Die Nacht der Morlocks – Die Zeitmaschine kehrt zurück

die-nacht-der-morlocksK. W. Jeter
Die Nacht der Morlocks – Die Zeitmaschine kehrt zurück

Edition Phantasia (2010)
Phantasia Paperback Science Fiction
Originaltitel „Morlock Night” (1979)
ISBN 978-3-937897-39-4
Titelbild: Philipp S. Neundorf
Übersetzer: Michael Siefener
Umfang: 214 Seiten

www.edition-phantasia.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Vorwort:

Wer kennt ihn nicht? Den Roman „Die Zeitmaschine“ von H.G.Wells? Oder den Klassiker des Science-Fiction-Films gleichen Namens (USA, 1960) mit Rod Taylor in der Hauptrolle als Erfinder George und sein super-blondes, super-doofes Schnuckelchen Weena (Yvette Mimieux) in fernster Zukunft? Fast jeder eingefleischte SF-Fan dürfte diese Fragen mit Ja beantworten können. Nur so nebenbei: Die Neuauflage von 2002 war von den Bildern her sicher schöner und der Film insgesamt actionreicher, doch das Original hatte deutlich mehr Tiefe, Charme und Verzweiflung aufzubieten. Und jeder weiß, wie die Geschichte zu Ende ging: Frustriert von der Tatsache, das die Menschheit von einem Krieg in den nächsten stolpert, flieht George ins Jahr 802.701 zu seiner Weena. So endet das Buch „Die Zeitmaschine“ und auch der Film. Doch natürlich ist damit der Lauf der Zeit nicht zu Ende…

Zum Buch:

Bei „Die Nacht der Morlocks – Die Zeitmaschine kehrt zurück“ haben mich allein schon das Titelbild und der Untertitel dazu gebracht, nach dem Buch zu greifen. Wie ist es George in der Zukunft ergangen? Hat er als intelligenter Mann des industrialisierten Großbritanniens mit Weena die abgestumpfte Menschheit der Zukunft aufgeweckt und zu neuer Blüte geführt? Hat er selbst einen Krieg gegen die Morlocks geführt, obwohl er gerade wegen der Kriege seiner Epoche die Zeitalter übersprungen hat? Nein, all dies hat er nicht. Er ist schlichtweg gestorben und hat die Zeitmaschine voll funktionsfähig zurückgelassen. Hier hat – neben einigen anderen Fehlern – der Autor einmal aufgeführt, George sei einfach irgendwann an Altersschwäche gestorben, an anderer Stelle haben ihn die Morlocks getötet. Nun, das sei verziehen, denn es ändert nichts an der Gefahr, die auf das England des Jahres 1892 zurollt…

Denn die Morlocks, auf die George in der Zukunft stieß, waren nur die etwas geistig minderbemittelten Vettern von schlaueren, in der Entwicklung höher stehenden Abarten der weißhäutigen, lichtscheuen Höhlenbewohner. Diesen gelingt es, die Zeitmaschine zu aktivieren und mit ihr in das Jahr 1892 zu gelangen. Da sich das Wirkungsfeld der Zeitmaschine nicht nur auf den Reisenden allein erstreckt, sondern mehrere Meter im Umkreis alles darin Befindliche erfasst, verfrachten die Morlocks unermüdlich Truppen in die suburbanen Gefilde der Londoner Unterwelt. Hier, in der Kanalisation, in tiefen, weit verzweigten Gangsystemen und unterirdischen Hallen, sammeln sie ihre Kräfte für eine Invasion der Oberfläche. Doch nicht nur allein London oder England ist ihr Ziel, sondern die Eroberung der gesamten Erde. An dieser Stelle rechnet man als Leser mit einer klassischen Invasionsgeschichte, doch es kommt noch Einiges dazu…

Einer der Gäste Georges – Mr. Hocker -, der dessen Schilderungen keinen Glauben schenken mag, trifft auf den zwielichtigen Dr. Ambrose, der sich nach einiger Zeit als der wahrhaftige Zauberer Merlin identifiziert. Merlin hat natürlich die Gefahr bemerkt und will dagegen ankämpfen. Dazu benötigt er die Hilfe Mr. Hockers. Denn er soll den wiedergeborenen König Artus mit seinem Schwert Excalibur vereinen, um die Invasion der Morlocks zu verhindern. Doch Hocker ist alles andere als von dieser Geschichte überzeugt, und so ist Merlin gezwungen, Hocker einen Ausblick auf die Katastrophe zu geben, die eintritt, wenn Hocker seine Hilfe verweigert. Er führt Hocker in die nächste Zukunft, in der London, England, ja die ganze Zivilisation von den Morlocks vernichtet wurde und nur noch eine Handvoll Widerstandskämpfer einen aussichtslosen Kampf führen.

Fazit:

Der weitere Verlauf wogt hin und her und an manchen Stellen ist man tatsächlich überrascht, was K.W.Jeter einfällt. Allerdings sind manche Wendungen so genre-unspezifisch, dass man das Gefühl bekommt, der Autor hatte sich beim Schreiben treiben lassen. Anfangs eine überaus spannend beginnende Invasionsgeschichte mit Ausflügen in verschiedene Zeitalter, wechselt die Handlung über in eine Art Indiana-Jones-Abenteuer, dann spielen Elemente aus Atlantis eine Rolle und schließlich endet es wieder ganz anders. Die Geschichte schlägt Haken wie ein Hase auf der Flucht. Trotz allem würde ich es jedem Fan empfehlen, denn dafür sind der Grundplot und die Neugier auf den Weitergang der Story einfach zu groß. Die kleine Reihe der Paperback Science Fiction des Verlages Edition Phantasia ist damit um ein schönes Teil reicher geworden.

Copyright © 2010 by Werner Karl
 
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