Der Untergang

Wolfgang Hohlbein
Der Untergang

Die Chronik der Unsterblichen 4
Egmont LYX, Köln, 3/2008, Neuauflage des erstmals bei Egmont vgs erschienenen Hardcovers, Köln, 2002
PB, Mystery, Grusel, Fantasy, 978-3-8025-8143-4, 432/1495
Titelbild von Maximilian Meinzold

www.egmont-lyx.de
www.hohlbein.net

Ein Jahr ist vergangen, seit Andrej Delãny und sein Freund Abu Dun gegen die Werwölfe von Trentklamm gekämpft haben. Viele der damaligen Ereignisse sind vergessen, nur eines nicht: Kurz bevor sie in das verfluchte Dorf kamen, begegneten sie einem jungen Mädchen namens Alessa, das ihnen von einer Zigeunersippe erzählte, bei dem eine alte Frau leben sollte, die mehr über das Geheimnis wisse, das sowohl sie als auch Andrej in sich tragen. Alessa konnte ihnen damals nicht mehr den Weg weisen, weil ihre Verletzungen zu schwer waren und nicht mehr verheilen konnten.

So reist der Schwertkämpfer in der Verkleidung eines Händlers weiter, um endlich Spuren der Fahrenden zu finden. Denn nach den Ereignissen in Trentklamm will er nicht noch mehr Aufmerksamkeit erregen als nötig, da er sich vorstellen kann, dass ihm mancherorts schon sein Ruf vorausgeeilt ist.

Dann werden sie bei einer Rast plötzlich von vier Halbwüchsigen angegriffen, Die drei Jungen und das Mädchen sind von einer überraschenden Kaltblütigkeit und Grausamkeit, die selbst Andrej den Atem und das Leben raubt. Zweimal verletzten sie ihn tödlich.

Schließlich erwacht er in einem Zigeunerlager. Die Menschen dort sind überhaupt nicht abergläubisch, so als wüssten sie, dass Delãny kein echter Mensch ist sondern ein Vampyr.

In ihrer Mitte lebt auch die Puuri Dan, die alte Frau, von der Alessa erzählt hat. Der Schwertkämpfer wähnt sich am Ziel und versucht, mit der alten Frau zu sprechen, doch als es ihm gelingt, stellt sie ihm wesentlich mehr Fragen, als ihm Antworten zu geben.

Auch versucht Andrej Delãny, engeren Kontakt mit der Sippe zu knüpfen, die immerhin seinen Freund gesund pflegt. Angetan hat es ihm vor allem die schöne Elena, die eine besondere Anziehungskraft auf ihn ausübt. Und er sucht im Geheimen nach der Höllenbrut, damit sie nicht noch mehr Unheil anrichten kann.

Doch von Tag zu Tag hat er immer mehr das Gefühl, dass man ihm nur etwas vorspielt und ihn hinhalten will. Er fragt sich, warum dem so ist und ob nicht vielleicht die Behauptungen der Dorfbewohner aus der Nachbarschaft stimmen, die Elena immer wieder als Hexe bezeichnen. Ist sie der Schlüssel zum Geheimnis der Sippe?

„Der Untergang“ verrät nur die Hälfte von dem, was man eigentlich an Antworten erwartet hat. Andrej Delãny erfährt zwar, dass es wesentlich mehr Kreaturen wie ihn und Alessa gibt, als er zunächst gedacht hat, aber auch, dass nicht alle davon so vertrauensselig und ehrenhaft wie er sind.

Stattdessen wissen die Wesen ganz genau, was sie eigentlich wollen und zeigen dem Schwertkämpfer, dass mit ihnen nicht zu spaßen ist. Ihr Masken- und Verwirrspiel trägt einiges zur Spannung bei. Man darf nur keine allzu komplexe Handlung und ausgefeilte Charaktere erwarten. Auch dieser Band lässt sich wieder schnell und kurzweilig lesen, ohne dass Langeweile aufkommt, selbst wenn man sich jetzt doch langsam etwas hingehalten fühlt

Wenn in „Der Untergang“ mehr Fragen beantwortet worden wären, hätte diese Folge sicherlich zu den Highlights der „Chronik der Unsterblichen“ gehört, so bekommt man leider nur einen actionreichen Abenteuerroman präsentiert, der auf für Hohlbein typische Weise zumindest kurzzeitig unterhalten kann. (CS)

Titel bei Amazon.de
Die Chronik der Unsterblichen 04. Der Untergang

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.