Dhampir – Seelendieb

Barb & J. C. Hendee
Dhampir – Seelendieb

Dhampir 2
Thieve of Lives, USA, 2004
Egmont LYX, Köln, dt. Erstausgabe: 9/2008
PB, Horror, Dark Fantasy, 978-3-8025-8156-4, 432/1395
Aus dem Amerikanischen von Andreas Brandhorst
Umschlaggestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung einer Illustration von Anke Koopmann mit Motive von Markus Gann
www.egmont-lyx.de

Magiere ist ein „Dhampir“, das Kind einer menschlichen Mutter und eines Vampirs. Obwohl ihre besonderen Fähigkeiten erwacht sind, weiß sie wenig über Wesen ihrer Art – und auch nichts über sich selbst, denn der Vater verließ früh die Familie, und die Mutter starb kurz nach Magieres Geburt. Von den beiden erbte sie zwei Amulette und ein Falchion.

Eigentlich möchte Magiere ein normales, ruhiges Leben führen. Darum kaufte sie von ihren Ersparnissen eine Taverne in Miiska und ließ sich dort mit ihrem Partner Leesil nieder. Als trainierter Assassine ist der Halbelf ebenso wie sein kluger Elfenhund Chap ein wertvoller Helfer bei der Jagd nach den Vampiren, die bisher unerkannt in der Hafenstadt ihren Geschäften nachgingen und durch die Gerüchte um die Neuankömmlinge in Panik versetzt wurden. Der Kampf fordert zahlreiche Opfer; nur Rattenjunge kann entkommen und schwört Leesil furchtbare Rache (Bd. 1).

Die Geschehnisse in Miiska machen schnell die Runde. Schon wenig später bietet der Stadtrat von Bela der Dhampir eine beträchtliche Summe, wenn sie die Vampire vernichtet, die seit kurzem ihr Unwesen in der Gegend treiben. Da Magiere und Leesil das Geld benötigen, um die Taverne wieder aufzubauen und Steuern zu bezahlen, müssen sie den Auftrag annehmen.

Prompt treffen sie auf einen alten, sehr gefährlichen Gegner, der sich bereits einige Gefolgsleute geschaffen hat, und einen zwielichtigen Bekannten, der sein wahres Gesicht zeigt. Die Vampirjäger müssen sich den Fehlern stellen, die sie in der Vergangenheit begingen, und akzeptieren, was das Schicksal ihnen für die Zukunft zugedacht hat. Dabei stellen sie fest, dass sie schon seit langem manipuliert werden – doch von wem und zu welchem Zweck?

Der zweite Band der „Dhampir“-Serie knüpft nahtlos an „Halbblut“ an, doch muss man diesen Roman nicht gelesen haben, um sich schnell in der Handlung zurechtzufinden. Beide Bücher sind in sich abgeschlossen, und die vorherigen Ereignisse werden kurz zusammengefasst. Neben den Hauptfiguren spielen lediglich zwei weitere bekannte Charaktere eine tragende Rolle. Natürlich ist das Lesevergnügen sehr viel größer, wenn man die Bücher in der richtigen Reihenfolge liest.

„Dhampir“ entführt in eine mittelalterlich anmutende Fantasy-Welt, die ein wenig an den Balkan und den vorderen Orient erinnert. Traditionelle Motive wie Elfen und Zauberei werden mit dem Vampir-Mythos verknüpft. Die Blutsauger erscheinen hier als Wesen, die einfach nur überleben und ihr Dasein genießen möchten. Sie werden genauso detailliert und differenziert mit Stärken und Schwächen, Rachewünschen und Hoffnungen ausgeschmückt wie ihre menschlichen Gegenspieler. Man kann sich in sie hinein versetzen und sieht sie nur deshalb als ‚die Bösen’, weil sie ihre hilflosen Opfer, darunter Sympathieträger, töten, obwohl sie diese nach dem Trinken durchaus am Leben lassen könnten.

Da die wichtigsten Charaktere den meisten Lesern bereits bekannt sind, ist der Einführungsteil kurz, und die Handlung startet sogleich. Magiere, Leesil und Chap müssen einmal mehr eine Gruppe Vampire aus ihrem Versteck treiben. Diesmal gehen sie mit mehr Routine zu Werk, fallen aber dennoch immer wieder auf die Tricks ihrer Feinde herein und sind auf die Unterstützung dritter angewiesen. Die Vorkommnisse schweißen Magiere und Leesil nach anfänglichen Problemen sogar stärker zusammen, nachdem sie erkannt haben, dass sie Figuren in einem Spiel sind, bei dem es um weit mehr geht als die Eliminierung skrupelloser Vampire. Dabei nimmt die vage Romanze konkretere Formen an, ohne in süßliches Liebesgesäusel umzukippen und den Plot zu verwässern.

Die Autoren streuen viele Informationen ein, die für überraschende Wendungen sorgen, auch wenn sie nicht immer unmittelbar mit der eigentlichen Geschichte in Zusammenhang stehen. Auf diese Weise werden die Weichen für das Kommende gestellt: Leesil trifft auf einen Mann aus dem Volk seiner Mutter, der das Rätsel um die Assassinen-Gilde einerseits größer werden lässt, andererseits Hoffnungen in ihm weckt. Auch Magieres Bestimmung kristallisiert sich heraus, als ein dubioser Ratgeber seine wahren Ziele preisgibt. Zudem wird ein neuer gefährlicher Widersacher aufgebaut, der eigene Ziele verfolgt und dessen Rolle noch nicht eindeutig festgelegt ist.

„Seelendieb“ liest sich, da man nun mit den Gegebenheiten der Welt und den Protagonisten vertraut ist, noch flüssiger als „Halbblut“. Zwar müssen die Vampirjäger gegen Feinde kämpfen, die der ersten Gruppe Blutsauger nicht unähnlich ist und die in einem vergleichbaren Umfeld agieren, doch dafür kommt die Story mit weniger Toten aus und legt mehr Wert auf die Charakterisierung des Einzelnen und nachvollziehbare Entwicklungen. Um die großen Intrigen werden kleine Ränke geschmiedet, und jeder Konflikt für sich hat seinen Reiz.

Mit „Dhampir“ wird dem Mythos um Vampire und Elfen eine weitere Facette hinzugefügt. Der Mix aus Dark Fantasy und Horror kann Genre-Fans überzeugen und ist keinen Moment langweilig. Die Autoren wandeln auf dem schmalen Grat zwischen spannendem Grausen und Splatter, warten mit interessanten Charakteren und überraschenden Wendungen auf, die Romantik nimmt bislang nur wenig Raum ein und wird auch nicht vermisst, und der kleine Cliffhanger am Ende sorgt dafür, dass der Leser gespannt auf den nächsten Teil wartet.

„Dhampir“ zählt zweifellos zu den besten Serien von LYX, da die Bände mehr als nur oberflächlich-humorige Unterhaltung und ein wenig Erotik für Leserinnen zwischen 15 und 25 Jahren oder Orkgemetzel für die Jungen im gleichen Alter offerieren. Zielgruppe sind diesmal weniger jene Fans, deren Vorstellung von phantastischen Kreaturen durch Serien wie „Buffy“ und „Angel“ oder Romane wie „Der Herr der Ringe“ und seine Nachzügler geprägt wurde, sondern die Fantasy- und Horror-Freunde aller Altersstufen, die mit Begeisterung Bücher wie Fritz Leibers „Fafhrd & Grey Mouser“- oder Tanith Lees „Anackire“–Zyklus lasen.

Sucht man nach einem packenden Schmöker für lange Winterabende oder den Urlaub, sind die „Dhampir“-Bände eine wirklich empfehlenswerte Lektüre. (IS)

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