Der Preis des Lebens

der-preis-des-lebensChristian Endres
Der Preis des Lebens
Lorn und Visco 1

Atlantis Verlag, Stolberg, 12/2008
PB mit Klappbroschur, Fantasy
ISBN 9783941258044
Titelgestaltung und Vignetten von Thomas Kümmel

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Visco DeRául ist ein Vampir, der sich seine Opfer nach strikten Regeln aussucht: Nur die schönsten Frauen verlieren Blut und Leben an ihn, nachdem er zuvor mit ihnen die Nacht verbracht hat. Doch sowohl das Morden als auch sein Dasein als solches widern ihn an, und so beschließt er, sich einem riskanten Ritual zu unterwerfen. Ein Zauberer schafft es, Visco zumindest teilweise von seinem Vampirfluch zu befreien. Fortan muss er kein Blut mehr trinken und kann im hellen Sonnenschein überleben. Das Wichtigste für ihn ist aber, dass er nun tatsächlich ein Leben führt, das diese Bezeichnung auch verdient hat. Der Preis für dieses sterbliche Sein ist hoch…

Gerade in jener Nacht, als der Vampir geläutert wird, findet ihn sein Häscher: Lorn ist ein Jagam, ein Nachtjäger, der den finsteren Kreaturen den Kampf angesagt hat. Allerdings gehört Lorn nicht mehr zum Kirchenorden und führt ein einsames Leben, getrieben von dem Wunsch nach Rache. Der Zauberer verhindert, dass Visco getötet wird, und das Unglaubliche geschieht: Der einstige Vampir und der verstoßene Jagam ziehen gemeinsam durch die Lande, stolpern von einem Abenteuer in das nächste, immer auf der Suche nach Sinn, Erlösung und ein bisschen Geld für die Reisekasse.

Auch wenn der Autor noch kein Meister der Schriftstellerkunst ist, die Sprache deswegen stellenweise holpert, bietet dieser Kurzroman lesenswerte Unterhaltung. Die Anachronismen, die sich immer wieder in Dialoge und Erzähltext einschleichen, schaden dem Vergnügen nicht, auch die Adjektivflut ist verzeihlich. Wichtig ist und bleibt der Inhalt, und der ist angenehm. Die kurzen Episoden, die sowohl von den Abenteuern des ungewöhnlichen Duos erzählen als auch Hintergrundwissen zu der Vergangenheit der Helden vermitteln, lesen sich leicht, originell und halten die Spannung bis zuletzt aufrecht. Schön vor allem, dass nicht die üblichen Schubladen aufgezogen werden; Christian Endres hat einige interessante Ideen umsetzen können.

Die Charaktere sind gut angelegt. Sowohl Visco als auch Lorn besitzen Tiefgang und Persönlichkeit, ihre Gegner sind nicht einfach nur bösartige Monster. Die Geschichte endet offen, man darf sich also auf den nächsten Teil freuen und abwarten, ob Lorn seiner Rache näher kommen wird und ob die Freundschaft dieser beiden so gegensätzlichen Wesen Bestand haben wird. Ein interessanter Fantasy-Roman, der Appetit auf mehr macht! (alea)

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