Auch Engel sind gefährlich

Meg Cabot
Auch Engel sind gefährlich
Susannah 3

The Mediator – Reunion, USA, 2001
cbt-Verlag, München, dt. Erstausgabe: 10/2009
TB, Jugendbuch, Mystery, Urban Fantasy, Romance
ISBN 978-3-570-30615-4
Aus dem Amerikanischen von Yvonne Hergane-Magholder
Titelgestaltung von zeichenpool, München unter Verwendung von Motiven von Shutterstock/Sylvia Nowik/Donald Sawvel
Autorenfoto von Ali Smith

www.cbt-jugendbuch.de
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Seit sie zurückdenken kann, ist Susannah fähig, Geister zu sehen. Ihr merkwürdiges Verhalten veranlasste die Mutter, sie zu Ärzten und Psychologen zu bringen, so dass das Mädchen schnell lernte, mit niemandem über diese Dinge zu reden und auf eigene Faust die Probleme der Geister zu lösen. Daran ändert sich auch nichts, als Susannahs Mutter ein zweites Mal heiratet und die beiden zum neuen Ehemann und seinen drei Söhnen nach Kalifornien ziehen. Als an der Schule ein Geist für viel Aufregung sorgt, erfährt Susannah, dass sie keineswegs die Einzige mit dieser Gabe ist, denn Pater Dominic ist ebenfalls ein Mittler und möchte, dass sie ihn künftig dabei unterstützt, die letzten Wünsche der Verstorbenen zu erfüllen und ihnen den Weg in den Himmel zu weisen. Viel lieber würde Susannah am Strand liegen, einen Freund finden, sich amüsieren und all das tun, was Teenagern Spaß macht – aber das lassen die Geister nicht zu.

Selbst als Susannahs beste Freundin Gina aus New York für einige Tage zu Besuch kommt, ist ihr keine Ruhe vergönnt. Vier Teenager, die bei einem Autounfall ums Leben kamen, verfolgen den vermeintlichen Mörder. Michael, der den Wagen fuhr, mit dem das Fahrzeug der zwei Jungen und zwei Mädchen zusammen stieß, wurde leicht verletzt und beteuert seine Unschuld. Susannah möchte Michael glauben, aber die Geister sind an einer Aussprache nicht interessiert und attackieren nun auch sie mit einer Wut, die ahnen lässt, dass sich die Mittlerin auf etwas eingelassen hat, was ihre Kräfte vielleicht übersteigt. Auch Pater Dominic und Jesse, der attraktive Geist, der in ihrem Zimmer wohnt, mahnen sie, sehr vorsichtig zu sein. Aber es gibt noch jemanden, der keine Skrupel hat, Susannah aus dem Weg zu räumen, falls sie seinem Geheimnis auf die Spur kommt und seine Pläne gefährdet …

Leserinnen ab 13 Jahre, die schon mit Vergnügen die beiden ersten Bände „Susannah 1 – Auch Geister können küssen“ und „Susannah 2 – Auch Geister haben hübsche Söhne“ lasen, werden „Susannah 3 – Auch Engel sind gefährlich“ sicher gern ihrer Sammlung hinzufügen wollen. Gewohnt quirlig und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, schildert die erfolgreiche Kinder- und Jugendbuch-Autorin Meg Cabot aus der Sicht der Titelfigur ein weiteres gefährliches Abenteuer, in dem das Rätsel um einen tödlichen Unfall gelöst werden muss. Haben die vier ‚RLS-Engel„ (Robert-Louis-Stevenson-Highschool) Recht mit ihrer Behauptung, dass Michael sie töten wollte? Oder war es ein Unglück, an dem keiner Schuld trägt? Um den Fall aufzuklären, schnüffelt Susannah in den Angelegenheiten der Betroffenen herum, obwohl sie sich dadurch selber immer wieder in Gefahr bringt. Tatsächlich erfährt sie so manches dunkle Geheimnis. Als sie Eins und Eins endlich zusammenzählt, scheint es für sie zu spät zu sein, um selber noch gerettet zu werden.

„Susannah“ ist eine altersgerecht aufbereitete Serie, in der die Mystery in Form von Spuk-Phänomenen im Vordergrund steht. Geister, die noch etwas zu erledigen haben und deshalb nicht in den Himmel können, wenden sich an die so genannten Mittler, freiwillig oder unfreiwillig, und diese bemühen sich auf die eine oder andere Weise, das Problem zu lösen, damit der Geist und die von ihm behelligten Personen wieder Ruhe haben. Damit verbunden ist oft eine lebensgefährliche Mission, wie Susannah schon mehr als einmal erfahren musste, und nicht immer können ihr Pater Dominic und Jesse helfen. Für Auflockerung sorgen die Beschreibungen von Susannahs Milieu: das sonnige Kalifornien, ihre Familie mit den ‚Freak-Brüdern„, an denen sie aber auch gute Seiten entdeckt, nervige Lehrer und Mitschüler, vor allem süße Jungen, mit denen Susannah gern zusammen wäre, wenn es schon mit ihrem Traum-Typ Jesse, einem Geist, nicht möglich ist, und, und, und. Diesmal lernt man außerdem Gina kennen, die bereits häufig Erwähnung fand.

Die locker-flockigen Kommentare lassen einen immer wieder schmunzeln. So gern Susannah auch einen Freund hätte, es will nicht klappen. Die Beziehung zu Jessie tritt auf der Stelle, aber wäre es anders, würde der Handlung etwas fehlen. Das gleiche gilt für die ‚normalen„ Jungen, die sich für Susannah interessieren. Ab einem bestimmten Punkt ist Schluss, und so bleiben der Protagonistin die Träume, welche sie mit den Leserinnen teilen kann. Die Charaktere sind sympathisch und erfüllen ihre Rollen. Man sieht sie zwar durch Susannahs Augen, aber die Hauptfigur entwickelt sich langsam weiter und gesteht dem einen oder anderen, von dem sie sich zunächst genervt fühlte, auch einige positive Aspekte zu. Selbst den Geistern bringt sie mehr Verständnis entgegen als noch vor einigen Monaten, als sie durch aggressive Vorgehensweisen so manchem Spuk ein Ende setzte.

Insgesamt erfüllt auch der dritte „Susannah“-Band alle Erwartungen und erweist sich als vergnügliche, spannende und stellenweise romantische Lektüre. Susannah, die Geister und andere gehen mitunter ordentlich zur Sache – man sollte das Buch nicht unterschätzen. Für sehr junge, ängstliche Gemüter könnte es stellenweise schon etwas zu heftig sein. Im Gegenzug hat aber auch das reifere Publikum viel Spaß an der Reihe.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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