Liebe, Lust und Leidenschaft – Die Ducks von Sinnen

Disney Enterprises Inc./Egmont-Ehapa/Hella von Sinnen (Hrsg.)
Liebe, Lust und Leidenschaft – Die Ducks von Sinnen (Comics von Carl Barks, ausgewählt und kommentiert von Hella von Sinnen)

Egmont-Ehapa, Köln, Originalausgabe: 10/2009
HC-Albumim Überformat, Ehapa-
Comic-Collection, Funny, Adventure, Fantasy, SF, Krimi, 9783770433100, 362/3995
Aus dem Amerikanischen von Dr. Erika Fuchs
Titelillustration und Zeichnungen von Carl Barks
Zeichnungen von Hella von Sinnen, Fotos von Hella von Sinnen und Ilona Klimek
Kommentare von Hella von Sinnen

www.egmont-comic-collection.de/

 

Liebe, Lust und Leidenschaft

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Weshalb ausgerechnet Hella von Sinnen, bekannte Kabarettistin, Schauspielerin, Moderatorin, Synchronsprecherin und Autorin, dazu berufen wurde, ein Comic-Album mit Geschichten von Carl Barks zu erstellen, wird leider nicht verraten. Vielleicht weil sie sich im Rampenlicht ähnlich chaotisch gibt wie Donald Duck – und sie dies in den Kommentaren bewusst als unterhaltendes Element einsetzt? Selber sagt Hella von Sinnen nur, dass sie viel Spaß an den chaotischen Abenteuern von Donald Duck hat und nach Sichtung des Gesamtwerks von Carl Barks jene auswählte, die ihr persönlich besonders gut gefallen.

Damit erklärt sie auch, warum Nachbar Zorngiebel gar nicht erscheint, Daisy keine große Rolle spielt, die Panzerknacker nur einmal auftauchen und Haus-, Wild- und Fabeltiere wiederkehrende Motive sind. Außerdem vertreten sind natürlich Onkel Dagobert und Oma Duck, Tick, Trick und Track, Daniel Düsentrieb und Gustav Gans sowie Gundel Gaukeley. Die Genrebandbreite reicht vom alltäglichen Wahnsinn über Krimi bis hin zur Fantasy und Science Fiction.

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Was man leider vermisst, sind Angaben, wann die einzelnen Geschichten von Carl Barks geschaffen und in welchen deutschen Publikationen sie bereits veröffentlicht wurden (wie das bei den meisten anderen Alben und Sammelbänden der Fall ist). Denn viele/alle Erzählungen hat man irgendwann und irgendwo schon einmal gelesen, u. a. in den Reihen „Barks‘ Onkel Dagobert“ und „Barks‘ Donald Duck“.

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Auf rund 360 Seiten sind 21 Geschichten enthalten, die zwischen 6 und 30 Seiten lang sind. Auf die Kommentare entfallen 2 bis 4 Seiten. Das heißt, etwa 300 Seiten des Buchs bieten bunte Abenteuer, die restlichen teils interessante, meist aber schrille Anmerkungen, die durch Abbildungen (Auszügen aus Comics, Fotos, Zeichnungen) aufgelockert werden. Wie man diese Ausführungen bewerten möchte, ist Geschmackssache und bleibt jedem selbst überlassen.

Das gilt auch für den Titel „Liebe, Lust und Leidenschaft“. Hella von Sinnen schreibt: „Ich LIEBE Donald Duck, Ich hatte LUST auf meine Lieblingsgeschichten. Ich habe mit LEIDENSCHAFT das Gesamtwerk von CARL BARKS durchstöbert (…)“. Die Comics selber haben mit diesen drei Schlagwörtern eher wenig zu tun; man kann nur einige Charaktere mit ihnen verbinden, z. B. Onkel Dagoberts Liebe zum Geld, die Lust von Tick, Trick und Track, ihre Onkel in ein Abenteuer zu begleiten, und die Leidenschaft, mit der Gundel Gaukelei dem Glückstaler hinterherjagt.

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Als seine Neffen bitten, das Hündchen Fifi behalten zu dürfen, das ihnen ihr Freund Herbert geschenkt hat, findet Onkel Donald, dass für die Familie nur „Der russische Rassehund“ infrage kommt. Während die Kinder mit Fifi viel Spaß haben, bemüht sich Donald vergeblich, den angeblich hochintelligenten Rolly so abzurichten, dass er Befehle befolgt. Und als er es dann endlich einmal tut, kommt es fast zur Katastrophe – wäre Fifi nicht gewesen.

Donald und seine Neffen möchten den Zirkus besuchen, aber sie sind pleite. Nach langem Hin und Her beschließt Donald, ein Schmuckstück zu versetzen, das ihm Daisy zur Aufbewahrung gab. Da der Zahltag nahe ist, will er es umgehend wieder auslösen, ohne dass Daisy etwas davon erfährt. Auf dem Weg zum Pfandleiher passiert jedoch das Unglück: Der Schmuck geht verloren, Daisy möchte ihn abholen …, und „Die Jagd nach der Brosche“ wird immer dramatischer.

Tick, Trick und Track sind unzufrieden mit ihrem Onkel. In der Stadt gibt es so viele angesehene Männer – warum nur ist Donald so ein Loser? Seit er eine Flöte besitzt, ist er „Der Schlangenbeschwörer“. Sie bringen ihn zu einem Spezialisten, der nach einem Test herausfindet, dass Donald zum Detektiv berufen sei. Gegen seinen Willen wird er losgeschickt, um herausfinden, warum eins von Onkel Dagoberts Schiffen gesunken ist. Was er stattdessen aus dem Gewässer holt, ist eine Seeschlange, die von seinem Flötenspiel betört ist.

Als die Neffen Donald bei einer Biologie-Hausaufgabe um Rat fragen, kann er ihnen nur schwerlich helfen. Das löst bei ihm einen wahren „Pflanzenfimmel“ aus. Überall sind nun Blumen, nichts ist vor ihnen sicher, auch nicht das Spielzeug der Kinder. Diese beschließen, ihren Onkel auf drastische Weise zu kurieren: mit einer fleischfressenden Pflanze.

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Das sind nur einige Beispiele für die Auswahl, die Hella von Sinnen getroffen hat – und es ist eine schöne Auswahl, denn die Storys sind spritzig, abwechslungsreich und amüsant. Die ausdrucksstarken Zeichnungen von Carl Barks, seine Ideen und Charakterisierungen sind legendär. Dass der Wortwitz hervorragend ins Deutsch übertragen wurde, ist der genialen Übersetzerin Frau Dr. Erika Fuchs zu verdanken.

Ja, es ist ein schönes Hardcover-Album im Überformat mit etwas Drumherum und einer schönen Auslese, die Disney-Fans aller Altersstufen gefallen wird, sich aber in erster Linie an Sammler wendet, denn knapp 40 Euro sind kein Taschengeldpreis.

Copyright © 2016 by Irene Salzmann (IS)

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