Das Dunkle

Scott Westerfeld
Das Dunkle
Midnighters 2 (von 3)

(sfbentry)
Midnighters – Touching Darkness, USA, 2004
Carlsen Verlag, Hamburg, 09/2010
dt. Erstveröffentlichung: Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart, 2007
PB, Jugendbuch, Urban Fantasy, SF
ISBN 978-3-440-11053-9
+ Leseprobe aus Scott Westerfelds „Midnighters 3: Der Riss“/795
Aus dem Amerikanischen von Friederike Levin
Titelgestaltung von Friedhelm Steinen-Broo, eStudio Calamar und formlabor unter Verwendung eines Motivs von Kamil Vojnar
Autorenfoto von privat

www.carlsen.de
http://scottwesterfeld.com

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Die „Midnighters“ – das sind fünf Jugendliche, die alle genau um Mitternacht geboren wurden und in der ‚blauen Stunde‘, einer komprimierten 25. Stunde, die niemand außer ihnen wahrnehmen kann, besondere Fähigkeiten entwickeln: Rex ist ein Seher, der die Zeichen erkennt und deuten kann, die andere Midnighters in Bixby hinterlassen haben. Melissa ist eine Telepathin. Jonathan vermag sich durch gewaltige Sprünge schnell von Ort zu Ort bewegen. Für Dess sind Zahlen der Schlüssel zu jedem Geheimnis. Jessica ist in der Lage, Licht in Feuer zu verwandeln und damit die Darklinge zu vernichten, die sich aus Furcht vor menschlicher Technologie in die blaue Stunde zurückgezogen haben. Außer den Teenagern weiß keiner, dass an besonderen Orten wie Bixby eingeweihte Menschen seit Urzeiten gegen die Darklinge gekämpft haben. Aber warum sind diese Midnighters vor rund 50 Jahren urplötzlich verschwunden? Aber nicht Rex sondern Dess findet die Antwort und erfährt außerdem, wieso sich innerhalb kürzester Zeit fünf Midnighters begegnet sind, was mathematisch völlig unwahrscheinlich ist. Sie darf diese Kenntnisse jedoch nicht mit den anderen teilen, denn genauso wie Melissa die Darklinge wahrnehmen kann, können diese wiederum ihre Geheimnisse ‚schmecken‘.

Allerdings stellen diese Wesen nicht die einzige Bedrohung für die Midnighters dar. Tatsächlich gibt es einige ‚Daylighters‘, für die die Zeit in der blauen Stunde zwar stehen bleibt, die aber einen Pakt mit den Darklingen geschlossen haben und Öl und andere Bodenschätze erhalten im Tausch gegen Handlangerdienste in der ‚normalen‘ Welt. Jessica bemerkt einen Stalker, der sie ausspioniert und offensichtlich unschädlich machen soll, da sie durch ihre Gabe die Gefährlichste der Midnighters ist. Es ist jedoch Rex, der von den Daylighters entführt wird, weil die Darklinge einen neuen Seher brauchen, um mit ihren Helfern kommunizieren zu können. Er soll mit einem dieser Wesen verschmelzen und so einer der Ihren werden …

Schon der erste Band, „Die Erwählten“, las sich ungemein spannend und kurzweilig, weil Scott Westerfeld in seine Trilogie erstaunlich viele unverbrauchte Motive einzubinden wusste, so dass man den Hauptfiguren gern in die blaue Stunde folgte, um mit ihnen eine stille Welt voller Überraschungen und Gefahren zu erforschen. Geschickt gibt er immer nur die Menge an Informationen preis, die fürs Verständnis der Geschehnisse erforderlich sind und neugierig auf das Kommende machen. Folglich blieben zahlreiche Fragen offen, auf die in der vorliegenden Fortsetzung, „Das Dunkle“, näher eingegangen wird. Während die Protagonisten einerseits rätseln, weshalb es außer ihnen keine weiteren Midnighters mehr in Bixby gibt, warum alle anderen vor einigen Jahrzehnten spurlos verschwanden und auch ‚die Lehre‘ endete, müssen sie sich andererseits gravierenden Problemen außerhalb der blauen Stunde stellen, den Daylighters, die zu Helfern der Darklinge wurden.

Natürlich hängt beides zusammen, doch an dieser Stelle mehr zu verraten, würde das Lesevergnügen dramatisch reduzieren. Das neue Wissen hat für die Freunde Konsequenzen, deren Tragweite noch nicht absehbar ist. Bereits jetzt deutet sich an, dass die privaten Beziehungen der fünf den Zusammenhalt der Gruppe auf die Probe stellen: Rex und Melissa geben einander seit Jahren den notwendigen Halt, nachdem ihre Gaben sie bereits in frühester Kindheit zu Freaks gemacht hatten. Im gleichen Maße, wie die Telepathin ihre Kräfte zu kontrollieren lernt, beginnt sich der Seher nach seiner Entführung zu verändern; ob zum Guten oder Schlechten wird der Abschlussband, „Der Riss“, verraten. Jonathan, der sich von den anderen distanziert hatte und aufgrund seiner Liebe zu Jessica in den Kreis zurückkehrte, bildet mit dieser das zweite Paar. Seltsamerweise sind sie miteinander in der blauen Stunde stärker verbunden als in der normalen Welt, worunter vor allem Jessica leidet. Dess ist buchstäblich das fünfte Rad am Wagen, weshalb sie sich etwas einsam fühlt, und doch ist sie das vermittelnde, ausgleichende und pragmatische Mitglied der Gruppe.

„Das Dunkle“ liefert so manche interessante Enthüllung, durch die einige lose Fäden verknüpft werden. Zudem werden die Weichen für ein vielversprechendes Finale gestellt, so dass man gespannt auf den letzten Teil wartet. „Die Midnighters“-Trilogie bietet packende, ungewöhnliche Fantasy-Unterhaltung für ein Publikum ab 14 Jahre. Auch die reifere Leserschaft, die bereits festgestellt hat, dass im Jugendbuchbereich so manche All Age-Perle der Entdeckung harrt, sollte den Romanen eine Chance geben.

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

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