Betwixt: Zwischen zwei Welten

Tara Bray Smith
Betwixt: Zwischen zwei Welten

(sfbentry)
Betwixt, USA, 2007
cbt-Verlag, München, 07/2008 (Taschenbuchausgabe: 05/2010)
HC, Jugendbuch, Urban Fantasy
ISBN 978-3-570-30520-1
Aus dem Amerikanischen von Bernadette Ott
Titelgestaltung von init.büro für Gestaltung, Bielefeld unter Verwendung einer Illustration von Tracy Shaw

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Drei Teenager in Portland: Die siebzehnjährige Odine hat reiche Eltern, einen hochbegabten Bruder, ist selbst beliebt und vielfach talentiert. Sie fühlt sich fremd in ihrem eigenen Körper, fremd in ihrer Familie, fremd auf dieser Welt. Ähnlich wie ihre Freundin Morgan, die in allem die Beste ist, was sie tut, und extrem viel Zeit für ihr perfektes Äußeres aufwendet. Sie wird innerlich von Neid zerfressen, da sie unter ärmlichen Umständen aufwächst. Morgan kann es nicht ertragen, wenn irgendjemand besser oder hübscher ist als sie. Und Nix, ein junger Ausreißer, der seit zwei Jahren rastlos durch die Welt wandert, immer auf der Flucht vor sich selbst und seiner Gabe: Menschen, die in naher Zukunft sterben müssen, sieht er von einem hellen Lichtkranz erstrahlt. Sie alle drei leiden darunter, dass sie niemals krank werden, niemals Verletzungen erleiden und unfähig sind zu weinen.

Odine bleibt allein zurück, als ihre Familie umzieht; sie besteht darauf, in ihrer vertrauten Umgebung zu leben und hier ihren Schulabschluss zu absolvieren. Sie malt wie besessen Schmetterlinge, ohne zu wissen warum. Mit Morgan beschließt sie spontan, eine kleine Party zu geben. Als sie Alkohol kaufen wollen, begegnen sie einem jungen Mann, der sich selbst Moth nennt. Er besitzt nicht nur seltsame Kräfte, sondern verfügt über eine Anziehungskraft, der sich niemand entziehen kann. Er dealt allerdings auch mit einer seltsamen Droge namens Dust, von der Nix abhängig ist – nur Dust hilft ihm, seine Gabe und die nächtlichen Albträume zu ertragen. Die Party artet aus und gerät völlig außer Kontrolle, als ein zweiter stadtbekannter Dealer auftaucht. Dieser Mann, ein widerlicher Kerl namens Bleek, zeigt ein besonderes Vergnügen daran, sehr junge Mädchen zu verführen und von seinen Drogen abhängig zu machen. Moth drängt sowohl Nix als auch Morgan und Odine, unbedingt zur Sommersonnenwende auf einer Raveparty zu erscheinen, ein geheimnisvolles Event, von dem alle sprechen, aber niemand genau zu wissen scheint, wo es stattfinden soll. Auch Bleek will dorthin kommen, und alle spüren: In dieser Nacht wird etwas geschehen, das sie alle verändern wird …

Die ersten Kapitel dieses Romans lesen sich spannend und flüssig. Der Stil ist etwas hektisch, die Erzählperspektiven wechseln manchmal zweimal in einem Satz, doch das ändert nichts daran, dass die drei Helden Morgan, Odine und Nix sehr lebendig vorgestellt werden. Schon bald aber kommt Verwirrung auf: Was will die Autorin eigentlich aussagen? Über zweihundert Seiten lang geschieht wenig bis gar nichts. Alle drei Teenager sind unglücklich, und zwar sehr unglücklich, und wissen nicht, was mit ihnen los ist. Morgan wird immer neidischer, eifersüchtiger und regelrecht psychotisch. Sie wacht nun häufig morgens mit schmutzigen Füßen und Ästen im Haar auf, obwohl sie den Wald fürchtet. Nix will weg vom Dust, und dann wieder nicht, oder vielleicht doch? Odine vermisst ihre Eltern, aber sobald Nix bei ihr einzieht, ist alles irgendwie gut. Auch, wenn sie weiterhin unglücklich ist.

Auf der lang erwarteten Raveparty kommt dann die große Enthüllung: Sie alle drei sind Zwitterwesen, Seelen eines gottähnlichen Volkes, eingesperrt in menschlichen Körpern. Bleek gehört auch dazu, ist allerdings eines der Feindwesen. Für diese Enthüllung müssen sie Dust einnehmen, warum auch immer. Danach wird es actionreicher, zugleich aber auch noch wirrer. Alles, was zu der geheimnisvollen Welt gehört, wird widersprüchlich geschildert, mit großen Logikbrüchen und ohne erkennbares Ziel. Das Ende ist offen und lässt den Leser mit vielen Fragen zurück.

Eine Fantasy-Geschichte muss nicht unbedingt logisch sein, und es ist auch nicht schlimm, dass die Story sehr lange braucht, um sich zu entwickeln. Untragbar ist allerdings, mit welcher Selbstverständlichkeit hier der Gebrauch von Drogen und Alkohol auf sehr breiter Fläche präsentiert wird. Es wird zwar häufiger betont, wie falsch es ist, ‚Dust‘ zu nehmen, eine Zeile weiter heißt es dann aber, dass es „nicht stärker als eine Aspirin“ wirkt, und ist doch alles nicht so schlimm, und Nix hat ja gar keine Entzugserscheinungen, und es schmeckt süß, ist billig zu haben … Odine trinkt flaschenweise Wein und fühlt sich gut dabei. Und andere Nahrungsmittel als Pizza scheinen uncool zu sein?

Das, zusammengenommen mit sinnlosem Plot und ärgerlichen Logikfehlern – etwa, dass die Zwitterwesen zwar keine körperlichen Schäden nehmen und niemals krank werden, Moth aber aufgrund seines Dust-Konsums zerstörte Zähne hat – verhindern jegliches Lesevergnügen und machen den Roman für Jugendliche eher ungeeignet.

Copyright © 2012 by Alexandra Balzer (alea)

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