Der Schattenkrieger – Die Auferstehung

Thomas Plischke, Ole J. Christiansen, A. D. Portland, Patricia Nigiani
Der Schattenkrieger – Die Auferstehung

Sacred 2 – Der Schattenkrieger Band 1
weirdoz*
Audio CD
oder
Audio DVD
www.weirdoz.de
(sfbentry)

„Der Schattenkrieger – die Auferstehung“ ist eine Hörspielproduktion aus dem Hause weirdoz* und ein Mitglied der Produktpalette zum PC-Spiel „Sacred 2“. Dabei gehört „Der Schattenkrieger – die Auferstehung“ zur Vorgeschichte und lehnt lose an die gleichnamige Romanreihe an.

Die Geschichte selbst ist trivialer Standard. Harmlose Leute entdecken in einem Stollen ein Geheimnis, ein elfischer Bösewicht will aus diesem Geheimnis seinen Nutzen ziehen und beschwört einen toten, menschlichen Kriegshelden, den der Bösewicht somit zum Schattenkrieger macht. Der muss nun gegen seinen Willen losziehen und soll das Geheimnis ein wenig ergründen. Natürlich haben auch andere Leute von der Sache etwas mitbekommen und es gibt schon bald Probleme. Und ebenso natürlich findet der Schattenkrieger neue Freunde, während er im Inneren einen Kampf gegen sich selbst ficht. Klingt alles nach „schon mal irgendwie gehört“? Ist es ja auch. Innovative und intellektuelle High Fantasy ist „Der Schattenkrieger – die Auferstehung“ keinesfalls, aber es ist spannende und kurzweilige Unterhaltung.

Das Drehbuch erledigt dabei seinen Job sehr gut. Die Spannungselemente sitzen punktgenau, das Drama schreitet stetig voran und die Entspannungspausen werden immer kleiner, bis hin zur Krise. Die Geschichte wirkt in sich schlüssig und die Ereignisse passend. Einzig der Piratenüberfall kommt etwas holprig daher und hebt sich etwas von der feingeschliffenen Handlung ab. Aber das ist weitgehend Nebensache, denn vor allem die Inszenierung hat es in sich.

Bei mehr als vierzig Sprechern ist unmöglich jeden Einzelnen zu bewerten und selbst eine kleine Auswahl wäre vielleicht unfair zu nennen, so dass nur eine winzige Auswahl übrigbleibt, die es im Detail zu nennen gibt.

Alle voran Garlan, der Held der Geschichte. Er wird von Thomas Fritsch gesprochen, einem Urgestein der deutschen Schauspielkunst, der seine Stimme oftmals Schauspielern wie William Hurt, Russel Crowe, Jeremy Irons oder auch Burt Reynolds lieh. Auf dem Bildschirm oftmals der lächelnde Strahlemann, so klingt seine Stimme – losgelöst vom Anblick des Gesichts – markant, männlich und unnachgiebig – somit genau die richtige Verkörperung des altgedienten Kriegers, der aus dem Totenreich gerufen wird, um gegen seinen Willen einem bösen Elfen zu Diensten zu sein. Die innere Zerrissenheit und die Spielfreude sind Herrn Fritsch anzumerken und auch seine Routine und große Erfahrung sind eine Bereicherung für diese klassisch angelegte Rolle.

Ihm als Widersacher und Erzbösewicht steht der Großinquisitor der Elfen gegenüber, gesprochen von Michael Pan, der vielen Menschen ebenfalls aus Film und TV bekannt ist, vor allem als einprägsame Stimme von Brent Spiner und Martin Short. Ihn in der Rolle eines Bösewichts zu hören, ist anfangs recht gewöhnungsbedürftig. Denn verknüpft man Fritschs Stimme meist sofort mit einem Mann wie Russel Crowe, so besteht bei Pan die visuelle Verbindung zu einem Androiden aus dem Star Trek-Universum oder einem kleinen Mann in komischen Rollen. So stellt es sich jedenfalls dem versierten Kinogänger dar, doch nach nur wenigen Minuten ist der Schalter im Kopf umgelegt und die Zuhörerschaft darf einen diabolischen Elfen genießen, der nur seine eigenen Vorteile im Sinne hat.

Das Darsteller-Trio wird von Leandra komplettiert, der Annabelle Krieg ihre Stimme leiht. Frau Krieg ist eine erfahrene Schauspielerin und für die Verkörperung der geschickten Diebin Leandra ein wahrer Glücksfall. Es gelingt ihr mit Leichtigkeit dieser sehr aktiven Rolle Leben einzuhauchen, beherrscht Annabelle Krieg doch selbst etliche Fähigkeiten wie Fechten, Reiten und Jonglieren. In Verbindung mit ihrer großen Erfahrung als Theaterschauspielerin also die Idealbesetzung. Vor allem Leandras jugendlich frische Stimme ist ein passender Kontrast zu Garlans Audiomännlichkeit.

Die meisten anderen Sprecher können dieses Niveau ebenfalls halten. Vor allem die Metal-Band „Blind Guardian“ muss besondere Erwähnung finden, spielen sie bei „Sacred 2“ eine besondere Rolle. Im Computerspiel steuern sie Stücke zum Soundtrack bei und es gibt sogar eine Spielszene, die sich um ein entsprechendes Konzert dreht. Der Soundtrack wird auch im Intro des Hörspiel angespielt, was allerdings gewöhnungsbedürftig ist. Immerhin passt ein solch erstklassiger Sound eher in den Bereich Science Fantasy. Auch in „Der Schattenkrieger – die Auferstehung“ bekommt die Band einen Gastauftritt und stellt Piraten dar, die allerdings ziemlich schnell ihr Leben aushauchen.

Neben den Sprechrollen hat im Hörspiel auch das Sounddesigne eine besondere Stellung inne. Hier wird weitgehend geklotzt und überzeugt die Geräuschkulisse auf ganzer Linie. Einzig die Fluchtszene von Garlan und Leandra klingt ein wenig nach unnatürlichem Kokosnussklackern. Glücklicherweise der einzige Ausrutscher dieser Art und mehr irritierend als störend.

Die Verbindung beider Elemente ist gelungen und sämtliche Schwerpunkte harmonieren miteinander. So ergibt sich – auch Dank der hervorragenden Regie – eine spannende und unterhaltsame Mischung, die den durchaus biederen Plot schnell vergessend macht. Eine runde Sache, die vor allem durch das informative und schicke Booklet abgerundet wird.

weirdoz* geht noch einen Schritt weiter. Neben der hervorragenden CD-Ausgabe, ist auch eine DVD erhältlich, die mit Bonusmaterial vollgepackt ist und einen aufgebohrten Sound besitzt. Die Boxen aufgedreht – eine entsprechende Anlage vorausgesetzt – bedient „Der Schattenkrieger – die Auferstehung“ sämtliche Speaker. Natürlich beanspruchen die Dialoge primär die vorderen Boxen, doch sobald die Actionsequenzen beginnen, zischt, knallt und knattert es von allen Seiten. Das macht richtig Laune.

Außerdem gibt es auch etwas fürs Auge, befindet sich auf der DVD massig Bonusmaterial. Dazu gehören Blicke hinter die Kulissen, Interviews mit „Blind Guardian“, Wallpapers, Lesetext während dem Hörspiel, Trailer und vieles mehr. Ein rundes Gesamtpaket. Die DVD kann sich also hören und sehen lassen, aber nur für die Leute, die über eine entsprechende Technik verfügen, um die ganzen neuen Möglichkeiten zu genießen.
(Günther Lietz)

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