Die Begabte

Trudi Canavan
Die Begabte
Die Magie der tausend Welten 1

(sfbentry)
Millenium’s Rule 01: Thief’s Magic, Australien, 2014
Penhaligon, München, 11/2014
Aus dem Australischen von Michaela Link
HC, High-Fantasy
ISBN 978-3-7645-3105-8
Titelmotiv von Melanie Miklitza

www.penhaligon.de
www.trudicanavan.com
http://inkcraft-melanie-wanda.blogspot.de/

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Die australische Autorin Trudi Canavan ist nun auch schon Mitte 40. Sie arbeitete ursprünglich als Grafikerin und Designerin für verschiedene Verlage und schrieb nur nebenher.  Eine erste ‚Markierung‘ setzte sie 1999, als sie den wohl bekanntesten australischen Fantastik-Preis, den „Aurealis-Award“ für die beste Fantasy-Kurzgeschichte gewann. Schon 2001 erschien in Australien dann ihr Erstlingsroman, der den Zyklus um die „Gilde der Schwarzen Magier“ einläutete – eine Serie, die sie dann auch international rasch sehr bekannt machte. Nach Verlagsangaben hat sie allein in Deutschland mittlerweile 2,5 Millionen Bücher verkauft.

Mit dem Roman „Die Begabte“ beginnt nun ein neuer großer Fantasy-Zyklus um „Die Magie der tausend Welten“. Sowohl Titel als auch Cover sind etwas unglücklich gewählt, weil der vermeintlichen „Begabten“  nur die Hälfte des Bandes eingeräumt wird und der andere Teil, mit dem das Buch auch beginn , in einer ganz anderen Welt spielt, die, aus männlicher Sicht – weibliche Leser mögen das womöglich anders sehen – betrachtet, weit interessantere Geschichten um den jungen Studenten Tyren erzählt.

Dieser ist mit seinem Professor auf ‚Exkursion‘, um archäologische Ausgrabungen vorzunehmen. Dabei entdeckt er ein magisches Buch, das ihn immer mehr in den Bann schlägt. Vor hunderten von Jahren wurde eine junge Frau in das Buch gebannt. Seit dieser Zeit nimmt sie Wissen auf, das sie immer dann erlangt, wenn jemand sie bzw. das Buch in Händen hält und sie quasi von seiner Wahrnehmung partizipiert. Teil des Fluches ist, dass sie dem Inhaber des Buches, egal wer es ist, immer die Wahrheit auf dessen Fragen sagen muss.

Zurück an der Universität bringt ihn das Buch, dass er eigentlich als Fundstück hätte abgeben müssen, immer mehr in Schwierigkeiten. In Tyrens Welt ist Magie die Energiequelle, die buchstäblich alles antreibt: Fabriken, Transportmittel, einfach alles. Magie ist auch knapp und verbraucht sich. Als Pergama, die Frau im Buch, von anderen magischen Welten berichtet, ist die Versuchung groß, diese zu erreichen und ‚anzuzapfen‘. Tyren wird in Folge in eine gewaltige Intrige an der Universität verwickelt, die ihn als Sündenbock hinstellt, während sein Professor das Buch erbeuten und sich nutzbar machen will.

Auf der hinreißend und rasant beschriebenen Flucht – die dem Leser Tyrens Welt ganz nebenbei beschreibt – vor dem Professor und seinen Helfern mit einem magisch betriebenen Luftgefährt, einer ebenso angetriebenen Eisenbahn, einem Zeppelin und einem Schiff, verschlägt es ihn in schließlich in die Grenzveste des Nachbarreiches. Das Passieren der Grenze bringt ihm allerdings zunächst nicht viel Glück, und mit dem Ausblick auf einen Durchgang durch ein Weltentor endet dieser Teil der Geschichte.

Der zweite Teil spielt in einer anderen Welt, in der Magie äußerst knapp geworden ist und nur von einer Priesterkaste angewendet werden darf. Zuwiderhandlungen werden auf das allerstrengste und brutalste bestraft, um entsprechende Abschreckungswirkung zu erzielen. Menschen, die über die ‚Gabe‘ verfügen, sind dementsprechend schlecht beleumundet und verschweigen nach Möglichkeit ihre Begabung. So auch die junge Tochter aus einer reichen Gerberfamilie, die von ihren Eltern auf die Tempelschule geschickt wird, um dort mit den ‚höheren‘ Töchtern aus gutem Haus zu lernen.

Als sie sich in einen Maler verliebt  und die Beziehung vor ihren Eltern zunächst geheim hält, weil diese natürlich eine standesgemäße Verbindung wünschen, braut sich schon einiges an ‚weltlichem‘ Unheil zusammen.  Halb gegen ihren Willen wirkt sie, eingewiesen von einer ‚Wahrsagerin‘, empfängnisverhütende Magie. In Verbindung mit einigen anderen unglücklichen Zufällen wird ihr Verstoß gegen das Gebot  von den Priestern entdeckt. Daraufhin wird und sie aus ihrer Stadt verbannt und in eine Sträflingskolonie eingewiesen, die sich allerdings am Ende dann doch nicht als die allseits gefürchtete Hölle erweist. Von dort aus verschlägt es sie weiter in ein fernes Land, und damit endet auch dieser Teil des Romans.  Der Leser kann nur vermuten, dass die Handlungsstränge in der Fortsetzung zusammengeführt werden.

Canavan ist eine fesselnde Erzählerin. Man taucht in die jeweiligen Welten ein und verfolgt mit großer Spannung das Leben und die Abenteuer der Protagonisten. Ihre Weltentwürfe basieren auf einem verbindenden Konzept (Magie = Energie) und sind in dieser Hinsicht auch sehr ausgewogen und schillernd. Damit verbunden sind außerdem einige gute und nachvollziehbare Ideen, die man als Leser in dieser Form bisher noch nicht kannte. Ihr gefälliger Stil sorgt dafür, dass die Seiten nur so durchrauschen. Der Einstieg in die neue Serie ist gelungen – jetzt heißt es warten auf die Fortsetzung …

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