Das Geheimnis des Drachenamuletts

Michael Borlik
Das Geheimnis des Drachenamuletts

Überreuter (2643)
ISBN 9783800026432 (sfbentry)
Erschienen: 2001
Umfang: 339 Seiten
Genres: Fantasy, Kinder & Jugend  

Quinn, der Königssohn, hat vom Leben im Palast genug und reißt aus. Und der Zauberer Meelen wird beauftragt, ihn zu suchen. Dieser ist alles andere als glücklich darüber, aber es ermöglicht ihm, sich einer Sache anzunehmen, die immer dringender und dringender erledigt werden muss.
Zusammen mit Meelen geht Quinn also auf die Reise in den Norden des Landes Sinalvra. Der neugierige Elfe entdeckt bald, dass es in das Ursprungsland der Elfen geht – genauer: Meelen muss das Drachenamulett vor dem bösen Herrscher Scaran retten. Das Amulett ist zwar bisher von einem Zauber geschützt worden, aber dieser wird schwächer und schwächer. Falls Scaran das Amulett in seine Hände bekommen sollte, wird Entsetzliches geschehen – und dass nur Quinn ihn aufhalten kann, ist nicht die einzige Überraschung, die während dieser Fahrt auf die Reisenden zukommt…

Deutsche Nachwuchsautoren gibt es noch. Den Beweis tritt Michael Borlik mit diesem Roman an, der als Erstlingswerk im renommierten Überreuter-Verlag veröffentlich wurde – wobei ich noch gar nicht wusste, daß die eine Edition Märchenmond haben, die von Hohlbein herausgegeben wird. Mag man von Hohlbein auch halten, was man will, er scheint sich doch der Nachwuchsförderung verschrieben zu haben, siehe auch die jährliche Fantasy-Kurzgeschichtensammlung.

„Das Geheimnis des Drachenamuletts“ wandelt auf sehr fantasytypischen Pfaden. Es gibt eine Gruppe, die sich aufmacht, um die Welt vor einer großen Bedrohung zu retten – das Konzept ist wohl für 99% aller Fantasy-Romane verantwortlich. (…)

Der Roman wendet sich an die Zielgruppe der 10- bis 12jährigen, daher ist der Satzbau sehr kindgerecht gehalten, und natürlich ist Quinn die ideale Identifikationsfigur für diese Zielgruppe. Ich muss sagen, für ein Kinderbuch ist der Roman recht ordentlich, und bestimmt werden die Kiddies ihren Spaß haben. Wenn sie sich denn nicht von der Dicke des Romans abschrecken lassen.

Der erwachsene Leser jedoch, der schon etliche Romane hinter sich hat, wird sich fragen, warum der Autor im ersten Drittel des Romans ellenlang erzählen muss, wie sich die Gruppe findet und was der Zweck der Reise ist. Das zieht sich doch ein wenig in die Länge. Dann kommt der Roman jedoch wirklich in Schwung, und Borlik präsentiert eine solide, ordentlich gemachte Handlung, in der man zwar wenig Innovatives finden wird, die aber doch unterhalten kann – wenn man der Gefahr der Ermüdung begegnen kann, die einen aufgrund einiger nicht so ganz prickelnd erzählten Passagen anfällt. Das liegt teilweise wohl im Stil des Autors – eine Häufung von reinen Hauptsätzen hat diese Wirkung auf den Leser.

Fazit:
Ein nett gemachter Roman. Für die Erwachsenen nicht ganz so gelungen, aber ich denke, die Zielgruppe wird ihren Spaß damit haben.

Copyright (C) 2002 by Christian Spließ

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