Paris

Alexandra Völker
Paris

EMA, Köln, 7/2008
TB, dt. Manga, Romance, Comedy, 978-3-7704-6929-1,174/600
www.manganet.de
www.xela-city.de/

Alexandra Völker debütierte mit ihrer zweibändigen, im Modebusiness der nahen Zukunft angesiedelten Serie „Catwalk“. Damals wurde Blanche, ein aufgeweckter, aber mit sich unzufriedener Teenager von einer Modelagentur entdeckt und erfuhr so, dass sie die Tochter der berühmten Rouge ist, die knapp zwei Jahrzehnte früher in der Modeszene sehr beliebt gewesen war, bis sie sich aus Liebe zu einem Mann zurückzog. Während Blanche darum kämpfen musste, ihre eigene Identität zu bewahren und sich schließlich durchsetzte, lernte sie selbst ihre große Liebe kennen: das männliche Star-Model Kai Memphis.

Nun, eine Generation später, macht beider Tochter Venus die Straßen von Xela-City unsicher. Der quirlige Teenager liebt zwar Mode – besonders die aus Japan –, aber sie hat nicht den Wunsch, ihren Eltern nachzueifern. Die Schule ist ihr viel wichtiger, denn sie möchte Tommy, den bildhübschen Stufenschönling, für sich gewinnen, hinter dem auch die ganzen anderen Mädchen der Klasse her sind, vor allem die Oberzicke Alex.

Zusammen mit ihren Freundinnen versucht diese alles, um sich vor Tommy ins rechte Licht zu rücken, was Venus mehr als ärgert. Sie weiß nämlich noch nicht, wie sie den Jungen für sich gewinnen kann, ohne dass die anderen ihr dazwischen funken. Aber irgendwie scheint es nicht einmal zu nutzen, dass sie modisch ihren eigenen unverwechselbaren Stil zu verleugnen beginnt und sich so anzieht, wie es ihm gefallen müsste. Tommy bleibt trotz aller Freundlichkeit kalt und unnahbar.

Als der Französischkurs nach Paris fahren will, kommt jedoch ihre große Stunde. Denn um die Kosten zu verringern, kann sie den anderen anbieten, für die nächsten Tage statt im teuren Hotel bei ihrer Tante unterzukommen, die nicht nur ein großes Haus hat, sondern auch ihrer Nichte nichts abschlagen kann. Der Lehrer des Kurses nimmt das Angebot dankend an und erlaubt ihr mitzukommen. Damit sie nicht all zu dumm dasteht, nimmt Venus einfach ihren Sandkastenfreund René mit, denn sie selbst beherrscht kein Wort Französisch. In der Stadt der Liebe hofft sie, endlich Tommy um den Finger zu wickeln.

Doch in der entspannten und romantischen Atmosphäre kommt alles anders, als Venus geplant hat. Hier muss sie erkennen, dass ihre Gefühle sich längst verselbstständigt haben.

Wie bereits in „Catwalk“ spielt Alexandra Völker mit dem Modeverständnis ihrer Generation. Sie bindet aktuelle Strömungen mit ein, die jeder wieder erkennen wird, der sich ein wenig mehr mit dem japanischen Lifestyle beschäftigt oder dem, was deutsche Fans hierzulande daraus machen.

Im Vordergrund der mit vielen munteren Gags gespickten Geschichte steht aber die erste Liebe mit all ihren Turbulenzen, Irrungen und Wirrungen. Da gilt es die lästige Rivalin mit allen Mitteln aus dem Feld zu schlagen und den Schwarm so auf sich aufmerksam zu machen, dass es nicht all zu peinlich wird. Doch letztendlich gewinnt eine andere Botschaft: Das Herz kann man nicht betrügen, und am Scheidepunkt kommt immer die Wahrheit ans Licht.

„Catwalk“ muss man übrigens nicht kennen, um die Geschichte zu verstehen, da Venus zwar öfter an ihre Eltern denkt, diese aber weder auftauchen, noch Elemente aus dieser Geschichte eine Rolle spielen. Der Einzelband „Paris“ ist völlig unabhängig und kann auch als erstes gelesen werden. Gefallen wird er vor allem Leserinnen, die selbst voll im Manga- und Japan-Fieber stecken und ähnliche Probleme mit der Liebe in ihrem realen Leben haben. (CS)

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