Todernst

Stella Brandner
Todernst

Carlsen Manga, Hamburg, 8/2008
TB im Kleinformat, Chibi 020, dt. Manga, Gothic, Mystery, Comedy, 978-3-551-66020-6, 62, 195

www.carlsenmanga.de
www.carlsen-chibi.de

„Todernst“ ist keineswegs das Debüt von Stella Brandner, denn bei Carlsen erschien bereits ihr Manga „Idol“. Ferner ist Insidern „A Punk’s Tale“ aus „Kappa Maki 1“ und „How to create the perfect Shonen Manga“ aus „Kappa Maki 2“ (in Teamwork mit Daniela Winkler und Melanie Schober), Schwarzer Turm, bekannt.

Willow und ihre Freunde treiben sich nachts gern auf Friedhöfen herum und halten Séancen ab. Dabei geschieht es: Die Geister, die sie riefen, erscheinen, und vor Schreck verlässt Willows Seele ihren Körper. Kurz darauf findet sie sich in der Gesellschaft von Tod wieder, der gar nicht begeistert darüber ist, dass sich jemand in sein Reich verirrte, dessen Zeit noch gar nicht gekommen war. Gehen lassen will er den ungebetenen Gast aber auch nicht.

Willow bettelt so lange, bis Tod nachgibt, denn er ist gar kein so übler Kerl. Wenn es dem Mädchen gelingt, eine widerspenstige Seele zu holen, dann ist es frei. Ernst Greulich ist jedoch eine wirklich harte Nuss. Mehrmals wollte Tod ihn mitnehmen, und immer hatte sein Klient eine rührende Ausrede parat, durch die er davon kam. Willow hat sogleich eine Menge Ideen, doch Greulich ist gerissen…

„Brandner (nomen est omen?) Kaspar“ and Nina Hagen go Manga könnte man die Geschichte nennen, denn auch hier geht es darum, eine Seele zu holen, die längst überfällig ist und den Tod ständig austrickst. Dieser bekommt nun überraschend Hilfe von einem vorwitzigen Punk-Girly, das sich aber auch erst einmal dem fiesen Alten geschlagen geben muss. Wer wissen will, ob Willows Seele in ihren Körper zurück darf und Tod endlich Erfolg hat, muss sich das Büchlein schon selber kaufen.

Nebenbei nimmt die Künstlerin die Hobbys der Gothic-Fans, die Vorurteile der Personalchefs gegenüber den Szene-Kids, die Skrupellosigkeit mancher Menschen, die sich auf Kosten anderer Vorteile verschaffen, usw. auf die Schippe.

Die Illustrationen sind detailreich und verspielt. Der Mix aus Klamauk und Phantastik orientiert sich an den Vorgaben der japanischen Künstler, doch der Stil der Zeichnungen und das Thema sind mehr westlich geprägt.

Der Band wendet sich in erster Linie an Leserinnen ab 12 Jahren, die sich für die Werke einheimischer Talente interessieren und Spaß an humoriger Phantastik haben. (IS)

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Todernst

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