Das todgeweihte Kind

David Holy
Das todgeweihte Kind
Die letzten Helden 7

Holysoft Studios, Kleinostheim, 11/2010
5 Audio-CDs, Hörspiel, Fantasy
ISBN 978-3-941-89906-3
Laufzeit: ca. 360 Min.
Sprecher: Philipp Zieschang, Gabrielle Pietermann, Roman Wolko, Max Felder, Christian Rode, Lutz Riedel u. a.
Musik: Konstantinos Kalogeropoulos
Titelgestaltung von N. N.

www.holysoft.de
www.hearoic.de/
www.dieletztenhelden.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der siebenjährige Adran ist ein Waisenkind, das zu einer Jugendbande gehört, die sich ‚Die Füchse‘ nennt und sich durch kleine Diebstähle über Wasser hält. Trotz seiner Jugend ist Adran ein sehr aufgeweckter und pfiffiger Junge, der es sogar schafft, zwei stadtbekannte Bettler und Verbrecher in der Kanalisation festzusetzen. Doch leider ist seine Naivität nicht minder groß wie seine Bauernschläue. Glücklicherweise hat er in Artur, Michael und Maria gute Freunde, die auf ihn acht geben, ihn beschützen und ihm die Familie ersetzen.

Doch das Unheil naht in Gestalt des Grafen Guildenstern. Der weiß, dass Adran vom Schicksal auserwählt wurde, den Untergang der Welt herbeizuführen, und will ihn um jeden Preis in seine Gewalt bringen, um Adran für seine eigenen machthungrigen Pläne zu missbrauchen. Doch Adran gelingt die Flucht, während seine Freunde Guildensterns Häschern in die Fänge geraten.

Plötzlich findet sich der Waisenjunge im Refugium des weisen Chronarius wieder. In dessen Bibliothek entdeckt er Store, den sprechenden Folianten, mit dem er die Reise in das Totenreich wagt, um seine Freunde zu retten. Für Adran beginnt eine Odyssee, welche die Grenzen des Vorstellbaren sprengt und an deren Ende ihn ein unüberwindbarer Gegner erwartet: der personifizierte Tod …

Nachdem die letzte Folge des ersten Aktes in einem überraschenden und fulminanten Finale gipfelte, muss sich der Hörer in Folge 7, respektive der ersten Episode des zweiten Aktes, zunächst einmal neu orientieren. Die Helden der Saga sind dieses Mal Straßenkinder, allen voran der siebenjährige Adran, der zwar ein naiv-verträumtes Kind ist, es aber dennoch faustdick hinter den Ohren hat. Bisweilen wird seine altkluge Art sogar etwas zu dick aufgetragen, doch insgesamt wurde der Charakter glaubhaft dargestellt, wie eine Art phantastischer „Oliver Twist“. Seine Abenteuer wurden spannend in Szene gesetzt und einmal mehr mit der filmreifen Musik von Konstantinos Kalogeropoulos unterlegt. Auch technisch bleibt bei dem extralangen Hörspiel kein Auge trocken.

Der Ton ist kristallklar, die Effekte sind von cineastischer Qualität und die Sprecher sind durchweg absolute Profis. Vor allem dem Jungsprecher Philipp Zieschang, der Adran verkörpert, muss an dieser Stelle Respekt gezollt werden, denn er haucht dem Straßenkind sehr leidenschaftlich und realistisch Leben ein. Auch Gabrielle Pietermann, in dem Hörspiel als Maria zu hören, vermag auf ganzer Linie zu überzeugen. Roman Wolko (Artur) und Max Felder (Michael) vervollständigen die Clique der Füchse und ziehen sämtliche Register ihres schauspielerischen Könnens. Christian Rode als Chronarius und Lutz Riedel in der Rolle des Wanderers sind bereits aus den ersten Folgen bekannt und stellen für den Hörer somit wichtige Konstanten und Orientierungspunkte dar. Sehr eindrucksvoll gespielt wird auch der Graf von Guildenstern, dem Gerrit Schmidt-Foß seine Stimme leiht.

Das Highlight des Hörspiels ist jedoch der Auftritt des jungen Sir X alias Tiberius, der sich mit seinem Meister auf der Reise zur Magier-Akademie befindet. Nico Sablik ist für den jungen Sir X die ideale Besetzung und Eckart Dux als sein Meister ohnehin eine hervorragende Wahl. Als Überraschungs-Gaststar konnte die Entertainer-Legende Dieter Hallervorden gewonnen werden, der hier in seiner ersten Hörspielrolle als Henk der Gauner zu hören ist. So weit so gut, allerdings wird die Handlung mit fortschreitender Laufzeit zunehmend phantastischer, düsterer, aber auch gehetzter, so dass der Eindruck entsteht, bereits den kompletten zweiten Akt präsentiert zu bekommen.

Einige Passagen der Totenreich-Thematik und die häufigen Erwähnungen der düsteren Prophezeiung stören das Gesamtbild doch etwas. Adran stolpert von einem Scharmützel zum nächsten, reagiert dabei aber keineswegs wie ein Kind oder Jugendlicher, sondern reißt stattdessen alberne Sprüche und witzelt im Angesicht des Todes herum. Da Eye als komödiantischer Sidekick fehlt, muss an dessen Stelle Store herhalten. Der magische Foliant hatte zwar bereits im ersten Akt einige kleinere Auftritte, bekommt aber erst in dieser Folge eine größere Rolle. „Das todgeweihte Kind“ ist ein vielversprechender und sehr düsterer Auftakt zur zweiten Staffel. Die Coverillustration zeigt den kleinen Adran in Bedrängnis. Ein kunstvolles Motiv, das den Helden perfekt darstellt. Zum Inhalt des Booklets kann an dieser Stelle leider keine Aussage getroffen werden, außer dass es zu den umfangreichsten Begleitheften überhaupt gehört.

„Die letzten Helden 7“ ist der epische Beginn einer düsteren Fantasy-Saga, technisch brillant und erstklassig inszeniert. Die fabelhaften Sprecher und ein erstklassiger Soundtrack sorgen für optimales Kopfkino.

Copyright © 2011 by Florian Hilleberg (FH)

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