Der Königsschlüssel

Boris Koch und Kathleen Weise
Der Königsschlüssel

Mit Illustrationen von BEN
Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 4. Mai 2009
Hardcover
392 Seiten
ISBN 978-3-453-52534-4

In Marinth, der Hauptstadt eines großen Königreichs, herrscht seit vielen Jahren der Mechanische König mit Weisheit und ohne Eitelkeit. Den Untertanen geht es gut, es gibt viel Freiheit und die meisten Menschen sind zufrieden mit dieser Ordnung. Jedes Jahr wird der Mechanische König mit einem speziellen Schlüssel wieder aufgezogen, bevor sein Uhrwerk abzulaufen droht. Verantwortlich für das Aufziehen ist der königliche Hofmechaniker. Dessen minderjährige Tochter Vela ist diesmal in die Stadt gereist, um den festlichen Augenblick beizuwohnen. Doch welch Schreck packt sie, als ein gewaltiger Vogel vom Himmel herabstößt und ihrem Vater den Schlüssel raubt und davonfliegt. Da der König kurz darauf abläuft und man einen Schuldigen finden muss, wird Velas Vater ins Verlies gesperrt.

Tapfere Ritter, die vier Sieger eines Turniers, werden ausgeschickt, um den Schlüssel zurückzuholen, aber leider kommen die „mutigen“ Recken nur bis zur nächsten billigen Absteige. So beschließt Vela, sich selbst auf die Suche nach dem Schlüssel zu begeben. In Begleitung des Waisenjungen Cephei und des intelligenten Bärenkriegers Urs bricht sie auf, um schlussendlich ihren Vater aus dem Kerker zu befreien und erlebt dabei so manch unglaubliches Abenteuer.

Boris Kochs neuester Fantasyroman, den er in Zusammenarbeit mit Kathleen Weise geschrieben hat (allerdings sucht man ihren Namen auf dem Umschlag vergeblich), ist ein unterhaltsames Jugendbuch, zwar nicht übermäßig originell (hier schnitt „Der Drachenflüsterer“ deutlich besser ab) und auch leider nicht ganz klischeefrei, aber doch gut lesbar. Die ein oder andere Idee mehr hätte der Geschichte sicherlich gutgetan, denn der seltsame Schrottfluss und die gigantische leere Stadt mit der unheilvollen Wolke ragen doch eher wie einsame Monolithen aus dem Buch heraus (bitte nicht bildlich vorstellen, lieber Leser; was Rezensenten manchmal für einen Quatsch schreiben!). Auch die sehr skurrilen Illustrationen muss man sicherlich mögen, um sie zu schätzen, auch wenn es erfreulich ist, wenn überhaupt Illustrationen in Büchern heutzutage noch Verwendung finden.

Ansonsten ist „Der Königsschlüssel „einfach anspruchslose Unterhaltung ohne große Ecken und Kanten, nett zu lesen, aber auch schnell dem Gedächtnis entschwunden (wie heißen Königreich und Vela mit Nachnamen???), denn selbst die blassen Protagonisten sind zu wenig eigentümlich, um sich länger an sie zu erinnern. Ein rechtes Buch für zwischendurch oder nach anstrengenden Arbeitsstunden, aber leider nicht mehr (wozu der Autor ja durchaus in der Lage ist).
(gb)

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