Der Fluch des Dunklen Mondes

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Lars Maria Maly
Der Fluch des dunklen Mondes

Eloy Edictions, Reihe Amygdala, 02 / 2009
Mit Illustrationen des Autors.135 Seiten
ISBN 978-3-938411-19-3
http://www.eloyed.com/

Eine klassische Fantasy-Story im melancholischen, etwas dunklen Gewand um ein religiöses Vermächtnis.

Chiron ist kein wirklicher Held. Er ist ein junger Mann, der von einer Gruppe Mönche als Waise gefunden und aufgezogen wurde. Diese Mönche beten Lilith an, die verfemte Mondgöttin. Ihre Jünger werden verfolgt. Die Handlung setzt ein, als die letzen 12 Lilith-Jünger sich einer feindlichen Übermacht ausgeliefert sehen und Selbstmord begehen. Nur Chrion hängt zu sehr an seinem Leben, auch wenn er vor der Folter Angst hat, die ihn erwartet, wenn er den Schergen des Grafen in die Hände fällt. Und leider erlässt ihn der Autor dieses Schicksal nicht…

Die Geschichte kommt weitestgehend ohne übersinnliche Elemente aus, bleibt aber in der Beschreibung des historischen Ambientes so indifferent, dass man das Werk nur als Fantasy bezeichnen kann. Dem Helden erscheint natürlich seine Göttin, aber dies muss nicht zwingend die reale Begegnung mit einer übernatürlichen Macht sein. Auf jeden Fall ist Lilith sehr präsent, vor allem bei Chiron.

Die Story weist sehr schnell in eine bestimmte Richtung, die mit Chrions Herkunft zusammen hängt. Eine Liebesgeschichte wird angedeutet. Der Plot ist sicher nicht die Stärke der Novelle, da zu schnell durchschaubar. Doch wie Chrion sich zu seinem Schicksal verhält, wie er sich entscheidet, wird den Leser dann doch verblüffen und fordert zur Diskussion heraus (die an anderer Stelle bereits geführt wird).

Die Fantasy-Novelle begeistert durch eine teilweise sehr poetische, schöne Sprache. Auch die Gestaltung des Buches ist einfach nur schön, sowohl das Cover, als aus die stimmigen Innenillustrationen von Maly, die nur wenig vom Inhalt verraten, aber den Leser auf das eher dunkle Leseabenteuer einstimmen. Was etwas stört ist das fehlende Lektorat, es sind ein wenig zu viele Schreibfehler enthalten.

Kein Geringerer als Uwe Voehl verfasste das Nachwort. Darin bringt er dem Leser den bis dato unbekannten Autor näher. Nun, dass Lars Maria Maly sich dem dunkel- phantastischen Genre zu wandte erscheint nach diesen Notizen kein Zufall. Für den Autor scheint das Schreiben phantastischer Geschichten auch ein Aufarbeiten realen Erlebens zu sein.

Dieses Buch ist das Debüt des Autors. Wenn das so weiter geht, sollte der geneigte Leser noch so einige zu erwarten haben; ich wünsche es mir zumindest!

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