Die Kunst der weiblichen Dominanz

die-kunst-der-weiblichen-dominanzClaudia Varrin
Die Kunst der weiblichen Dominanz

The Art of Female Sensual Dominance – A Guide for Woman, USA, 1998
Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin, 3/2006
TB, Sachbuch, Erotik
ISBN 9783896027108
Aus dem Amerikanischen von Markus Sailer
Titelfoto von Bianca Krause
Illustrationen von Cynthia Lechan

www.Schwarzkopf-Schwarzkopf.de
www.claudiavarrin.com
www.bianca-krause.de

Sex ist ein Thema, über das die meisten Menschen auch heute nur hinter vorgehaltener Hand sprechen, wenn es sie selbst betrifft. Anders sieht es aus, wenn es um Fremde geht; da werden besondere Spielarten der Erotik eher misstrauisch betrachtet und belächelt. Doch hat sich so mancher nicht schon einmal insgeheim gewünscht, in die Rolle einer Domina und eines Sklaven oder eines Herrn und seiner demütigen Sklavin zu schlüpfen? Für alle, die nicht nur davon träumen, sondern insgeheim überlegen, ob sie nicht vielleicht doch versuchen sollen, in diese Rollen zu schlüpfen, gibt es nun das Buch „Die Kunst der weiblichen Dominanz“ von Claudia Varrin, selbst eine aktive Domina aus Amerika. Das Buch bietet nicht nur einen Überblick über die unzähligen Spielarten, in denen die Frau die Herrin ist und sich der Mann ihr demütig unterwirft, sondern beschreibt auch die wichtigsten Praktiken und erklärt, wie weit man wirklich gehen darf, ohne dem anderen Schaden zuzufügen.

Sie gibt einen Einblick in die weit gefächerte Szene, in der es nicht nur Liebhaber von Fetischen, Fesseln und erotischer Folter gibt, sondern auch Männer, die in richtige Rollen wie die eines unterwürfigen Sklaven oder eines Ponys schlüpfen, und Frauen, die sie beherrschen. Sie beschreibt, wie man auch als Anfänger einen Bezug dazu bekommen kann, was immer dabei zu beachten ist, angefangen von Warnhinweisen, welche Körperzonen tabu sind, und was man bei Schlägen und Fesseln beachten muss, bis hin zu Vorschlägen für das passende Ambiente und wie die Stopp-Wörter aussehen können, mit denen der unterwürfige Partner seine Grenzen setzen kann. Sie erläutert genauer, was es mit Bondage, Crossdressing, Disziplinierung, Fetischen, Wasserspielen, Sinnesentzug und –reizungen, aber auch mit Partyspielen und vielem anderen mehr auf sich hat.

Dabei bleibt sie außergewöhnlich nüchtern und distanziert, so dass der Leser sich nicht unbedingt an den Beschreibungen ‚aufgeilen’, aber schon einen ersten Einblick in die Bereiche der Erotik bekommen kann, die für die meisten Menschen eher als pervers gelten und nicht viel mit Leidenschaft und Liebe zu tun haben. Dadurch schafft sie einen guten Abstand, auch wenn man ihren Erläuterungen die eigene Begeisterung anmerkt. Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, ob er sich von den Erklärungen und Beschreibungen, die sehr allgemein bleiben, angeregt fühlen soll – oder das Buch wieder weg legt, weil es nicht seinen Erwartungen entspricht. Alles in allem ist „Die Kunst der weiblichen Dominanz“ weniger ein erotisches Lesebuch als ein interessantes Sachbuch über besondere Spielarten der Liebe, das neugierigen Lesern einen ersten, wenn auch oberflächlichen Eindruck geben kann und das heikle Thema insgesamt doch sehr geschmackvoll behandelt. (CS)

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