Killing Iago

Zofia Garden
Killing Iago

Carlsen Manga, Hamburg, 2/2009
TB, dt. Manga, Boys Love, Drama
ISBN 9783551784599
4 Farbseiten
www.carlsenmanga.de
www.mangaka.de/index.php?page=zofia-garden

Der Sänger Tedd Jigsaw stürmt mit seinen Songs die Hitparaden und wird von weiblichen und männlichen Fans gleichermaßen bewundert. Probleme hat er jedoch mit dem schwierigen Produzenten Norio Yagi, der nahezu alle Spitzenkünstler unter Vertrag hat, sie fördert oder ruiniert. Wer nicht für Norio arbeitet, dem fehlt ein Stück Reputation, aber wer sich mit ihm einlässt, weiß nicht, was auf ihn zukommt. Schließlich können sich Tedd und Norio einigen, doch der Vertrag, den Tedd – betrunken und ohne ihn gelesen zu haben – unterschreibt, ist ein gänzlich anderer: Er bestimmt den Studenten Kousuki Kogi zu seinem Vormund!

Tedd kennt Kou überhaupt nicht und hält ihn zunächst für einen durchgeknallten Fan. Dann findet er jedoch heraus, dass sich sein neuer Mitbewohner gar nicht für ihn interessiert und ihn lediglich benutzen will, um sich an einem früheren Lover zu rächen. Aber ist das wirklich alles? Und unter welchen Traumata leidet Tedd selber?

„Killing Iago“ entführt Leserinnen ab 16 Jahren in das momentan überaus populäre Showbiz. Zofia Garden baut als Hintergrund eine Mischung aus hartem Geschäft und glitzernder Traummaschine auf, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, denn das Wesentliche sind die Geschichten, die jede der Hauptfiguren geprägt haben und durch die sie miteinander verbunden sind. Im Laufe der Handlung werden Geheimnisse aufgedeckt, wird Vergangenheitsbewältigung betrieben und die große Liebe gefunden. Anders als die meisten Mangas ist „Killing Iago“ sehr textlastig (was nicht allein daran liegt, dass das Deutsche mehr Worte benötigt als das Japanische oder Englische), denn die Dialoge und Gedanken der Figuren spielen die tragende Rolle. Sie erklären das komplizierte Beziehungs- und Gefühlsgeflecht, das wesentlich verzweigter ist, als man zunächst annimmt.

Tatsächlich bedient sich die Künstlerin eines gängigen Themas, doch immer wenn man gedacht hat, dass nun alle Knoten gelöst sind, setzt sie noch eine Problematik drauf. Nichts ist so, wie es im ersten Moment schien, die Handlung vollzieht plötzlich einen Richtungswechsel, und die Konflikte wollen gar kein Ende nehmen (es ist sogar ein zweiter Band in Planung). Obwohl alles ineinander greift, wirken die Geschehnisse stellenweise etwas konstruiert, als habe Zofia Garden das Handlungsgerüst weit mehr ausschmücken müssen, um das Seitensoll zu erfüllen, als sie ursprünglich geplant hatte. Letztlich kommt es nach vielen Hürden und Klippen für die Protagonisten so, wie man es erwartet hat – und ist zufrieden mit dem vorläufigen Ende.

Die Illustrationen sind detailreich und ansprechend. Man sieht, dass in dem Band sehr viel Arbeit steckt. Erotische Szenen würzen von Zeit zu Zeit, ohne dass wirklich etwas zu sehen ist. Zofia Garden debütierte innerhalb der Chibi-Reihe von Carlsen mit „Im Namen des Sohnes“. „Killing Iago“ ist ihr erster umfangreicher Manga, der durch eine komplexe Story und Zeichnungen von gleich bleibendem Niveau auffällt und Beachtung verdient. Der Titel wendet sich an ein Publikum, das das Genre Boys Love schätzt. (IS)

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