Der siebte Schwan

Lilach Mer
Der siebte Schwan

(sfbentry)
Heyne
in der Verlagsgruppe Random House
ISBN 978-3-453-52749-2
Fantasy
Erschienen 10.01.2011
Umschlagbild: Nele Schütz Design, München unter Verwendung
eines Motives von Chiara Fersini
Zinken: Swantje Philipps und Lilach Mer
Paperback Broschur, 560 Seiten

www.heyne-magische-bestseller.de
www.lilachmer.blogspot.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Autorin:

Lilach Mer, Jahrgang 1974, wuchs in Berlin und Schleswig-Holstein auf. Sie ist Juristin und ausgebildete Fachjournalistin und arbeitet an der Universität. Daneben gibt sie sich der Fabulierlust hin, wann immer sie die Zeit dafür findet. »Der siebte Schwan« ist ihr erster Roman.

Zum Inhalt:

Die 14-jährige Mina, richtig heißt sie Wilhermina, wächst 1913 wohlbehütet und fern aller weltlichen Schlechtigkeit auf dem riesigen Gutshof ihrer Eltern in Schleswig-Holstein auf. Wann immer es Mina möglich ist, entflieht sie ihrer vorgegebenen Welt, indem sie der Mamsell entwischt und sich auf den Dachboden flüchtet. Hier tanzt sie zur einer wunderschönen Musik einer alten und geheimnisvollen Spieluhr. Diese Spieluhr beherbergt in einem Geheimfach noch ein Medaillon mit den Fotografien zweier Jungen, welche den Sorgen und Nöten einer 14-jährigen zuhören müssen, denn Mina redet mit ihnen über alles, was sie bedrückt.

Eines Tages wird Mina vom Doktor der Familie, einem engen Familienfreund, auf dem Dachboden beim tanzen erwischt. Den Eltern gegenüber erklärt er Mina für verrückt und geistig verwirrt und schlägt als „Behandlung“ die Prozedur von damals vor. Mina bekommt dies unverhofft mit und flüchtet von dem Gutshof. Zur Hilfe kommt ihr hierbei ein Drehorgelspieler, der vor dem Gartengatter die zauberhafte Spieluhrmelodie spielt. Auf ihrer Flucht erhält sie Hilfe durch einen sprechenden Kater namens Tausendschön und gelangt durch ihn zu den Tatern (Zigeuner). Von diesen wird Mina bald akzeptiert und wie eine von ihnen angesehen und erhält Hilfe bei der Suche nach Antworten auf ihre Fragen, wer sind die Jungen im Medaillon und welche Prozedur ist gemeint. Auf ihrer Reise nach Antworten muss Mina einige harte Prüfungen absolvieren und bestehen. Dies geht sogar soweit, dass sie ihre Sprache verliert. Aber selbst mit diesem Handicap forscht und sucht Mina unermüdlich weiter nach Antworten. Und dank ihrem starken Willen und der starken Unterstützung durch die Tater, welche mit einigen angenehmen Überraschungen immer wieder für Aufsehen und auch Spannung sorgen, kommt Mia ihren Antworten immer ein Stück näher.

Meine Meinung zu dem Buch:

Lilach Mer verbindet in ihrem Erstlingswerk geschichtliches und norddeutsche Mythen und Sagen zu einem fantastischen und interessanten Fantasyroman. Detailreich und sehr ausführlich beschreibt die Autorin Mias Umgebung und ihren weiteren Werdegang. Durch ihren wunderbaren und für mich bemerkenswerten Erzählstil wird der Leser in diese Welt regelrecht hineinkatapultiert.

Durch ihren leicht verträumten Schreibstil wird der Leser zu einem mitfühlenden Gefährten von Mina und möchte ihr am liebsten unter die Arme greifen, helfen, trösten oder einfach nur begleiten und ihren Weg tatsächlich miterleben. Zu gerne würde man Tipps oder Ratschläge geben, so lebendig wirkten die Charaktere. So werden die unterschiedlichen Gruppierungen und Charakteren auf eine besondere Art und Weise dargestellt. Die Hauptprotagonistin Mina wirkt anfänglich als kleines schüchternes Mädchen, wohlbehütet und lebendig gefangen in einer nur für Sie real existierenden Welt. Umso erstaunlicher ist, dass Sie auf ihrer Flucht sehr schnell erwachsen wird und anfängt, verantwortlich zu denken. Zu ihren Eltern scheint sich nichts familiäres aufbauen zu können (wahrscheinlich war dies zu dieser Zeit so üblich), sodass ihre schnelle Flucht leicht erklärbar ist.

Im Gegensatz der Tater. Diese stehen genau im Gegensatz zu dem bisher erlebten. Hier fühlt sich Mina geborgen, beschützt. Hier scheint sie eine Familie zu erleben, insbesondere durch Lilja, welche die liebevolle Mutterrolle übernimmt. Auch lernt Mina durch Zinni und Pipa die für sie bis dahin unbekannte Geschwisterliebe kennen und schätzen. Die Beschreibung Tater und vor allem das interessante Leben dieser gibt der Geschichte noch eine Besondere Note. Diese Charaktere geben mit ihren Handlungen und Riten dieser Geschichte eine besondere Würze und halten eine gewisse Spannung aufrecht.

Durch die Nutzung von Märchen und Sagen hat Lilach Mer der Story ein gewisses Etwas eingehaucht. Viele Einzelaktionen, welche dem Leser teilweise erst beim zweiten Lesen verschiedener Passagen auffallen und anfänglich als unwichtig erscheinen, setzen sich am Ende der Geschichte wie ein Puzzle zu einem erstaunlichen Ergebnis zusammen. Am Ende des Buches gibt Lilach Mer ihre Quellen zum Nachlesen für die Märchenliebhaber bekannt.

Mein Fazit:

Der siebte Schwan ist ein modernes Märchen über Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt, welches durch die Verwendung von Märchen und Sagen einen eigenen und interessanten Charme entwickelt. Ein wunderbares fantasievolles Buch für Jung und Alt, welches aber auch zum Nachdenken anregt.

Copyright © 2011 by Walter Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
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