Die Fürsten des Nordens

die-fursten-des-nordensGuy Gavriel Kay
Die Fürsten des Nordens

The Last Light of the Sun, Kanada, 2004
Piper, München, 03/2007
HC mit Schutzumschlag, Fantasy
ISBN 978-3-492-70098-6
Aus dem Kanadischen von Irene Halicki
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von ©
www.ef.art.pl
Autorenfoto von Beth Gwinn

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Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Die Erlinger ziehen über die Meere; niemand ist vor den plündernden Horden sicher, Zerstörung und Elend bleibt zurück, wo immer sie an Land gehen. Doch dann ergreift König Aeldred die Macht und eint die Völker Anglcyns. Unerwartet gerät Aeldrens Sohn in die Zwischenwelt, und das Königreich scheint dem Untergang geweiht …

Guy Gavriel Kay ist tatsächlich ein Autor, der sich mit Tolkiens Federn schmücken darf: Er ist Mitherausgeber des „Silmarillion“, das nach Tolkiens Tod veröffentlicht wurde. Seit 1984 schreibt er großartige Epen; diesmal hat er sich den Wikingern gewidmet. Akribische Recherchen, Phantasie, Wissen und hohes schriftstellerisches Geschick verbinden sich in diesem Buch zu einer wahren Sprachsinfonie. Dabei muss der geneigte Fantasy-Leser bereit sein, sich auf ein solches Werk einzulassen.

Nicht einzelne Heldenschicksale oder die Handlung als solche stehen hier im Vordergrund, sondern die Welt als solche. Ohne viel Mühe erkennt der geschichtlich leicht vorgebildete Leser Angelsachsen, Wikinger und Waliser in den Völkern wieder, das Vorbild für König Aeldred war Alfred der Große. Leben und Leiden, Denken und Handeln der Menschen sind die wahre Geschichte, die erzählt werden soll. Dementsprechend führt der Autor scharenweise Haupt- und Nebenfiguren auf; Charaktere, deren einziger Zweck es ist, die Welt noch ein wenig plastischer darzustellen. Die Sprache passt sich den Figuren an, ‚rohe’ Menschen drücken sich wenig gewählt aus. Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Überfallsszenarien werden ohne falsche Scheu geschildert, ohne dabei jemals obszön zu werden.

Allzu zahlreiche Nebensätze in Klammern irritieren stellenweise, man gewöhnt sich aber daran. Ähnlich wie bei Marion Zimmer Bradley (um nicht immer Tolkien zu bemühen) sind die Magie und überhaupt alle ‚phantastischen’ Elemente eher dezent angebracht. Wer historische Fantasy, langsame Handlungsentwicklung, eine ästhetische Sprachmelodie und opulent ausgeschmückte Welten liebt, wird dieses Buch verehren. Wer hingegen bei allzu vielen Aus- und Abschweifungen den Faden, den Überblick oder die Geduld verliert, sollte es meiden und sich etwas Actionreicheres suchen.

Copyright © 2010 by Alexandra Balzer (alea)

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