Love Celeb 3

Mayu Shinjo
Love Celeb 3

Love Celeb – King Egoist, Vol. 3, Japan, 2005
EMA, Köln, 11/2008
TB, Manga, Romance, Comedy, 978-3-7704-6913-0, 192/650
Aus dem Japanischen von Stefan Hofmeister

www.manganet.de
www.mayutan.com

Ginzo Fujiwara, einer der mächtigsten Männer Japans, öffnet Kirara Nakazono die richtigen Türen ins Showbiz, so dass das nicht sonderlich talentierte Mädchen ein Star wird. Längst hat sich Kirara in ihren Gönner verliebt, aber da er den Ruf eines Schürzenjägers hat und nie über Gefühle spricht, verweigert sie sich ihm. Das ist Gin überhaupt nicht gewöhnt, und darum begehrt er die ‚dämliche Jungfrau’ umso mehr.Sogar das Drehbuch lässt Gin immer wieder umschreiben, um Kirara nahe zu sein und sie öffentlich zu entjungfern. Die heißen Szenen verfehlen auch nicht auf Koki Shirokane, einen populären Schauspieler, ihre Wirkung, so dass er mit Gin um Kiraras Gunst zu wetteifern beginnt.

Das alles nimmt ein abruptes Ende, als Gin die Nachricht erhält, dass sein ganzes Vermögen an die Inuzuka-Company gefallen ist. Mit einem Schlag ist er völlig mittellos, und auch Kirara wird sogleich von ihrem Manager an Ryohei Inuzuka verschachert, der  sie benutzen will, um Gin noch mehr zu verletzen…

„Love Celeb“ dürfte die abgedrehteste Serie von Mayu Shinjo sein. Die Mangaka kritisiert und parodiert die fiesen Machenschaften hinter den glitzernden Kulissen des Showbiz und nimmt auch die Herz-Schmerz-Romanzen der Shojo-Serien auf die Schippe. Alles ist so übertrieben, dass man die Geschehnisse nicht ernst nehmen kann, die so angelegt sind, dass die beiden Hauptfiguren einander immer wieder mit wenig Bekleidung in die Arme sinken – aber im letzten Moment aufhören oder unterbrochen werden.

Gin ist selber keinen Deut besser als die anderen Gewaltigen der Film-, Musik- und Model-Industrie, doch da er gleichzeitig der Märchenprinz ist, wird sein Verhalten damit legitimiert, dass ihm ‚die Richtige’ noch nicht begegnet ist und die Frauen selber schuld sind, da sie sich ihm an den Hals werfen. Kirara in der Rolle der „Cinderella“ ist nun dabei, Gin zu erziehen, und erst wenn er von Liebe spricht, wird er sie bekommen. Bis dahin spart sie sich auf, ganz das Ideal der unberührten Jungfrau.

Umgeben sind die beiden von Klischee-Figuren, wie man sie sich immer vorstellt: der skrupellose Manager, der seine Schutzbefohlene ins Bett einflussreicher Männer zwingt, damit sie wenigstens eine Schmuddelrolle bekommt, der hübsche Schauspieler mit der Neigung zu Bondage, S & M etc., der böse Gegenspieler, dem keine Gemeinheit zu dreckig ist und der auch vor Vergewaltigung nicht zurückschreckt, die neidischen Mitschülerinnen, die ihr Opfer gnadenlos mobben, die schrägen Helfershelfer…

Es wird intrigiert, geliebt, gehasst, hysterisch gejammert, leidenschaftlich gestöhnt und bei jedem Pantyshot lüstern gesabbert. Mayu Shinjo setzt die Geschehnisse in ansprechenden Bildern um. Wer mit ihren anderen Reihen („Kaikan Phrase“, „Haou Airen“, „Virgin Crisis“) vertraut ist, weiß, womit er zu rechnen hat.

Wenn man die Geschichte als krude Parodie auf das Genre versteht, hat man seinen Spaß daran – ernst nehmen kann man die Übertreibungen nicht. Leserinnen ab 15 Jahren, die die hübschen Illustrationen der Künstlerin schätzen und etwas mehr als nur Küsschen und Händchenhalten sehen wollen, kommen hier voll auf ihre Kosten. „Love Celeb“ ist eine romantisch-erotische Shojo-Manga-Parodie, die vieles, aber nicht alles zeigt. (IS)

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Love Celeb – King Egoist 03

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