Der unsterbliche Alchemyst

Michael Scott
Der unsterbliche Alchemyst
Die Geheimnisse des Nicholas Flamel 1

The Secrets of the Immortal Nicholas Flamel – The Alchemyst, USA, 2007
cbj-Verlag, München, 10/2008
HC, Jugendbuch, Urban Fantasy
ISBN 9783570133774
Aus dem Englischen von Ursula Höfker
Titelbild von hildendesign nach einer Vorlage von Michael Wagner
www.cbj-verlag.de
http://www.nicholas-flamel.de/
www.hildendesign.de

Michael Scott zählt zu den erfolgreichsten und bekanntesten Autoren Irlands. Zudem gilt er als versierter Experte für Mythen und Kulturgeschichte. Beides hilft ihm dabei, seine Fantasy-Romane, die sich gleichermaßen an Jugendliche und Erwachsene richten, viel lebendiger und plastischer zu beschreiben – so auch in seiner auf sechs Bände angelegten Saga „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel“, die mit dem Roman „Der unsterbliche Alchemyst“ beginnt.

Um nicht wieder mit ihren Eltern die Ferien verbringen zu müssen, haben Josh und Sophie beschlossen, in San Francisco zu bleiben und dort zu jobben. Wie der Zufall es will, haben sie dort sogar Jobs in zwei gegenüberliegenden Läden gefunden. Der Junge hilft in einem Bücherladen aus, während das Mädchen in einem Coffeeshop arbeitet.
Beide haben sehr viel Spaß und sehen sich in den Pausen, so oft sie können. Dann aber wird ihr Leben mit einem Mal auf den Kopf gestellt. Ein Unbekannter dringt in der Begleitung seltsamer Gestalten in das Antiquariat ein. Er bedroht den Besitzer, nimmt dessen Frau gefangen und greift sich ein uraltes Buch, aus dem Josh, der sich rechtzeitig verstecken konnte, geistesgegenwärtig zwei Seiten reißt.

Dabei glaubt er seinen Augen nicht zu trauen, denn der Fremde beschwört magische Kräfte, und seine Begleiter sind nichts anderes als lehmige Golems. Aber auch sein Arbeitgeber ist nicht ganz so harmlos, wie er vorgegeben hat zu sein.

Nun, da sein Geheimnis enthüllt ist, gesteht er Josh und der hinzugekommenen Sophie, dass er Nicholas Flamel ist, ein vor mehr als sechshundert Jahren in Paris geborener Alchemist, der sein und das Leben seiner Frau mit dem ‚Stein der Weisen’ und einem Elixier erhalten hat. Das Rezept für das Elixier stand in dem geraubten Buch. Wenn er dieses und seine Frau nicht innerhalb eines Monats wieder findet, werden sie beide altern und sterben.

Sein Gegenspieler ist kein anderer als Dee, ehemals Hofmagier der großen englischen Königin Elisabeth I., der nichts weniger will, als mit Hilfe des Buchs uralte Mächte frei zu geben und mit diesen die Herrschaft über die Erde zu erringen.

Josh und Sophie sind auserwählt, Nicholas Flamel zu helfen – nicht nur, weil sie alles mitbekommen haben, sondern auch, weil sie etwas Besonderes zu sein scheinen – die mythischen ‚Zwei die Eins sind’ aus einer alten Prophezeiung. Es bleibt ihnen schließlich auch nichts anderes übrig, als sich Flamel anzuschließen, denn auch Dee hat erkannt, was es mit den jungen Amerikanern auf sich hat, und beginnt, Jagd auf sie zu machen…

Doch glücklicherweise ist der Alchemist nicht alleine. Zusammen mit der kriegerischen Scathach, der Hexe von Endor und der mystischen Hekate beschützt er die Zwillinge und führt sie nach und nach in die Welt der magischen Wesen ein.

Teenager aus unserer Zeit, die bisher nur mit der modernen und unmagischen Realität vertraut sind, ein epischer Konflikt, der bis in die ferne Vergangenheit der Erde zurückreicht, und die Rolle als Auserwählte, die sie darin spielen sollen – das alles sind sicher keine ganz neuen Themen in der Fantasy, vor allem nicht im Jugendbuchbereich.

Allerdings kaut Michael Scott nicht unbedingt nur alte Klischees und Archetypen wieder, auch wenn er einige historische Persönlichkeiten und mythische Wesen zu zusätzlichen Helden seines Romans macht. Seine Geschichte ist erfrischend anders, denn die Unsterblichen sind durchaus mit der Zeit gegangen und haben sich den Gegebenheiten angepasst. Sie nutzen Mobiltelefone, Kreditkarten, Computer und das Internet, wissen die Technik für ihre Zwecke einzusetzen und haben doch auch nichts von ihren Idealen und Erinnerungen verloren. Die Fabulierkunst des Autors lässt das Buch auf keiner Seite langweilig werden. Immer wieder enthüllt er neue Geheimnisse und wirft damit neue Fragen auf, die nicht ganz so einfach beantwortet werden können und auch weiterhin für Neugier auf Seiten der Leser sorgen. Er zwingt seine Helden dazu, sich ihrer Haut zu wehren und die Flucht zu ergreifen. Auch die Figuren erhalten genug Raum, um sich zu entwickeln, Schwächen und Unzulänglichkeiten zu zeigen, die sie menschlich machen.

In einer Tour de Force hetzt er Helden und Leser, die kaum die Zeit haben zu verschnaufen und sich zu sammeln, durch die Seiten. Denn nicht nur die tickende Uhr, auch die Bedrohung durch die Feinde, den viel mehr Ressourcen zur Verfügung stehen, macht ihnen zu schaffen.

Gelungen ist auch die Verknüpfung von Mythen und Historie. Alles fügt sich logisch ineinander, der Kosmos erweist sich als angenehm glaubwürdig und vielschichtig, so dass man sich gerne dazu verführen lässt, weiter zu lesen. Auch erwachsene Leser werden ihren Spaß an der Geschichte haben.

„Der unsterbliche Alchemyst“ beweist, dass ein guter Erzähler auch dem klassischsten aller Themen aus dem Genre der Fantasy durchaus noch überraschende und vor allem unterhaltsame Seiten abgewinnen kann. „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel“ scheinen jedenfalls eine viel versprechende Reihe zu werden, die man durchaus weiter im Auge behalten sollte. (CS)

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