Under Grand Hotel 2

Mika Sadahiro
Under Grand Hotel 2

(sfbentry)
Japan, 2009
Tokyopop, Hamburg, 02/2013
TB, Manga, Boys Love, Erotik, Drama
ISBN 978-3-8420-0657-7
Aus dem Japanischen von Maya Hinrichs
2 Farbseiten
Leseempfehlung: Ab 18 Jahre!

www.tokyopop.de
http://mikasadahiro.blog105.fc2.com/


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Das „Under Ground Hotel“, von seinen Bewohnern auch „Under Grand Hotel“ genannt, ist ein Gefängnis für Schwerverbrecher, aus dem es kein Entkommen gibt. Nachdem er für den Tod des Mannes seiner Geliebten schuldig gesprochen wurde, soll der Student Sen dort lebenslänglich einsitzen. Er begreift schnell, dass er einen Beschützer benötigt, will er nicht Opfer der Übergriffe anderer Häftlinge werden, und so  lässt  er,  ein  Hetero, sich auf eine Beziehung zu dem charismatischen Gang-Boss und Dealer Sword Fish ein, der zwar bi ist, aber Schwule hasst und schikaniert.

Schon bald wird daraus mehr, aber beide Männer brauchen eine ganze Weile, um zu akzeptieren, was sie füreinander empfinden, zumal diese Gefühle sie angreifbar machen. Ihre zarte Liebe wird immer wieder auf die Probe gestellt durch die vorgeblichen Freundschaften mit anderen Häftlingen, die sich mehr als nette Worte erhoffen, den Interventionen ehemaliger, rachsüchtigerPartner, den – tödlichen – Fallen, die  ihnen von Kameraden und Aufsehern gestellt werden und, und, und. Darf das Paar überhaupt davon träumen, eines Tages alles hinter sich lassen zu können, frei, vereint und glücklich zu sein?

Der umfangreiche Zweiteiler „Under Grand Hotel“ fällt durch zwei Eigenschaften auf: Er schildert sehr brutal und ungeschönt die Zustände in einem Zuchthaus, und er gibt in expliziten Bildern das nicht immer gewaltlose Zusammensein der Protagonisten wieder – in einer Deutlichkeit, die die Leseempfehlung 18+ rechtfertigt (und wie man sie z. B. in Titeln wie Yamane Ayanos „Finder“, Uki Ogasawaras „Black Sun“ oder Guilt|Pleasures „In These Words“ findet). Auch wenn die Zeichnungen (meist) sehr schön sind, es bleibt ob der Brutalität ein bitterer Beigeschmack. Ihr Hintergrund  und viele Taten der Hauptfiguren machen es zudem schwer für den Leser, sie sympathisch zu finden. Zwar sind die Mitgefangenen und Aufseher i. d.  R. noch übler, und so manches Delikt, das Sen und Sword angelastet wird, löst sich in Luft auf, aber trotzdem … Und doch wünscht man ihnen die Chance für einen Neuanfang.

Die Illustrationen wirken teilweise etwas ungelenk und stilisiert, aber die Intensität der Story lässt das schnell vergessen; es gibt weit weniger ansprechend gezeichnete Mangas (darunter „Bronze“ von Miyami Ozaki oder „Highschool Love“ von Kaori Monchi). Hat man den ersten Band gelesen, wird  man natürlich erfahren wollen, wie die Geschichte ausgeht. Aber „Under Grand Hotel“ ist wahrlich nichts für junge oder zart besaitete Leserinnen
aufgrund der reichlich vorhandenen, menschenverachtenden Gewaltszenen.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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