Die Versuchung der Zeit

Myra McEntire
Die Versuchung der Zeit
Hourglass 2

(sfbentry)
Timepiece, USA, 2012
Goldmann Verlag, München, 1. Auflage: 07/2013
PB mit Klappbroschur
SF 47564, Romantic Fantasy, Urban Fantasy
ISBN 978-3-442-47564-3
Aus dem Amerikanischen von Inge Wehrmann
Titelgestaltung von UNO Werbeagentur, München unter Verwendung eines Motivs von Getty Images/Colin Anderson, FinePic, München
Autorenfoto von Amelia J. MoorePhotography

www.goldmann-verlag.de
www.myramcentire.com

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Die Jugendlichen, die Liam Ballard in der Organisation „Hourglass“ um sich geschart hat, um ihr Zeitreisegen zu erforschen und ihnen zu helfen, mit ihren Gaben zurechtzukommen, sehen plötzlich Personen aus der Vergangenheit, auch wenn sie nicht die Fähigkeit besitzen, durch die Zeit zu reisen. Der Verdacht, dass jemand die Zeit manipuliert und dadurch großen Schaden anrichtet, wird durch das Auftauchen von Edgar Poe bestätigt, der Emerson Cole in eine Zeitblase entführt, tötet und diese Handlung rückgängig macht, um zu demonstrieren, wie ernst die Situation ist und das Hourglass auf die Forderungen von Chronos eingehen muss.

Liams Sohn Kaleb beginnt Nachforschungen anzustellen, um Jack Landers zu finden, der hinter allem zu stecken scheint und bereits Liam und Michael Weaver ermordet hatte, was von Em ungeschehen gemacht werden konnte. Auch Kalebs Mutter Gracie gehört zu Jacks Opfern und liegt im Koma. Kalebs Bemühungen verlaufen schleppend, denn der Vater will ihn beschützen und zieht darum die Hilfe von Michael und Em vor. Ems Freundin Lily Diaz, in die sich Kaleb verliebt, bringt endlich den Stein ins Rollen: Sie kann verlorene Dinge – und Personen – finden. Das Problem jedoch ist, dass niemand bei Hourglass weiß, was Jack plant und ob nicht alles, was sie unternehmen, von ihm eingefädelt wurde, da er anderen die Erinnerungen nehmen und ersetzen kann. Auch Chronos will seiner habhaft werden. Und jeder ist hinter dem mysteriösen Infinityglass her …

Nachdem im ersten relativ in sich abgeschlossenen Band, „Die Stunde der Zeitreisenden“, Em und Michael im Mittelpunkt gestanden hatten und der Konflikt zwischen Hourglass, Chronos und Jack aufgebaut wurde, wird dieser in der Fortsetzung, „Die Versuchung der Zeit“, weitergeführt, jedoch aus der Perspektive von Kaleb beleuchtet, der darunter leidet, dass er seinen Eltern nicht helfen konnte, als sie ihn am meisten brauchten, dass der Vater Geheimnisse vor ihm hat und offenbar in Michael den Sohn sieht, den er sich immer wünschte, und dieser gewinnt auch noch das Herz von Em, in die Kaleb ebenfalls verknallt ist. Als er Lily kennenlernt, kommt er über die unerfüllte Liebe hinweg, obwohl sie beide keinen guten Start haben, da sich Kaleb lange Zeit, besonders Lily gegenüber, wie ein Idiot benimmt.

Aus diesem Grund ist er dem Leser zunächst nicht wirklich sympathisch. Ein Typ mit filzigen Rastalocken, Tattoos und Piercings, der ständig Süßigkeiten in sich hineinstopft, trinkt, Mädchen begrabscht und sich für unwiderstehlich hält, ist kaum der Traum junger Mädchen, die sich in Lilys Lage versetzen können. Natürlich kompensiert Kaleb seinen Frust durch dieses Gehabe, und schnell beweist er, dass er in Wirklichkeit ganz anders ist, sodass man doch ein gewisses Mitgefühl entwickelt, aber ein merkwürdiger Beigeschmack bleibt.

Die persönlichen Probleme der Protagonisten nehmen mindestens so viel Raum ein wie die Suche nach Jack. Anders als im ersten Buch werden diesmal jedoch keine (nennenswerten) Zeitreisen unternommen, denn Kaleb und Lily haben andere Gaben, und von ihnen gehen auch keine Manipulationen aus, um schlimme Ereignisse ungeschehen zu machen. Infolgedessen reduzieren sich die SF-Elemente, zumal die Recherchen sehr bodenständig verlaufen, weil sich die Protagonisten an jene Orte begeben, an denen sie sich Hinweise erhoffen und wo sie schließlich mit dem Begriff ‚Infinityglass‘ konfrontiert werden, ein Mysterium, das seinem Besitzer zu großer Macht und der Kontrolle über die Zeit verhelfen soll. Vermutlich wird die Suche danach das Thema des dritten Teils sein, dessen amerikanischer Titel bezeichnenderweise „Infinityglass“ lautet.

Myra McEntire schreibt kurzweilig und zieht ihr Publikum in eine Handlung, die endlich mal wieder ohne ohne verliebte Vampire, Werwölfe, Zombies, Elfen usw. auskommt, wenngleich die Romantik ein wesentlicher Bestandteil der Story ist, jedoch mit dem Thema Zeitreise kombiniert wurde, dem allerdings nicht so viel Brisanz zukommt, dass es die Zielgruppe 14+/weiblich durch reichliche Theorien langweilen könnte. Auf die damit verbundenen Probleme wird nicht mehr eingegangen als unbedingt notwendig – das Philosophieren über Paradoxa und andere Phänomene überlässt die Autorin den KollegInnen, die Hardcore-SF schreiben.

Copyright © 2014 by Irene Salzmann (IS)

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