Erinnerungen der Nacht

Maggie Shayne
Erinnerungen der Nacht

Twilight Memories, USA, 1994
Mira-Taschenbuch im Cora-Verlag, Hamburg, 5/2008
TB, Mystery, Erotik, 978-3-89941-470-7, 300/795
Aus dem Amerikanischen von Andreas Kasprzak
Titelillustration von pecher und soiron

www.mira-taschenbuch.de
www.maggieshayne.com/

Vampire liegen mehr denn je im Trend, seit die Liebesromanszene sie als neue Art von Liebhaber entdeckt hat. Unsterblich und erfahren, gleichermaßen zärtlicher Liebhaber und blutgierige Bestie, so präsentieren sie sich den zumeist jungen Heldinnen und Leserinnen.

Nur manchmal ist die Ausgangssituation etwas anders. Wenn zwei gleichwertige Charaktere aufeinander treffen, die beide unsterblich und vielleicht sogar untot sind, ist das Spiel ein wenig anders gewichtet. Oft ist die Frau zunächst die Dominantere und glaubt, ihren männlichen Widerpart zähmen oder für sich gewinnen zu müssen, doch am Ende ist es oft umgekehrt. Zu dieser Kategorie von Romanen gehört auch „Erinnerungen der Nacht“ von Maggie Shayne.

Rhiannon alias Rhianikki wurde vor mehr als zweitausend Jahren am Hof eines ägyptischen Pharaos geboren und war für den Dienst an der Göttin Isis ausersehen, bevor sie zur Vampirin wurde. Sie ist stark, mutig und unerbittlich, weil sie die Zeit gelehrt hat, dass man auch als Wesen der Nacht nur so überleben kann.

Seit gut einem Jahrtausend begehrt sie auch schon Roland de Courtemanche, der in der Zeit der Ritterlichkeit geboren wurde, sich ihr aber bisher immer verweigert hat, obwohl sie ihn einst selbst zum Vampir gemacht hat.

Seine sture Ablehnung ihrer Werbung facht ihre Leidenschaft von Mal zu Mal mehr an, doch es gelingt ihr einfach nicht, ihn umzustimmen, obwohl sie in anderen Bereichen ein ausgezeichnetes Gespann bilden – vor allem im Kampf gegen die Vampirjäger und ihre Verbündeten.

Als sie durch Zufall erfährt, dass Roland und sein Schützling Jamey ganz oben auf der Abschussliste eines berüchtigten Jägers stehen, gibt es für sie kein Halten mehr. Sie setzt alles daran, um zu verhindern, dass die beiden direkt in eine Falle laufen und damit vernichtet werden…

Ganz so spannend wie die Zusammenfassung glauben lassen mag, ist „Erinnerungen der Nacht“ leider nicht. Zwar geht es in der Geschichte abenteuerlich zu – die Vampirjäger und ihre Organisationen sorgen schon dafür -, im Vordergrund steht aber die Beziehung zwischen Rhiannon und Roland.

Die beiden umkreisen sich lauernd, geraten aneinander und landen dann doch im Bett, nur um sich zu streiten und dann wieder zu beobachten. Das kennt man aus zahlreichen anderen Romanen, in denen starke Frauen nicht das bekommen, was sie eigentlich wollen – und so bietet der Roman auch keine wirklichen Überraschungen.

Da auch der Hintergrund und die Figuren schwächer ausgearbeitet sind, als normalerweise üblich, und damit sehr oberflächlich bleiben, kann der Roman nicht einmal in dieser Hinsicht Punkte machen.

Stilistisch ist an ihm nichts auszusetzen. Er ist flüssig geschrieben und ohne größere Längen; durch den schwachen Inhalt bleibt die Spannung allerdings auf einem niedrigeren Niveau.

Das macht „Erinnerungen der Nacht“ zu einem durchschnittlichen Vampirroman, der nur dann zu gefallen weiß, wenn man noch nicht viele Liebesgeschichten mit diesem Thema gelesen hat. (CS)

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Erinnerungen der Nacht.

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