Midoris Days 8

Kazurou Inoue
Midoris Days 8

Midori no hibi Vol. 8, Japan, 2004
EMA, Köln, 8/2008
TB, Manga, Comedy, Romance, Fantasy, SF, 978-3-7704-6901-7, 204/600
Aus dem Japanischen von Oke Maas
www.manganet.de
http://pierrot.jp/title/midori/index.html

Der berüchtigte Schläger Seiji Sawamura staunt nicht schlecht, als er eines Tages statt seiner rechten Hand die kleine Midori Kasugano vorfindet. Nach und nach gelingt es ihnen, sich miteinander zu arrangieren – und sie haben bald jede Menge Spaß zusammen. Dass Seiji durch Midori umgänglicher wird, merken auch andere, und so bekommt er einige heimliche Verehrerinnen. Takako Ayase gesteht ihm schließlich, was sie für ihn empfindet, doch Seijis Herz gehört längst Midori, obwohl er es nicht ausspricht.

Er weiß nicht, dass Midoris richtiger Körper immer schwächer wird. Kota Shingyoji, ein Mitschüler von ihr, möchte helfen: Er verkleidet sich als Mädchen, um Seiji den Kopf zu verdrehen. Wenn es klappt, kehrt Midori vielleicht in ihren Körper zurück und kann normal weiter leben. Seltsam nur, dass Kota Herzklopfen hat, als er sich Seiji nähert…

Midori ist glücklich und wird doch immer nachdenklicher. Haben die anderen Recht, die sagen, dass diese Form des Zusammenseins keine Zukunft hat? Darf sie ihrer Familie, die an ihrem Bett wacht, so viel Kummer bereiten? Sie beschließt, einen letzten schönen Tag mit Seiji zu verbringen und dann in ihren Körper zurückzukehren. Seiji will sie nicht gehen lassen, denn Midori würde all ihre Erinnerungen verlieren. Was wird dann aus ihrer Liebe?

Im vorherigen Band wurden die Weichen für das Finale gestellt. Praktisch jeder Charakter hat nun noch einen Auftritt, und es werden Lösungen für die verschiedenen Konflikte gefunden. Seiji steht endlich zu seinen Gefühlen für Midori und will sie auf keinen Fall verlieren. Zu sehr fürchtet er sich davor, was sein wird, wenn sie alles vergessen hat. Wird sie ihn trotzdem noch mögen? Können sie dann ein ‚normales’ Paar werden?

Die Freunde, die das Geheimnis kennen, helfen, wo sie können. Letztlich jedoch muss Midori die Entscheidung treffen: Sie will nicht, dass sich ihre Familie und alle anderen weiter um sie sorgen, nur weil sie feige vor der Realität davon läuft. Will man erfahren, was die Zukunft für sie und Seiji vorgesehen hat und ob es ein Happy End gibt, so sollte man sich die Serie kaufen.

Es lohnt sich, denn trotz des vordergründigen Klamauks fehlt es nicht an tiefer gehenden und wirklich rührenden Szenen. Man amüsiert sich köstlich über die Probleme, denen sich Seiji stellen muss, seit Midori seine rechte Hand ersetzt, und die Reaktionen jener, die das Geheimnis entdecken. Die Geschichte ist eingebettet in den gängigen japanischen Schulalltag, berücksichtigt aber auch die Freizeitgestaltung der Jugendlichen und bietet einiges an Action. Es geht um Angst und Mut, Freundschaft und Liebe.

Zwar dienen die phantastischen Elemente nur dem Zweck, eine Schüler-Romanze aufzupeppen und für kuriose Wendungen zu sorgen, aber es funktioniert. Die Serie ist mit acht Bänden nicht übermäßig lang und endet rechtzeitig, bevor sich die Gags zu wiederholen beginnen. Die Illustrationen tendieren in Richtung Cartoon, passen aber zu der quirligen Story.

Auf den ersten Blick hin möchte man „Midoris Days“ den Shonen-Titeln zuordnen, denn die Illustrationen, die mitunter deftigen Witze, der Klamauk und die gelegentlichen Panty-Shots orientieren sich an den Bedürfnissen männlicher Leser ab 13 Jahren.

Tatsächlich kann aber auch das weibliche Publikum seinen Spaß an der Lektüre haben. Die Protagonisten sind sympathisch und entwickeln sich weiter, ihre Sorgen und Hoffnungen sind – größtenteils – nachvollziehbar, ihr Alltag und ihre Probleme werden auf die Schippe genommen. Die Geschichte hat einen gewissen Tiefgang, und der Mangaka übertreibt es nicht mit der Wäscheschau.

Man sollte „Midoris Days“ eine Chance geben, denn es steckt mehr drin, als es zunächst den Anschein hat. (IS)

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