Das letzte Einhorn

das-letzte-einhornPeter S. Beagle
Das letzte Einhorn

Nach dem gleichnamigen Roman „Das letzte Einhorn“
Klett-Cotta, Stuttgart, 1975
The Last Unicorn, USA, 1968
Der Hörverlag, München, 2/2009
7 CDs in Plastiktütchen in einer aufklappbaren Papp-Box, Hörbuch, Fantasy, Kunstmärchen
ISBN 9783867173506
Laufzeit: ca. 503 Min.
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Schweier
Vollständige Lesung von Andreas Fröhlich
Titelgestaltung von Alexandra Dohse unter Verwendung eines Fotos von Masterfile/Glen Wexler Unicorn
Booklet à 4 Seiten

www.hoerverlag.de
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Als der Beschützer anderer Tiere lebt „Das letzte Einhorn“ in einem Wald ruhig vor sich hin, bis es durch Zufall erfährt, dass es möglicherweise das Letzte seiner Art ist. Ein Schmetterling erzählt ihm, dass König Haggard die anderen Einhörner mit Hilfe des Roten Stiers gefangen genommen hat. Um sie zu befreien, bricht das Einhorn zu einer langen, gefahrvollen Wanderung auf. Schon bald wird es von Mommy Fortuna, einer Hexe, eingefangen und der Mitternachtsmenagerie hinzugefügt. Der drittklassige Zauberer Schmendrick erkennt, dass das Einhorn echt ist und nicht durch Magie zur Illusion eines Fabelwesens wurde. Er befreit es und schließt sich ihm an. Als nächstes fallen sie einer Räuberbande in die Hände. Zwar können sie entkommen, doch Molly Grue, die Gefährtin des Hauptmanns, lässt sich nicht abschütteln.

Es gelingt den dreien tatsächlich, den Roten Stier zu finden, der das Einhorn sogleich angreift. Nun zeigt Schmendrick, was wirklich in ihm steckt: Um das Einhorn zu retten, wirkt er einen Zauber, der das Fabelwesen in die schöne Lady Amalthea verwandelt. In dieser Gestalt gelangt sie in das Schloss von König Haggard, dessen Sohn Lir sich in sie verliebt. Zunächst hält Lady Amalthea Prinz Lir auf Distanz, denn sie ist ein magisches Wesen und kein Mensch, doch je länger sie in dieser Gestalt gefangen ist, umso menschlicher wird sie – und schließlich beginnt sie zu vergessen, was sie ist und wonach sie sucht…

Die Geschichte um „Das letzte Einhorn“ basiert auf einer Novel von 1968, die später vom Autor umgeschrieben und in die Gegenwart verlegt wurde. Bekannt wurde der Titel vor allem durch den gleichnamigen Trickfilm aus dem Jahr 1982, für den man Sprecher wie Christopher Lee und Angela Lansbury sowie für die musikalische Untermalung Jimmy Webb als Songwriter (u. a. für The 5th Dimension, Supremes) und die Folk-Band America („Tin Man“, „A Horse with no Name“ etc.) gewinnen konnte. Ein Theaterstück folgte, und Beagle schrieb ab 2005 weitere Erzählungen über einige der Charaktere. Beagle selber ist ein Multi-Talent: Autor von Fantasy- und Non-Fantasy-Geschichten, Drehbuchautor, Folk-Gittarist und Sänger. Was sicher nicht jeder weiß, ist, dass er der Verfasser des Drehbuchs von „Star Trek: The Next Generation 71 – Sarek“ und der Trickfilm-Version von „Der Herr der Ringe“ ist.

„Das letzte Einhorn“ ist mehr ein Kunstmärchen als ein konventioneller Fantasy-Roman, denn der Autor greift charakteristische Motive auf, die man vom Märchen kennt: Archetypen, Aufgaben, der Konflikt von Gut und Böse, Belohnung und Strafe, Zahlensymbolik. So trifft man auf Figuren wie den Zauberer, die Räuberbraut, den König und Tiere wie das Einhorn, die Harpyie, den sprechenden Schmetterling etc. Das Einhorn macht es sich zur Aufgabe, seine Artgenossen zu finden; Schmendrick und Molly Grue, die von ihm fasziniert sind, wollen ihm helfen. Sie begegnen schrulligen und selbstsüchtigen Menschen, die ihnen Steine in den Weg legen, hin und wieder aber auch Personen, die gebunden sind und allenfalls kleine Hinweise geben dürfen. Am Schluss siegt, wie man es sich gewünscht hat, das Gute über das Böse, und jeder bekommt weitgehend das, was er verdient hat. Eine wichtige Zahl ist die 3 (neben der 5, der 7, der 9, der 13…), und auch hier suchen drei nach den Einhörnern (das Einhorn selbst, Schmendrick, Molly Grue), gerät das Einhorn dreimal in Schwierigkeiten (die Mitternachtsmenagerie, das reiche Dorf, die Räuber), bevor es den Roten Stier findet usw.

Auch sprachlich folgt der Autor der Tradition, bedient sich dabei aber auch vieler Vergleiche, die eher modern wirken. Dazu passend gewählt wurde die Stimme von Andreas Fröhlich, der beispielsweise „Eragon“ las und die Hauptfigur von „DODO“ spricht. Nach heutigen Maßstäben mag die wehmütige Geschichte zu verschnörkelt und kryptisch, zu arm an Action und Klamauk oder Romantik sein, aber das etwas reifere Publikum, das mit dem Fantasy-Programm von Klett-Cotta groß wurde und in den 1970/80er Jahren Romane las wie „Der Herr der Ringe“, „Die letzte Amazone“, „Die vier Zweige des Mabinogi“, „Die Brautprinzessin“ usw. Die Fans dieser Titel werden auch „Das letzte Einhorn“ mögen und dem Hörbuch aufgeschlossen gegenüber stehen. Das Hörbuch wird ab 8 Jahren empfohlen, aber Kinder haben eher andere Präferenzen, während die Erwachsenen, die den Film und/oder das Buch kennen, die eigentliche Zielgruppe stellen. (IS)

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