An einem heißen Nachmittag im August

Norma Banzi
An einem heißen Nachmittag im August
Edition Banzini-Hefte 5

Banzini-Verlag, Hamburg, 3/2009
A5-Heft
Dark Fantasy, Homoerotik
ISBN 9783934442887
Titelbild von fotoalia, Rudolf Tittelbach (Dämon) & Okea (Flammenrahmen)
auch als Ebook erhältlich
www.banzini.de
www.banzini.de/buchshop/editionbanzini/index.php
http://de.fotolia.com/

Auch wenn inzwischen immer mehr größere Verlage auf Erotik setzen, so bleibt es doch immer noch den kleinen Nischenverlagen überlassen, sich an die Themen zu wagen, die für die etablierten Häuser zu heikel erscheinen.

Dazu gehört u. a. die Homoerotik. Längst wird der Sex zwischen Männern nicht mehr so tabuisiert wie noch vor zwanzig oder dreißig Jahren, und in der Manga-Szene ist er sogar Kult – aber es kommt immer darauf an, wie die Erzählungen gewichtet sind: ob es um Liebe und Leidenschaft oder auch Dominanz geht.

„An einem heißen Nachmittag im August“ fasst vier Geschichten von Norma Banzi um den Flammendämonen Roderick zusammen. Die Titel gebende Geschichte steht am Anfang. Roderick, der als Anwalt einen Zwerg und seinen Konzern vertritt, wird mit diesem und anderen in einem stecken gebliebenen Aufzug eingeschlossen.

Auch wenn er sich und seinen Klienten leicht wegzaubern könnte, so lässt er sich doch nicht den Spaß nehmen, neben der Angst und Wut der Menschen auch seinen Assistenten Maurice zu genießen.

Das hat Folgen, denn der junge Mann muss erfahren, warum er seinen Arbeitgeber so verabscheut und dass es noch mehr als nur die Welt der Menschen und des rationales Denkens gibt, denn er selbst hat das Blut von Elfen in den Adern. Er wird dennoch der „Geliebte des Dämons“ und muss nach dem Willen von Roderick eine Menge durchmachen – meist Dinge, die er gar nicht will, wie mit einer anderen Dämonenfürstin zu schlafen, die ausgerechnet ihn in ihrem Bett haben will.

Und dann taucht auch noch „Tolliver“ auf. Der jüngere Bruder von Roderick scheint neidisch auf den hübschen Maurice zu sein – oder will er mehr von ihm? Auf jeden Fall sorgt er für eine Menge Chaos und eine Entscheidung, über die sich Roderick am Ende anders hinweg trösten muss. In „Küss mich Kätzchen!“ läuft ihm ein ganz besonderes Haustier zu.
Die vier Geschichten drehen sich vor allem um die homoerotische Beziehung zwischen Roderick und Maurice. Ganz nach seiner Natur sieht der Flamendämon zunächst nur den Gespielen in Maurice, den er nach Gutdünken quälen und betrügen, nötigen und demütigen kann.

Je intimer aber ihre Beziehung wird, desto mehr merkt er, dass er sich selbst in eine Falle manövriert hat, denn als sein Bruder durch seine Intrigen für eine ungewollte Veränderung sorgt, ist er getroffen und bedrückt.

Auch wenn einiges im Hintergrund passiert, bleiben Setting und Handlung eher Nebensache und werden nicht sonderlich ausgeführt, dafür umso mehr von den intimen Begegnungen der Männer. Mit deftigen Beschreibungen setzt Norma Banzi den Sex in Szene und wird damit ganz der Intention ihrer Geschichten gerecht: den Leser mit leidenschaftlicher Spannung zu unterhalten.

So ist „An einem heißen Nachmittag im August“ vor allem für die Fans von homoerotischen Beziehungen interessant, die intime Beschreibungen von Sex und Liebe gerne etwas deftiger mögen und nicht so viel Wert auf eine ausgefeilte Rahmenhandlung legen. (CS)

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An einem heißen Nachmittag im August

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