Der Mann, der nicht geboren wurde

Tobias O. Meißner
Der Mann, der nicht geboren wurde
Im Zeichen des Mammuts 5

Piper
Erscheinungsdatum April 2009
Taschenbuch
368 Seiten
ISBN 978-3-492-26665-9

Nachdem Rodraeg von seinen eigentlich tödlichen Verletzungen durch Magie geheilt worden ist, ist er im Haus des Mammuts in Warchaim unter der liebevollen Pflege einer heilenden Schwester angelangt. Außer Cajin, der eine Art Hausmeister darstellt, und der schwangeren Schmetterlingsfrau Naenn, weilt auch noch der blinde und magisch begabte Schmetterlingsmann Estéron, der zum Kreis der Auftraggeber der Mammutgruppe gehört, im Haus der Truppe.

Noch immer erhält die Gemeinschaft anonyme Drohbriefe, welche mit DMDNGW unterzeichnet sind. Bald erweist sich, dass ein mächtiger Strippenzieher und geschickter Mörder hinter diesem Kürzel stehen muss, denn unaufhaltsam geschieht ein Mord nach dem anderen, ohne dass Rodraeg und seine Freunde es verhindern könnten. Wie ein Detektiv versucht der Anführer des Mammuts sich auf die Spur des Attentäters zu setzen, aber nichts scheint zu helfen. Ganz im Gegenteil erscheint es für die örtlichen Behörden immer wahrscheinlicher, dass die Mitglieder des Mammuts die wahren Verschwörer sind. Zwar kehrt Bestar in Begleitung einer jungen Frau namens Tjarka zurück, die sich dem Mammut anschließen möchte, doch von Eljazokad fehlt leider jede Spur, und bald wird Rodraeg verhaftet, hat er doch versucht, den Kommandanten der örtlichen Wachtruppen im Schlaf zu ermorden. Rodraeg selbst ist fassungslos, ist er doch einem mächtigen Hypnosezauber erlegen, und versucht nun verzweifelt mit Hilfe seiner Freunde vom Gefängnis aus das Mysterium um DNDNGW zu lösen, während ihm die Zeit zwischen den Händen zerrinnt und die Lage immer aussichtsloser wird…

Meißner schont weder sich noch seine Leser. Die Handlung treibt einem äußerst verzweifelten Höhepunkt entgegen, während ein wichtiger Protagonist und Sympathieträger nach dem anderen sein Leben lassen muss. Auch der innere Kreis des Mammuts wird diesmal nicht verschont. Als eine erste Art brutaler Cliffhanger stirbt eines der Mammutmitglieder, und diesmal gibt es keine magische Rettung.

Unfassbar, wie der deutsche Autor die Spannungsschraube bis zum Anschlag dreht, den Leser bibbern und zittern lässt, während ein positives Ende in immer weitere Ferne rückt. Neben den glaubhaften Protagonisten und der packend-sinisteren Atmosphäre, entwickelt sich die Enttarnung des Attentäters in kriminalistischer Manier zum großen Plus des Buchs und macht es zum bisher besten Teil des Zyklus um die „grüne“ Truppe des Mammuts.

Ein Lob auch an den Verlag, der das Taschenbuch mit einem wunderbar düster-romantischen Titelbild versehen hat. Auch wenn der Titel des vorliegenden Romans leider verrät, wofür das Akronym DMDNGW steht, so wird seine wahre Identität doch erst gegen Ende der Geschichte enthüllt. Ebenfalls überraschend ist der Auftraggeber hinter dem geschickten Killer, doch hier soll nicht zu viel verraten werden.

Zwar verscherzt sich der Autor durch seinen trivialen Epilog wieder einige Sympathien, aber bis dahin ist das vorliegende Werk Lesespaß und Spannung pur, auch wenn letztere einige Zeit braucht, bis sie wirklich anfängt zu knistern (sieht man vom erschreckenden Prolog ab). Aber dann saugt den Leser die Handlung mit hinein ins Abenteuer.

Für alle Fans des „Mammut“-Zyklus ist „Der Mann, der nicht geboren wurd“ das bisherige Highlight einer tollen Serie, die wieder einmal zeigt, dass niveauvolle und nahezu klischeefreie Fantasy sehr gut unterhalten und sogar aus Deutschland kommen kann. (gb)

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Im Zeichen des Mammuts 05. Der Mann, der nicht geboren wurde

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