Die Gilde von Shandar 01 – Die Spionin

Mark Robson
Die Spionin

Die Gilde von Shandar 1
Imperial Spy, GB, 2006
cbt-Verlag, München, 11/2008
TB, Jugendbuch, Fantasy, 978-3-570-30533-1, 382/1200
Aus dem Englischen von Tanja Ohlsen
Titelillustration von Geoff Taylor

www.cbt-jugendbuch.de
www.cbj-verlag.de
www.geofftaylor.btinternet.co.uk/

Mark Robson wählt für den Beginn seiner Trilogie einen ungewöhnlichen Punkt. Diesmal geht es nicht darum, einen tyrannischen Herrscher vom Thron zu stoßen, sondern hinter ihm aufzuräumen. Denn auch wenn der oberste Bösewicht tot ist – seine Gefolgsleute und Schergen sind es in den seltensten Fällen. Weil sie alles verloren haben, wollen diese dann durchaus auch Rache an den Siegern nehmen…

Gemeinsam mit der Spionin Femke ist es General Surabar gelungen, einen schurkischen Magier zu entlarven, der sich mittels seiner Zauberkraft die Gestalt des Königs angeeignet hat und zusammen mir der Mördergilde das Land durch Angst und Schrecken regierte. Beide wissen, dass die Gefahr jedoch noch nicht vorüber ist, denn viele der Meuchelmörder, die mit dem Usurpator Hand in Hand gearbeitet haben, sind immer noch frei, allen voran Shalidar.

Doch bevor sie sich daran machen können, die Gilde endgültig zu zerschlagen, müssen sie die Trümmer und Ruinen der Schreckensherrschaft beseitigen. Während Surabar notgedrungen den Kaisermantel annimmt, um Machtkämpfe des Adels zu verhindern, schickt er Femke als Botschafterin in das Nachbarland Thrandor, um die angespannten Beziehungen zu beruhigen und einen Krieg zu verhindern.

Das beschließt auch Shalidar auszunutzen. Er folgt Femkes Spuren und sorgt dafür, dass einer der engsten Berater des Herrschers von Thrandor sein Leben verliert.
Die Indizien und Beweise lassen den Verdacht unzweifelhaft auf Femke fallen.

Diese sieht sich plötzlich in einem Netz von Intrigen und Verleumdungen gefangen, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Nicht einmal ihre besten Tricks und Listen scheinen etwas zu nutzen. So muss sie sich erstmals damit abfinden, Geduld zu üben und zu akzeptieren, dass sie die Hilfe anderer braucht – selbst die von Lord Danar, eines Adligen vom Hofe des Kaisers, den sie bisher nicht besonders ernst genommen hat. Und da ist auch noch Reynik, ein junger, verschlossener Soldat, der mehr bei der Sache ist, als er zugeben will.

Man merkt, dass „Die Spionin“ nur der Auftakt zu einer Trilogie ist, denn das Buch nimmt sich sehr viel Zeit, die wichtigsten Figuren und die Ausgangssituation vorzustellen, um darauf aufzubauen. Kleine Konflikte halten die Spannung aufrecht, sind aber in den seltensten Fällen durch offene Konfrontationen zu lösen. Erst zum Showdown hin ändert sich das.

Die Helden müssen sich in erster Linie auf ihren Verstand verlassen. Klug gewählte Worte, Tricks und Verkleidungen sind ihr Handwerkszeug, weniger Fäuste und Klingen.

Angenehm fällt dabei auf, dass die Helden trotz ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten menschlich bleiben. Femke ist zwar selbstbewusst und kann eine Menge, aber gegenüber einem noch erfahreneren Gegner wie Shalidar muss sie auch kapitulieren und kann nicht im Alleingang siegen. Ebenso verfällt der Autor nicht in das gegenteilige Klischee und macht sie zu schwach.

Robson präsentiert eine gute Mischung aus Abenteuer, Drama und Romantik, auch wenn der Beziehungsaspekt hier nicht überbetont wird, sondern eher eine Nebenrolle spielt und sogar noch mit einer netten Überraschung aufwartet. Freundschaft ist das, was in diesem Abenteuer mehr zählt.

Der Autor konzentriert sich in der Geschichte vor allem auf die Personen und ihr direktes Umfeld, was ein wenig an die Romane von Trudi Canavan erinnert. Ähnlich wie bei „Die Gilde der schwarzen Magier“ oder „Das Zeitalter der Fünf“ sind die Handlung und die Figuren einfach gestrickt und leicht zu über- und durchschauen, so dass auch schon jüngere Leser damit zurechtkommen werden.

Das macht „Die Spionin“ zum interessanten Auftakt einer All Age-Fantasy-Reihe für Leser, die nach Abenteuern voller Witz und Magie mit lebendigen Figuren suchen. (CS)

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Die Gilde von Shandar. Die Spionin

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