Die Feuerinseln

die-feuerinselnRichard Schwartz
Die Feuerinseln
Das Geheimnis von Askir 5

Piper Verlag, München, 09/2009
TB, Fantasy
ISBN 9783492266758
Titelillustration von Markus Gann

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Zwar ist in diesem Jahr schon ein Roman von Richard Schwartz erschienen; dieser hat die Geschichte aber aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. In „Die Eule von Askir“ lernte man die Stadt kennen, die das Ziel der Helden und ihres größten Feindes ist. Nun aber kehrt der Autor in „Die Feuerinseln“ zu seinen eigentlichen Helden zurück. Noch immer versuchen diese, dem Vermächtnis der „Zweiten Legion“ auf die Spur zu kommen.

Dazu müssen sie nach Askir reisen. Doch als sie in Galasabad endlich ein Schiff besteigen, das sie nach Askir bringen soll, entwickeln sich Zweifel in Havald und Leandra. Vor allem der erfahrene Krieger hadert mit sich, gibt er sich doch die Schuld an dem Tod einer Gefährtin. Dabei verflucht er sogar sein Bannschwert – mit üblen Folgen, denn als sie von Piraten angegriffen werden, kann er kaum noch kämpfen. Es kommt, wie es kommen muss: Leandra gerät in die Gefangenschaft des Nekromantenkaisers, der von seinem Domizil auf den Feuerinsel aus in aller Ruhe eine Invasion Askirs vorbereitet. Thalak bemüht sich, Leandra mit einem magischen Halsreif dazu zu zwingen, ihm zu dienen. So erscheint ihre Lage bald ziemlich hoffnungslos, denn auch sie kann nicht lange den Einflüsterungen der machtvollen Magie widerstehen.

Havald aber strandet an einer ihm unbekannten Küste. Schon bald verschlägt es ihn in ein von Piraten und Nekromanten bewohntes Nest, in dem das Recht des Stärkeren regiert und nur der Misstrauische eine Überlebenschance hat. Aber das ist noch längst nicht alles, denn er gerät vom Regen in die Traufe, als er schließlich aus lauter Mitgefühl einen gefangenen Elfen kauft und später sogar aus der Sklaverei befreit, denn einige Mitbieter sind nicht unbedingt diejenigen, die sie vorgeben zu sein. Wieder gerät Havald in Gefangenschaft und muss einige schmerzhafte Fragen beantworten.

Interessanterweise fließen in „Die Feuerinseln“ viele Hinweise und Handlungsstränge aus „Der Herr der Puppen“ und „Die Eule von Askir“ nahtlos ineinander, und man versteht jetzt auch, was letzterer Roman eigentlich vorbereitet hat. Er hilft vor allem den Lesern nachzuvollziehen, welche Macht und Aufgabe die „Zweite Legion“ hatte und was die Hauptfiguren nun in Askir erwartet. Allerdings kommt das erst ziemlich am Ende zum Tragen, denn die Geschichte macht einen gehörigen Schlenker und erzählt wieder einmal viele kleine und eigenständige Abenteuer, die die Zustände auf den Feuerinseln näher beleuchten. Zudem bekommt man einen weiteren Einblick in die Pläne des Nekromantenkaisers und erfährt mehr über seine Verbündeten.

Auch diesmal lehnt sich der Autor an irdische Kulturen an – man fühlt sich an die Piratennester des indischen Ozeans im Mittelalter und des Mittelmeeres in der Antike erinnert, allerdings legt er sich bewusst nicht genau fest. Wieder steht das Abenteuer im Mittelpunkt. Vor allem Havald, der endlich zu seinem früheren Ich Ser Roderic steht, erwarten einige unangenehme Prüfungen und Entscheidungen, während Leandra erst wieder gegen Ende des Buches auftaucht. Mehr als einmal werden die Gefährten in Kämpfe verwickelt oder geraten in lebensbedrohliche Gefahren, so dass auch die Action nicht zu kurz kommt. Das Einzige, was man dem Autor jetzt eigentlich noch vorwerfen kann, ist, dass seine Gegenspieler weiterhin sehr blass und eindimensional wirken, da sie weiterhin im Hintergrund agieren und nicht wirklich in Erscheinung treten.

„Die Feuerinseln“ bietet, wie die anderen Romane aus der Reihe um „Das Geheimnis von Askir,“ wieder eine abwechslungsreiche Mischung aus Action, Charakterentwicklung und ausgefeiltem Hintergrund, der die Romane auch für etwas anspruchsvollere Leser interessant macht.
 
Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)
 
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