Visionen der Dunklen Seite

visionen-der-dunklen-seiteJan Duursema & John Ostrander
Legacy 6: Visionen der Dunklen Seite
Star Wars Sonderband 52

Star Wars Legacy 32 – 36, Dark Horse, USA, 2009
Panini Comics, Stuttgart, 10/2009
PB, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, SF
ISBN 9783866078666
Aus dem Amerikanischen von Michael Nagula
Titelillustration von Daniel Dos Santos
Zeichnungen von Jan Duursema, Omar Francia & Dan Parsons, Farbe von Brad Anderson

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www.dandossantos.com/
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Die „Legacy”-Storyline beschäftigt sich mit dem Schicksal eines der letzten Nachkommen der Skywalker-Familie – Cade Skywalker – und spielt bereits 140 Jahre nach der Schlacht von Yavin. Wieder haben die Sith die Kontrolle über große Teile der bekannten Galaxis übernommen. Darth Krayt und seine Getreuen regieren nun mit Hilfe von machtgierigen Regionalgouverneuren das Imperium. Die Jedi gelten als nach der Zerstörung ihrer wichtigsten Bastionen als zerschlagener Orden. Nur wenige leisten ihnen noch Widerstand wie der im Exil lebende Imperator und seine imperialen Ritter, aber sie haben nicht die Ressourcen, um sich dem Kampf zu stellen.

Cade hat nach der Zerstörung der Akademie auf Ossus unter Tarnung gelebt und lange verborgen, dass er ein ausgebildeter Jedi ist und in der Macht so stark wie sonst kaum ein anderer. Aber wie sein Vorfahr Anakin bewegt er sich auf dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse, ist zu leidenschaftlich im Umgang mit den Kräften, die in ihm schlummern. Gerade wenn er heilt, muss er einen hohen Preis zahlen: Dann kommt er der dunklen Seite der Macht so nahe, dass seine Augen sich orangerot verfärben – das Zeichen der Sith. Doch mehrere Ereignisse zwangen ihn dazu, seine Tarnung aufzugeben und offen zum Gejagten zu werden. Verbündete hat er allerdings nur wenige, da er sich mit seiner ruppigen und unfreundlichen Art kaum Freunde macht. Und Darth Krayt hat es auf ihn abgesehen. Da Cade nicht bereit ist, sich durch die ganze Galaxis jagen zu lassen, geht er seinerseits zum Angriff über. Sein Aufeinandertreffen mit dem Sith-Imperator hat schwerwiegende Folgen.

Zwar wird dieser durch die Entfesslung eines uralten Artefaktes so schwer verletzt, dass er an der Schwelle des Todes steht, und nicht einmal seine Getreuen wissen, ob er überleben wird, aber auch Cade erleidet einen schweren Verlust, denn die imperiale Ritterin Azlyn, die er sehr liebt, ist ebenfalls schwer verletzt und liegt in ihren letzten Zügen. Doch er riskiert alles, um sie nicht zu verlieren – selbst den Fall in die Dunkelheit. Derweil soll auf einen der letzten Befehle Darth Krayts hin die Welt der Mon Calamari zerstört werden. Gibt es noch Rettung – oder ist der Untergang unvermeidlich, da Sith die Armeen anführen? Und als der Fall des Imperators bekannt wird, schafft das Machtvakuum nicht nur unter seinen direkten Anhängern Unfrieden. Auch einige rebellische Gouverneure und nicht zuletzt die Feinde der Sith sehen ihre Zeit gekommen, um einen Krieg zu beginnen. Cade erlebt ebenfalls eine persönliche Niederlage. Zwar bleibt Azlyn am Leben, aber sie ist von nun an in einem Anzug gefangen, der sie mit Bacta umspült. Sein Onkel wendet sich von ihm ab, und auch sonst schafft er sich allerorten Ärger…

Held oder Schurke? Cade Skywalker pendelt gerne zwischen diesen Extremen. In der „Vector“-Storyline hat er bewiesen, dass er sich durchaus selbstlos einsetzen kann, um die Galaxis zu retten; nun dominieren wieder Selbstsucht und Eigennutz, da er nicht akzeptieren will, dass Azlyn stirbt und er dabei auch noch andere in Mitleidenschaft zieht. Gerade weil er wie sein Ahn Anakin auch diese negativen Gefühlsregungen besitzt, bleibt er weiterhin ein interessanter Charakter, von dem man noch viel erwarten darf. Ansonsten brennt die Galaxis an allen Orten. Das Schicksal der Mon Calamari wird actionreich umkämpft, und auch sonst geht es ziemlich rund, da die unterschiedlichen Parteien gehörig mit den Säbeln rasseln. Am Ende ist vieles nicht mehr so, wie es an Anfang war, und damit wieder offen für neue Wendungen und Abenteuer, auf die man gespannt sein darf.

Die Zeichnungen von Jan Duursema sind herausragend, während die von Omar Francia etwas abfallen. Dafür überzeugt der Inhalt durch eine actionreiche, ausgefeilte Handlung und die vielen hintergründige Figuren, die immer wieder neue Seiten von sich zeigen und auch diesmal nicht damit aufhören. Auch mit dem sechsten Band „Visionen von der dunklen Seite“ bleibt „Legacy“ eine Serie, die weit über dem qualitativen Durchschnitt vergleichbarer Comic-Titel liegt und auch für anspruchsvollere Leser interessant sein dürfte.

Christel Scheja (CS)

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Legacy 6: Visionen der Dunklen Seite

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