Der Dunkle Magier

Michael Scott
Der Dunkle Magier

Die Geheimnisse des Nicholas Flamel 2
The Secrets of the Immortal Nicholas Flamel – The Magician, USA, 2008
cbj-Verlag, München, 1/2009
HC, Jugendbuch, Urban Fantasy, 978-3-570-13378-1, 408/1895
Aus dem Englischen von Ursula Höfker
Titelbild von HildenDesign nach einer Vorlage von Michael Wagner

www.cbj-verlag.de
http://www.nicholas-flamel.de/
www.hildendesign.de

Michael Scott zählt zu den erfolgreichsten und bekanntesten Autoren Irlands. Sein aktueller und auf sechs Bände angelegter Zyklus ist „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel“, der mit dem Roman „Der unsterbliche Alchemyst“ begann und nun mit „Der dunkle Magier“ fortgesetzt wird.

Noch immer sind Josh und Sophie Newman, zwei Teenager aus dem modernen San Francisco, auf der Flucht. Vermutlich war es nicht einmal Zufall sondern Schicksal, dass ausgerechnet sie in einen Raubüberfall auf eine Buchhandlung verwickelt wurden, der nicht ganz von dieser Welt war. Durch den Besitzer des Antiquariats, der sich als kein anderer als der Alchemist Nicholas Flamel, der vor mehr als sechshundert Jahren geboren wurde, entpuppte, wurden sie in eine Welt eingeführt, die unbemerkt neben der Realität existiert.

Die beiden müssen erfahren, dass sie die ‚Zwei die Eins’ sind, die in einer uralten Prophezeiung genannten Zwillinge, die das Schicksal der Welt in ihren Händen halten. Sie besitzen äußerst seltene goldene und silberne Auren, die nur wenigen Menschen zueigen sind. Sie sind das äußere Zeichen, dass in den Kindern große magische Kräfte schlummern, die schnellstmöglich erweckt werden müssen, damit sie nicht länger schutzlos sind.

Denn John Dee, ehemaliger Hofmagier Elisabeths I. von England, ist auch nicht entgangen, was die Teenager sind. Er will sie in die Hand bekommen und für seine dunklen Zwecke nutzen, uralte Mächte wieder zu erwecken und ihnen den Weg zurück auf die Erde zu ebenen, damit diese sie sich untertan machen können und ihn ebenfalls mit unermesslicher Kraft belohnen.

Doch bisher konnte Flamel ihm die Jugendlichen mit Hilfe von Scathach der Kriegerin entziehen. Durch die Hexe von Endor und die einstige Göttin Hekate wurden Sophies magische Kräfte erweckt; nur für Josh fand sich keine Zeit mehr. Als ein plötzlicher Angriff erfolgte, mussten die Teenager mit ihren unsterblichen Begleitern durch ein magisches Tor nach Paris fliehen.

Dort hofft Nicholas Flamel, seinen alten Freund St. Germain zu finden, der Sophie weiter ausbilden soll. Sorgen macht ihm allerdings Josh, der zu lange mit Dee in Berührung gekommen ist und nicht mehr ganz so an seine guten Absichten glaubt, wie er sollte. Könnte das eines Tages gefährlich werden?

Doch ehe sie darüber nachdenken können werden sie mit einem noch gefährlicheren Gegner konfrontiert, der weitaus schlauer und listiger als Dee ist: Machiavelli – der größte Lügner aller Zeiten…

Derweil versucht auch Perette Flamel, ihrem Gefängnis zu entkommen, in der Hoffnung, dass Dee ihre Talente und Fähigkeiten unterstützt hat. Denn sie weiß, dass die Zeit knapp ist und ihr Mann dringend Hilfe braucht.

Auch der zweite Band der Saga verbindet eine klassische Geschichte mit irdischen Mythen und der modernen Welt. Michael Scott bleibt seiner Linie treu, trotz des altbekannten Themas doch immer noch für Überraschungen zu sorgen.

Dabei führt er immer tiefer in die Welt der Unsterblichen und Älteren ein, die sich teilweise als Götter oder Engel haben verehren lassen. Andere wieder sind wie Flamel bescheiden geblieben – wie etwa Johanna von Orleans, die gerade jetzt Sophie zu einer Stütze wird, während Josh zu schwanken beginnt und sich zum Feind hingezogen fühlt. Das bringt zusätzliche Spannung in die an Action und Abenteuer nicht arme Handlung. Die Geschichte spielt mit den Klischees, stellt Archetypen auf den Kopf und zeigt, dass auch Unsterbliche wandlungsfähig sind und sich die moderne Technik zu Nutze machen können.

Auch diesmal wird das Buch auf keiner Seite langweilig, denn selbst wenn der Autor immer wieder Geheimnisse enthüllt, so tauchen doch gleichzeitig neue Fragen auf, deren Lösung man gerne erfährt.

Wie auch schon in „Der unsterbliche Alchemyst“ hetzt er seine Figuren – und damit auch den Leser – in einer Tour de Force durch die Seiten. Er sorgt geschickt dafür, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt. Ebenso erhalten die Figuren wieder genug Raum, um sich zu entwickeln, Schwächen und Unzulänglichkeiten zu zeigen, die sie menschlicher machen.

Ähnlich gelungen ist auch die Verbindung von Mythen und Historie. Alles fügt sich logisch ineinander und entwickelt sich zu einem so komplexen Hintergrund, dass man auch als erwachsener Leser seinen Spaß an der Geschichte hat und mehr erfahren möchte.

„Der dunkle Magier“ kann die erzählerische Qualität von „Der unsterbliche Alchemyst“ ohne Probleme halten. „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel“ erweist sich damit als eine äußerst viel versprechende Reihe, die man im Auge behalten sollte, vor allem wenn man Urban Fantasy mag. (CS)

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Die Geheimnisse des Nicholas Flamel. Der dunkle Magier

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