich nach dem gleichen Schema ab. Ein eher unbedarftes Mädchen lässt sich getreu nach dem Motto ‚halb zog sie ihn, halb sank er hin’ von den bereits länger in den Firma arbeitenden Männer verführen, und dem Sex folgt meistens sehr schnell die Erkenntnis nach, dass sie ihn ja doch irgendwie liebt und er sie bestimmt auch. Und leider lässt sich auch diesmal wieder feststellen: Da mag die Heldin noch so selbstbewusst und modern wirken, immer dann, wenn ‚der’ Mann ins Spiel kommt, verfällt sie in ein geradezu reaktionäres und passives Frauenbild. Dominant und federführend ist in den Sex-Szenen immer der Mann; das größte Glück ist es ganz offensichtlich, sich von dem Geliebten einfach nur mit allen Sinnen nehmen zu lassen und Liebe mit Lust zu verwechseln.

Auch „Hot Office“ bedient gängige erotische Klischees, die zwar bei erstmaligem oder dosiertem Lesen erotisch wirken mögen, aber durch die ständige Wiederholung der immer gleichen Verhaltensweisen penetrant langweilen und vor allem durch das erzkonservative Bild der Frauenrollen und die alt gedienten Klischees, wie zum Beispiel ‚Frauen gehen nur ins Büro arbeiten, um sich da einen Ehemann zu angeln’, regelrecht ärgert. (CS)

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