Die Krone von Lytar

Carl A. DeWitt
Die Krone von Lytar

fredeboldundfischer, Köln, 6/2007
HC, Fantasy, 978-3-939674-04-7, 638/1695
Titelbild von Jan Patrik Krasny

www.fredeboldundfischer.de
http://krone-von-lytar.de/
www.krasnyart.eu/

Der 1958 geborene Carl A. DeWitt arbeitete nach einer Ausbildung zum Flugzeugmechaniker und dem Studium der Elektrotechnik und Informatik als Systemprogrammierer. In seiner Freizeit war und ist er ein passionierter Rollenspieler. Schließlich kaum er auf die Idee, seine vielen Ideen in einen Roman einfließen zu lassen. Und so entstand „Die Krone von Lytar“, ein Roman, der nur der Auftakt zu einer dreibändigen Saga sein sollte.

Schon vor vielen Jahrhunderten ist das Reich von Lytar trotz seiner großen Magie von erzürnten Göttern dem Erdboden gleich gemacht worden und in den Erinnerungen der anderen Völker zu einer märchenhaften Legende geworden, an die niemand mehr so recht glauben mag.

Nur die friedlichen Bewohner eines abgelegenen Dorfes, das ebenfalls Lytar heißt, wissen noch, dass das einstmals strahlende Reich wirklich existiert hat und in den Ruinen der alten Hauptstadt womöglich noch Vermächtnisse der einstigen Bewohner zu finden sind. Jene Dörfler sind die letzten Nachfahren derjenigen, die Lytar noch vor dem Verhängnis verlassen konnten, weil sie freiwillig ins Exil gingen. Zwar bewahren sie die Geschichte, führen aber ein eigenständiges und göttergefälliges Leben, in dem sie nach Zufriedenheit und nicht nach Macht streben.

Dann allerdings werden sie aus heiterem Himmel von fremden Soldaten im Gefolge eines Drachenreiters überfallen. Diese sind im Namen von Belior, einem Herrscher, der sich anschickt, das ganze Land zu erobern, auf der Suche nach der Krone von Lytar, dem mächtigsten magischen Artefakt ihrer Vorfahren. Allerdings müssen sie erst einmal wieder unverrichteter Dinge abziehen.

Aufgeschreckt durch den Vorfall beschließen die Ältesten, vier junge Leute aus ihrem Dorf in die Ruinen Alt-Lytars zu schicken, um dort nach Artefakten ihrer Vorfahren zu suchen, die sie bei einem erneuten Angriff beschützen könnten. So brechen der nicht auf den Mund gefallenen Bogenmacher Gerret, sein unscheinbarer Freund, der Holzfäller Tarlon, die Heilerschülerin und Halbelfe Elyra, aber auch der junge Zwerg Argon auf, um eine gefahrvolle Reise durchzustehen. Sie müssen dabei nicht nur feststellen, dass sie verfolgt werden, sondern finden auch viel über die wahre Natur ihrer eigenen Vorfahren heraus.

Nebenbei erkennen sie, dass ihr Gegenspieler drauf und dran ist, den gleichen Fehler wie die Bewohner von Lytar zu begehen. Deshalb liegt es in ihren Händen, das scheinbar unabwendbare Verhängnis aufzuhalten und selbst aktiv dagegen vorzugehen.

Um die Ereignisse selbst kommentieren, aus der Sicht des allwissenden Erzählers zu ergänzen und in einem anderen Licht erscheinen lassen zu können, benutzt Carl A. DeWitt einen Kunstgriff. Er bettet die Handlung in eine Rahmenerzählung, in der ein Barde von einem alten Mann die ganze Geschichte Jahre später erfährt.

Damit schafft er einen gewissen Abstand zu den Ereignissen und reflektiert die Bedeutung der Geschehnisse. Überhaupt lässt er sich sehr viel Zeit, das Szenario und den Ausgangspunkt vorzustellen und die wichtigsten Charaktere einzuführen, auch wenn der Gegenspieler der jungen Helden – der despotische Herrscher Belior – noch sehr schemenhaft bleibt. Dafür wirken einige seiner Handlanger umso lebendiger.

Man merkt, dass der Autor sehr viel Wert auf Atmosphäre und die Enthüllung der Rätsel der Vergangenheit legt. Action und Kampfbeschreibungen sind ihm dabei weniger wichtig. Zwar geraten die Helden hin und wieder in eine gefährliche Situation, die wahren Herausforderungen werden aber an ihr moralisches Empfinden, ihre Klugheit und Intuition gestellt.

Das macht „Die Krone von Lytar“ zu einem eher ruhigen Roman, der gerade im Mittelteil dadurch einige Längen besitzt. Da er in seiner Erzählweise aber immer liebenswert und warmherzig bleibt, kann man darüber hinweg sehen.

Zudem verzichtet er darauf, all zu viel Exotisches einzuführen. Die Welt von Lytar ist erschreckend normal und erinnert an die klassischen Rollenspielwelten mit mittelalterlichem Ambiente, in dem Elfen und Zwerge neben den Menschen die prominenteste Rolle einnehmen. Da er aber bei den Beschreibungen auf Details achtet, wirkt sie umso vorstellbarer und lebendiger.

Heraus kommt ein Roman, der nicht nur an der Oberfläche bleibt und vordergründige Action in eine vorhersehbare Handlung bettet, sondern durch immer neue Enthüllungen nach und nach ein vielschichtiges Bild zeichnet.

„Die Krone von Lytar“ wendet sich damit an alle Fans der Fantasy, die abwechslungsreiche Abenteuer in mittelalterlichen Welten mögen, aber auch ein wenig mehr an Tiefe und Überraschungen in der Handlung ihrer Lektüre erwarten, als man üblicherweise zugestanden bekommt. (CS)

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