Die Erbin

Simona Ahrnstedt
Die Erbin
de la Grip 1
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(sfbentry)
En enda nat, Schweden, 2014
Egmont-LYX, Köln, dt. Erstausgabe: 10/2015
PB mit Klappenbroschur
Drama, Romance, Erotik
ISBN 978-3-802-59945-3
Aus dem Schwedischen von Antje Rieck-Blankenburg
Titelgestaltung von www.buerosued.de unter Verwendung eines Motivs von Ilina Simeonova/Trevillion Images
Autorenfoto von Anna-Lena Ahlström
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www.egmont-lyx.de
http://simonaahrnstedt.se

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Die erfolgreiche Unternehmensberaterin Natalia de la Grip erhält unerwartet eine informelle Einladung zum Essen von dem Risikokapitalgeber David Hammar. Was in der Presse über ihn zu hören ist, genügt, um bei Natalia Alarmsirenen anschlagen zu lassen. Dennoch ist sie angetan von seinem guten Aussehen und seinem Charme. Es dauert nicht lange, bis sie im Bett landen. Was David sie empfinden lässt, hat Natalia noch nie erlebt, und obwohl sie einander versichern, dass es ihnen nur um den fantastischen Sex geht, verliebt sie sich in ihn. Gewisse Kleinigkeiten halten jedoch Natalias Misstrauen wach – und ihre Vorsicht erweist sich als berechtigt, denn David leitet die feindliche Übernahme von Investum ein, dem Unternehmen ihrer Familie. Natalia fragt sich bestürzt, ob sie ebenfalls nur ein Teil seines Racheplans war für etwas, was ihr Vater und ihr älterer Bruder Peter David und seinen Angehörigen vor Jahren angetan haben. Und es kommt noch schlimmer: Natalia, die vor einem Jahr von ihrem Verlobten verlassen worden war, weil sie keine Kinder bekommen kann, ist schwanger!

LYX hat in den letzten Jahren sein Programm kräftig umgekrempelt. Statt Paranormal Romances mit mehr oder weniger erotischen Elementen findet man dort immer mehr konventionelle Liebesromane mit deftigen Szenen, die in der Welt der Schönen und Reichen oder der Agenten, Polizisten, Feuerwehrmänner usw. spielen. Action sucht man in diesen Büchern meist vergeblich, demzufolge auch eine spannende Handlung, denn der Schwerpunkt hat sich auf komplizierte Beziehungen verlagert, deren einzige Würze der Sex darstellt – und diese Art Bücher mit ihren Klischees sollte man mögen, um nicht enttäuscht zu sein.

„Die Erbin“ ist ein irreführender Titel, denn obschon Natalia einer alten Adelsfamilie entstammt, eine der Besten in ihrem Job und natürlich vermögend ist, ist ihr älterer Bruder Peter der vom Vater erwählte Erbe. Natalia arbeitet nicht einmal für Investum, da dem alten Chauvinisten Frauen in führenden Positionen verhasst sind und auch, weil er einen ihr unbekannten Grund hat, sie abzulehnen. Das und Anderes werden im Laufe der Handlung aufgeklärt, als Natalia durch Davids Agitationen von ganz oben nach ganz unten gefallen ist. Auch Davids Beweggründe werden in kleinen Häppchen enthüllt. Natürlich hat er triftige Gründe, um Investum übernehmen zu wollen und Rache an den de la Grip zu üben, sodass die Leserin ab 15 Jahre ihn trotz allem nicht ganz unsympathische findet, selbst wenn sie Natalias Partei ergreift. Die ganzen Geheimnisse sind nicht wirklich Überraschungen, da sie dem entsprechen, was grundsätzlich in Romanen dieser Art passiert, und das erfahrene Publikum zählt sehr schnell eins und eins zusammen.

Am besten gefällt, wie Natalia mit der ganzen Angelegenheit umgeht. Sie ist kultiviert und bleibt ruhig, obwohl es in ihr brodelt und sie, als ein Schlag nach dem anderen kommt, ganz realistisch zusammenbricht. Trotzdem bewahrt sie Haltung und mutiert nicht zur Hysterikerin, die nun ihrerseits auf Rache sinnt. Im Gegenteil, sie hat sogar Verständnis für David und bedauert ihn als armen Menschen, weil er über die Vergangenheit nicht hinwegkommt und sich langfristig selbst zerstört.

Obgleich Natalia weit mehr im Mittelpunkt steht, bekommt David regelmäßig Gelegenheit, über sein Handeln nachzudenken, seine Motive infrage zu stellen und zu bereuen, dass er Natalia, die ihm kein Leid zugefügt hat, hintergangen und grausam enttäuscht hat. Nun, diese Phasen sind notwendig, damit er wieder Pluspunkte sammeln kann. Nur am Rande wird auch die Perspektive einiger Nebenfiguren berücksichtigt. Die Finanzwelt mit auf der einen Seite den dekadenten, alten Knackern, die sich die Gesetze zurechtbiegen, wie sie es brauchen, und auf der anderen den aufstrebenden Neureichen, die zeitgemäß handeln, wird nicht mehr eingebunden als unbedingt notwendig. Sie liefert lediglich den Background, denn das Drama hätte sich ebenso gut in anderen Kreisen abspielen können. Ganz witzig, doch nicht unerwartet ist, dass sich am Ende die Verhältnisse umkehren.

Im Epilog werden die Weichen für den nächsten Band gestellt. Man kennt es ja: Die Nebenfiguren dieses Buchs sind die Hauptfiguren des nächsten. Voraussichtlich werden dann die Rätsel um Natalias jüngeren Bruder Alexander, einen Lebemann, und die Ambitionen der engagierte Ärztin Isobel Sørensen thematisiert. Das heißt, wer sich von „Die Erbin“ gut unterhalten fühlt, darf auf weitere Romane hoffen, die in der Welt der schönen und reichen de la Grips spielen, und an Sex wird es gewiss auch nicht mangeln.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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