Einmal gebissen, total hingerissen

Mari Mancusi
Einmal gebissen, total hingerissen

Stake that, USA, 2006
Arena Verlag, Würzburg, 6/2008,
TB, Jugendbuch, Fantasy, Gusel, 978-3-401-50090-4, 50090, 258/995
Aus dem Amerikanischen von Michaela Link
Titelgestaltung von Frauke Schneider

www.arena-verlag.de
www.marimancusi.com/

In „Jungs zum Anbeißen“ lernte der Leser die höchst ungewöhnlichen Zwillingsschwestern Sunshine und Rayne erstmals kennen. In dieser Geschichte wurde die lebenslustige und Partys liebende Sunshine, deren Lieblingsfarbe Rosa ist, von dem Vampirfürsten Magnus mit ihrer Schwester Rayne verwechselt, die schon jahrelang darauf hingearbeitet hat, selbst eine Blutsaugerin zu werden, weil es ihrem Lebensgefühl als Goth am ehesten entspricht.

Zwar konnte das Missverständnis aufgeklärt werden, aber das Unglück war schon geschehen, und Sunshine wie auch Rayne blieb nichts anderes übrig, als sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren.

Rayne hat jetzt jedenfalls noch immer daran zu knabbern, das Sunshine zwar wieder in einen Mensch zurückverwandelt werden konnte, aber trotzdem weiterhin die Freundin von Magnus bleibt, in den sie sich verliebt hat, während sie selbst wieder von vorne anfangen muss. Da hilft es der düster gestimmten Goth auch nicht, dass sie von einer geheimnisvollen Organisation dazu ausersehen wurde, eine Jägerin zu werden, wie einst die Fernsehheldin „Buffy“.

Rayne macht sich in einem Blog im Internet Luft, in dem sie von ihren Erlebnissen und Erfahrungen berichtet. Neben dem alltäglichen Stress in der Schule erzählt sie von ihren Rollenspiel-Sessions in der „World of Warcraft“ mit Freunden und auch den Erkenntnissen, die ihr neuer Blog mit sich bringt.

Tatsächlich hat sie schon bald eine gefährliche Aufgabe, denn es gilt abtrünnige Vampire zu beschaffen, die nicht nur Magnus und den anderen Blutsaugern, die versuchen mit den Menschen in friedlicher Koexistenz zu leben, sondern auch den Sterblichen schaden wollen, da sie diese nur als Vieh betrachten.

Rayne muss bald feststellen, dass der Anführer, den sie Maverick nennt, mit allen Wassern gewaschen zu sein scheint und die Regeln bereits in größerem Ausmaß gebrochen hat, als sich jeder vorstellen konnte.

Dabei kommt sie auch mit dem ebenso gut aussehenden wie launischen Jareth in Kontakt, der zunächst nichts von ihr wissen will und sie schroff behandelt. Aber wie so oft hat das Schicksal etwas anderes im Sinn, vor allem als Rayne in tödliche Gefahr gerät.

Wie bereits „Jungs zum Anbeißen” so erweist sich auch „Einmal gebissen, total hingerissen“ als freche Komödie, die nicht nur die hippe Welt der modernen Teenager sondern auch einige Vampir-Klischees gründlich auf die Schippe nimmt. Die Ähnlichkeiten mit „Buffy – Im Bann der Dämonen“ sind durchaus gewollt und führen immer wieder, sollte man Folgen kennen, zu einem Deja-Vu-Erlebnis und humorvollen Szenen.

Auch in diesem Buch merkt man, dass es Mari Mancusi höllischen Spaß macht, das bisherige Vampirbild auf den Kopf zu stellen. Dies alles verpackt sie in eine leichte und unkomplizierte Handlung, die in der seltner genutzten Form von Tagebucheinträgen erzählt wird. Auch wenn manches vorhersehbar zu sein scheint, so wird das Buch doch keinmal langweilig – humorvoll ist es auf jeder Seite.

„Einmal gebissen, total hingerissen” bietet kurzweilige Unterhaltung für Vampir-Liebhaberinnen jeden Alters, die einer frechen Interpretation gängiger Klischees nicht abgeneigt sind und sich köstlich über die vielen Andeutungen und Hinweise zu „Buffy“ und Co. amüsieren können. (CS)

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Einmal gebissen, total hingerissen: Ein Vampirroman

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