Die Kunst der weiblichen Unterwerfung

die-kunst-der-weiblichen-unterwerfungClaudia Varrin
Die Kunst der weiblichen Unterwerfung

The Sensual Joys of Female Submission, USA, 2001
Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin, 3/2007
TB, Sachbuch, Erotik
ISBN 9783896027733
Aus dem Amerikanischen von Markus Sailer
Titelbild von Bianca Krause

www.Schwarzkopf-Schwarzkopf.de
www.claudiavarrin.com
www.bianca-krause.de

Gerade wenn es die eigenen Vorlieben und heimlichen Gelüste betrifft, werden viele Menschen sehr schnell schweigsam. Denn auch wenn Erotik und Sex in den Medien allzeit präsent sind, bedeutet das nicht, dass man wildfremden Menschen seine eigenen Sehnsüchte mitteilt, gerade wenn sie ein wenig von der Norm abweichen. Besonders Frauen hüten sich oft, darüber zu reden, dass sie es genießen, in einer Liebesnacht dem männlichen Partner hilflos ausgeliefert zu sein und ihm zu dienen wie eine Sklavin. Denn in der heutigen Zeit wird das Motiv häufig benutzt, um in der Realität ihr selbstbewusstes Verhalten und den Wunsch nach Gleichberechtigung zu unterdrücken, da Frauen sich in den Augen vieler (auf diese Weise) ohnehin gerne unterordnen wollen.

Um Frauen dabei zu helfen, zu ihren verborgenen Sehnsüchten zu stehen und dennoch selbstbewusst zu bleiben, wenn sie sich nicht erotischen Spielen hingeben, beschäftigt sich Claudia Varrin in ihrem zweiten Buch mit der „Kunst der weiblichen Unterwerfung“. Zunächst äußert sie sich sehr lange und sehr ausführlich, wie es überhaupt dazu kommt, dass man als moderne und selbstbewusste Frau bereit dazu ist, sich so fallen zu lassen, geht auf den schmalen Grad zwischen freiwilliger Hingabe und Vergewaltigung ein und beschreibt den Genuss, den man durch die völlige Unterordnung erleben kann. Sie erzählt, was man sich bewusst machen und an Vorbereitungen treffen sollte, bevor man sich darauf einlässt. Denn schon ein kleiner Fehler kann verheerende Folgen haben und Vertrauen zerstören.

Ein weiterer großer Teil ist dem Sadismus und Masochismus gewidmet, ebenso den, mit der Demütigung verbundenen, Spielen und Fetischen. Dabei geht sie etwas emotionaler vor als in „Die Kunst der weiblichen Dominanz“. Zwar setzt sie sich auch mit den negativen Auswirkungen dieses Wunsches auseinander und gibt entsprechende Warnungen aus, wann man Grenzen setzen sollte und wie man sich wehren kann; alles in allem steht sie aber der weiblichen Unterwerfung viel emotionaler und begeisterter gegenüber als ihren Dasein als Domina und bestätigt damit unterschwellig auf jeden Fall wieder die Vorurteile.

Insgesamt bleibt sie sehr vage und überlässt es dem Leser, ob er sich von den Erklärungen und Beschreibungen angesprochen fühlt oder das Buch genervt beiseite legt. Als Lesebuch für Paare ist es jedenfalls nicht geeignet, da nur auf die weibliche Seite eingegangen, die Verantwortung der männlichen aber so gut wie ganz verschwiegen wird. „Die Kunst der weiblichen Unterwerfung“ gibt einen interessanten, wenn auch sehr einseitigen Einblick in die Welt der etwas ungewöhnlicheren Spielart der Liebe, die gerade vom weiblichen Partner völlige Selbstaufgabe verlangt und leider oft genug auch Eingang in das reale Leben fernab der erotischen Fantasien findet.

Christel Scheja (CS)

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Die Kunst der weiblichen Unterwerfung

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