Das Imperium der Drachen

Julia Conrad
Das Imperium der Drachen

Die Drachen 3
Piper Verlag, München, Originalausgabe: 6/2008
PB, Fantasy, 978-3-492-26664-2,506/995
Titelbild von Jason Engle

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Während die Abenteuer von Elfen, Orks und Zwergen immer wieder die Bestsellerlisten stürmten, hatten es „Die Drachen“ von jeher immer schwerer.
Vielleicht auch deswegen, weil Julia Conrad weniger auf epische Questen mit einfachen Helden und vielen actionreichen Schlachten setzt als eher auf eine magisch-versponnene Geschichte, wie sie den beliebtesten Fabelwesen der Welt wohl am würdigsten ist.

In dem wieder errichteten Imperium, leben Drachen, Menschen und andere Völker nach langer Zeit wieder einträchtig nebeneinander, da sie von den drei Drachengöttinnen beschützt werden, die nun durch ihre menschlichen Kaiserinnen sprechen und schärfer darauf achten, dass sie nicht wieder von einem Abtrünnigen in den Bann geschlagen und von ihren Schützlingen getrennt werden können.

Alles könnte so schön sein, wenn in den Schatten nicht wieder das Böse seine Ränke schmieden würde. Der gelbe Leichenstern Gurundir, einer der himmlischen Drachen, versammelt die finsteren Mächte der Welt um sich, um einen neuen Schlag gegen den Zwillingsthron und die Herrscherinnen Karenna und die Großdrachin Kylaia zu führen. In dem menschlichen Zauberer Romanel findet er einen ebenso mächtigen wie skrupellosen Verbündeten.

So suchen die Kaiserinnen verzweifelt nach den Auserwählten, die das Schicksal wenden können und finden sie schließlich in der Kriegerin Päony und den jungen Lukan. Doch der dritte im Bunde bleibt verschollen, so als weigere er sich, dem magischen Ruf zu folgen.

Folglich müssen die Helden und ihre Helfer erst einmal den Widerspenstigen finden, der sich gut vor ihnen verborgen hat, und verlieren dabei kostbare Zeit. Als sie ihn aufstöbern, stellen sie fest, dass er kein anderer als Ciaran, der Sohn Romanels, ist. Und nun müssen sie über ihren eigenen Schatten springen. Denn kann man ihm wirklich vertrauen, nachdem er ihnen jetzt schon so viele Schwierigkeiten bereitet hat?

Viel Zeit bleibt ihnen nicht, um darüber nachzudenken, denn die Horden der Finsternis bedrohen das Reich mit immer größerer Macht und Grausamkeit.

Auch im dritten Band der Reihe gelingt es Julia Conrad wieder, eine exotische Welt voller Mythen und Magie zu erschaffen, in der nicht nur die klassischen Drachen zu ihrem Recht kommen sondern auch viele mit ihnen verwandten Fabelwesen wie etwa die Wyvern und Sphinxen.

Viele Beschreibungen erschaffen eine lebendige Atmosphäre in der man die geheimnisvolle Aura der fantastischen Welt förmlich spürt. Allerdings sollte man keine Action erwarten, denn die jungen Helden und ihre Begleiter lösen die meisten Probleme eher durch Magie, Witz und Verstand als im offenen Kampf.

Der Band wird den meisten Ansprüchen an High Fantasy gerecht, ist aber auch sehr gemächlich und verliert sich manchmal in Nebensächlichkeiten. Das führt gerade in der zweiten Hälfte zu einigen unangenehmen Längen. Aber am Ende werden doch alle Fäden zusammen geführt, und das Buch ist in sich geschlossen.

„Das Imperium der Drachen“ ist magisch-epische Fantasy, in der sich farbenprächtige Schilderungen von Kulturen mit einer leider nur leidlich spannenden Handlung abwechseln, und dürfte vor allen denen gefallen, die es insgesamt doch etwas ruhiger und versponnener mögen. (CS)

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