Der Kampf des Rabenprinzen

Cecilia Dart-Thornton
Der Kampf des Rabenprinzen
Die Feenland-Chroniken 3

The Battle of Evernight, The Bitterbynde Book Three, USA, 2003
Piper Verlag, München, 12/2008
HC, Fantasy
ISBN 9783492262796
Aus dem Amerikanischen von Birgit Reß-Bohusch
Titelbild von Jason Engle & Rudolf Herzog
www.piper.de
www.dartthornton.com
http://jasonengle.deviantart.com/
www.pen-paper.net/artgallery/JasonEngle/
www.fantasygallery.net/engle/

Nach langer Verzögerung liegt nun endlich der dritte Teil der „Feenland-Chroniken“ vor. Damit der Einstieg in „Der Kampf des Rabenprinzen“ einfacher ist, beginnt das Buch mit einer Zusammenfassung der beiden ersten Bände.

In der magischen Welt Erith beherrschen die Menschen die Lüfte nicht nur mit Hilfe von zwei besonderen Metallen und den geflügelten Eotauren, sie teilen sich das Land auch mit zahlreichen Wesen der Anderswelt, die allerdings nur selten Freunde der Sterblichen sind und oft genug Ärger machen.

Durch diese Welt irrt eine junge Frau mit vielen Namen, aber ohne Vergangenheit. Imrhien ist zunächst entstellt und wird von den Bewohnern einer Burg nur als Prügelknabe benutzt. Als es ihr aber gelingt zu fliehen, beginnt sie sich nicht nur innerlich sondern auch äußerlich zu verändern. Später setzt sie ihre Reise als Rohain und Tahquil fort. Durch den überraschenden Fund eines alten Armreifs aus Gold gewinnt sie dann endlich ihre Erinnerung wieder.

Sie ist enger mit der Feenwelt verbunden, als sie zunächst vermutet hat. Denn vor langer Zeit war sie als Ashalind eine der wenigen Menschen, die sich zwischen den magischen Geschöpfen und ihren Herrschern – den Faeran – bewegen durften und war sogar zur Geliebten des Hochkönigs Angavar geworden. Und was noch bedeutsamer ist: Sie besitzt als einzige den Schlüssel, um das Tor zur Anderswelt zu öffnen.

Genau das ist es, was Morragan, der aus seiner Heimat verbannte Kronprinz der Faeran begehrt. Zerfressen von Hass und Rachegelüsten will er an seinem Bruder Angavar Vergeltung üben und ihn gleich mehrfach strafen. Deshalb verfolgt er die junge Frau unerbittlich mit der Wilden Jagd. Begleitet von zwei treuen Gefährtinnen versucht Tahquil, ihm zu entkommen und wird dabei immer wieder auch von magischen Wesen wie zum Beispiel einem Wasserpferd unterstützt, die inzwischen zu ihren Freunden geworden sind.
Doch Morragan ahnt nicht, dass die junge Frau auch nicht ganz wehrlos ist, und ein Geheimnis zusammen mit Angavar hütet, das ihm den Untergang bringen wird…

Wie auch schon die Vorgängerromane ist „Der Kampf des Rabenprinzen“ eher der poetisch-lyrischen Fantasy zuzurechnen, in der Spannung durch die komplex ineinander verwobene Handlung, viele Dialoge und die Enthüllung von Geheimnissen erzeugt wird und weniger durch Action und Abenteuer.

Allerdings übertreibt es Cecilia Dart-Thornton diesmal mit den Beschreibungen. Zwar wird die märchenhafte Atmosphäre der Geschichte dadurch noch vertieft, die Handlung kommt dabei aber zum völligen Stillstand und wird gerade im Mittelteil sehr langweilig, so dass man sich regelrecht zwingen muss, die Geschichte weiter zu lesen. Die exakten Schilderungen von dem, was die Heldin und ihre Begleiter anziehen, zu sich nehmen oder um sich herum sehen, sorgt zwar für Ambiente, behindert allerdings zunehmend den Lesefluss.

Das ist bedauerlich, denn sonst stimmt eigentlich alles an „Der Kampf des Rabenprinzen“. Die Figuren sind sehr lebendig, die Autorin verknüpft Mythen und Realität in dem märchenhaft-phantasievollen Hintergrund geschickt miteinander und definiert alt vertrautes Wissen über Feenwesen und Feen neu. Es zeigt aber auch, wie man eine spannende Geschichte mit zu viel Ambiente erschlagen kann. (CS)

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Die Feenland-Chroniken 03. Der Kampf des Rabenprinzen

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