Dungeons & Dragons – Kompendium magischer Gegenstände

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Dungeons & Dragons – Kompendium magischer Gegenstände

Dungeons & Dragons
Feder & Schwert (FS30014)
320 Seiten
ISBN 9783867620215
(sfbentry)

Deutsch von: Daniel Schumacher
Lektorat: Holger Raab
www.feder-und-schwert.com

Magische Waffen, Rüstungen und Gegenstände sind ein wichtiger Bestandteil des Fantasy-Rollenspiels „Dungeons & Dragons“. Mit dem „Kompendium magischer Gegenstände“ rücken all diese kleinen verzauberten Spielereien in den Fokus der Spielerschaft. Dabei haben die Autoren keine reine Ansammlung verschiedener Gegenstände zusammengestellt, sondern auch Schatztabellen und Regeln stark überarbeitet, verbessert oder gar neu erfunden.

Wie üblich gliedert sich das stabile Hardcover in verschiedene Kapitel, die jeweils einen bestimmten Schwerpunkt haben. Einem versierten Spieler von „Dungeons & Dragons“ fällt dabei sofort auf, dass die bisher bekannte Einteilung der magischen Gegenstände überarbeitet wurde. So gibt es jetzt nur noch vier Kategorien: Rüstungen, Waffen, Kleidung und Werkzeug.

Das ist eine logisch nachvollziehbare Überarbeitung, denn nun ist es leichter Gegenstände einem bestimmten Bereich zuzuordnen. So muss niemand mehr lange darüber nachdenken, ob er nun einen Zauberstab oder einen Zauberstecken sein eigen nennt, wo denn die genauen Unterschiede sind und ob es gar eine Mischform ist, die wiederum auch nur schwer eingeteilt werden kann. Damit macht das vorliegende Quellenbuch Schluss.

Neben der neuen Einteilung, sorgen auch die Beschreibungen der magischen Gegenstände für ein wohliges Erstaunen. So werden den Gegenständen nun bestimmte Körperfreiplätze zugeteilt. Davon besitzt jede Charakter eine feste Anzahl. Diese Körperfreiplätze – zugegeben, ein recht umständliches Wort – legen im Grunde genommen die Position und die Anzahl der zu benutzenden Zaubersachen fest. So ist, zum Beispiel, dem Torso ein entsprechender Freiplatz zugeordnet, für Ringe gibt es sogar zwei (für jede Hand einen Körperfreiplatz). Um einen guten Überblick darüber zu behalten gibt es im Anhang einen schicken Charakterbogen, in dem die Gegenstände eingetragen werden können. Das ganze sieht nun etwas nach einem Videorollenspiel aus, aber dieses Vorgehen ist sehr sinnig und spielerleichternd. Hier haben sich Collins und sein Team viele Gedanken gemacht.

Eine der Neuerungen sind übrigens die Verstärkerkristalle für Rüstungen und Schilde. Dabei handelt es sich meist um kleine Edelsteine, die problemlos mit Waffen, Schilden oder Rüstungen verschmelzen, aber auch leicht entfernt und woanders angebracht werden können. Je nach Stärke des Kristalls fällt auch die magische Wirkung aus. Und das Feinste für Spieler: Selbst Charaktere mit kleiner Schatztruhe können sich schon solche Kristalle leisten.

Ebenfalls neu sind die Gegenstand-Sets. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von verschiedenen Gegenständen, die thematisch zusammenpassen. Als Beispiel mag „Die Ausstattung des Mantikors“ dienen. Diese besteht aus Handschuhen, Armschienen, einem Medaillon, einem Helm und einer geflügelten Weste. Jeder Gegenstand für sich alleine ist schon etwas Besonderes, doch je mehr Gegenstände ein Charakter in seinen Besitz bringt, um so mächtiger wird er. Bei zwei Teilen kann der Träger nämlich schon beliebig oft der Zauber „Federfall“ wirken. Hat er alle Gegenstände zusammen, kann er zwei mal am Tag einen Mantikor beschwören. Schon eine klasse Idee!

Die Beschreibung der Gegenstände ist dabei auch sehr gelungen, wie auch bei allen anderen Gegenständen in diesem Buch, denn es gibt stets einen kleinen, kursiv gedruckten Beschreibungstext, den man seinen Spielern genau so vorlesen könnte. Bei den Sets kommt noch ein Informationsblock hinzu, der je nach Wissensfertigkeit bestimmte weitere Hinweise bereithält. Das ist einfach wunderbar, da vor allem der stimmige Hintergrund wieder etwas ins Rampenlicht gezogen wird und sich somit mit dem reinen Regelanteil ausbalanciert.

Dem Regelteil selbst ist ein ganzes Kapitel gewidmet. In ihm werden großteils die Regeln aus dem „Dungeons & Dragons Spielleiterhandbuch“ überarbeitet vorgestellt. Gegenstände besitzen nun Gegenstandsstufen und die Schatztabellen wurde generalüberholt. Zum Ausrüsten von SC und NSC gibt es gelungene Regeln, die auf diesen Neuerungen basieren. Dabei sollte man beachten, das sämtliche Regeln nur optional sind. Jeder Spielleiter und Spieler kann im Grunde genommen genau das aus dem Buch benutzen, was in seiner Heimrunde zugelassen ist. Die Autoren erklären übrigens leicht nachvollziehbar, warum diese oder jene Änderung vorgenommen wurde. Und um den spielerischen Einkauf etwas zu erleichtern, sind sämtliche Gegenstände aus dem „Kompendium magischer Gegenstände“ und dem „Spielleiterhandbuch“ in einer großen und ausführlichen Liste nach Preisen sortiert. Eine gute Idee.

Wie bereits geschrieben, das Hardcover weißt eine gute Verarbeitung auf und die vielen Illustrationen sind mehr als gelungen. Die deutsche Übersetzung ist tadellos, obwohl sich über manch Begrifflichkeit vielleicht die Geister scheiden – wie halt „Körperfreiplatz“. Aber wen es stört, der soll dem Kind halt einen anderen Namen geben.

Der Sinn und Nutzen für Spieler ist natürlich recht begrenzt und bei zu viel der Schmökerei beraubt man sich einiger Überraschungen, die am Spieltisch lauern könnten. Doch für den Spielleiter ist das „Kompendium magischer Gegenstände“ ein unverzichtbares Werkzeug, denn es hat all die guten Erkenntnisse und Elemente anderer „Dungeons & Dragons 3.5“-Quellenbücher in sich vereint und kommt mit originellen und frischen Ideen daher, die das Spiel ungemein bereichern und auch vereinfachen.

(c) 2008 by Günther Lietz

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Kompendium magischer Gegenstände: Ein Quellenbuch für D&D

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